Forschungsarbeit, 2014
401 Seiten
1 Kärnten ein einerley Volk bis zum Sprach-Nationalismus im 19. Jahrhundert
2 Agrarwirtschaft und die Produktionsverhältnisse in Kärnten
2.1 Aufklärung und pädagogische Veränderungen
2.2 Agrargesellschaften und Modernisierung der Landwirtschaft
2.3 Agrarverfassung und eine modernisierte Landwirtschaft
2.4 Ackerbauschule und eine pädagogisch-didaktische Förderung der Landwirtschaft
2.5 Landwirtschaft mit technischem und chemischem Fortschritt
2.6 Landwirtschaft mit einer langsamen Produktionsentwicklung
2.7 Textilindustrie mit zunehmender staatlicher Förderung
3 Der Strukturwandel in der Landwirtschaft
3.1 Freiheit der Bauern durch einen liberalen Geist der Revolution
3.2 Landwirtschaft und die Modernisierung
4 Dienstboten und deren Lebensbedingungen am Lande
4.1.1 Dienstboten werden nach dem Zweiten Weltkrieg zu Landarbeitern
4.1.2 Mobilität der bäuerlichen Dienstboten
5 Schulpflicht der Aufklärung und modernes Reichsvolksschul-Gesetz bewirken eine Revolution in der Volksbildung
5.1 Von der Allgemeinen Schulordnung 1774 zum modernen und liberalen Reichsvolksschulgesetz 1869
5.2 Maria Theresia und die Pflichtschule – eine Quasi-Ganztagesschule
5.3 Die Trivialschule der Allgemeinen Schulordnung wird durch das Reichsvolksschulgesetz zur modernen Volksschule
5.4 Don Bosco und die Pfadfinder im Mittelpunkt des Jugendlichen
5.5 Von der Bürgerschule zur Hauptschule in Klagenfurt
5.6 Bundesgewerbeschule mit praxisbezogenem Ischler Programm
6 Josef Stefan – ein hervorragender Physiker und Mensch mit Bezug zu Kärnten
6.1 Josef Stefan und seine entbehrungsreiche Kindheit und Jugend
6.1.1 Josef Stefan und seine Herkunft im zweisprachigen Kärnten
6.1.2 Josef Stefan – ein unehelich Geborener beim bäuerlichen „Franzl“ Anwesen
6.2 Alexius Stefan, ein Müllergehilfe bei der Großnigmühle südlich von Limmersach an der Glan
6.2.1 Josef Stefan und seine Primarbildung an der gehobenen Normal-Hauptschule für Knaben in Klagenfurt
6.2.2 Alexius Stefan und das Mehlgeschäft in der Oberen Burggasse, im Stadtzentrum von Klagenfurt
6.3 Josef Stefan und sein Bildungsaufstieg durch das Benediktiner-Gymnasium in Klagenfurt
6.3.1 Das Gymnasium wird durch eine 8-jährige Langform durch das Organisationsstatut 1849 modernisiert
6.3.2 Josef Stefan und sein prägender Physiklehrer am Gymnasium der Benediktiner
6.3.3 Josef Stefan und ein physikalisch-mathematischen Interesse
6.3.4 Josef Stefan – eine vielfältige, musisch-literarische Begabung
6.3.5 Josef Stefan und der Feistritzbach im Bärental am Fuße des Hochstuhls
6.4 Eberndorf und eine zweisprachige Spurensuche im Jauntal
6.5 Josef Stefan und sein vom Schicksal gepägtes, tragisches und frühes Lebensende
6.6 Ludwig Boltzmann und dessen würdige Festrede als Schüler für seinen Seelenfreund beim neuen Stefan-Denkmal an der Universität Wien
6.7 Eine Gedenktafel Josef Stefans an seinem Geburtshaus im südlichen St. Peter in der Ebentalerstraße
6.8 Josef Stefan – verehrt von Slowenen wegen muttersprachlicher Publikationen in jüngeren Jahren
7 Grafenstein – eine politische Gemeinde entwickelt sich zunehmend
7.1 Grafenstein wird früh eine von der Mutterkirche Tainach unabhängige Pfarre
7.2 Die Gemeinde Grafenstein – eine politische Selbstverwaltungsebene
7.3 Markus Pernhart ein Bürger Grafensteins
7.4 Grafenstein und seine urkundliche Erwähnung
7.5 Grundbuch Grafenstein
7.6 Grundbuch Truttendorf
7.7 Grundbuch Replach
7.8 Grundbuch Berg
7.9 Saager am Plateau einer Bezirksobrigkeit
7.10 Grafenstein und eine demokratische Verwaltungsebene
7.11 Grafenstein und das größere Selbstbewusstsein der Bauern nach der liberalen Revolution
7.12 Grafenstein und der Kärntner Freiheitskampf
8 Die politische Gemeinde Grafenstein und die Katastral-Gemeinden Pakein, Thon und Wölfnitz
8.1 Die Mutterpfarre Tainach mit Filialkirche St. Peter bei Grafenstein
8.2 Die Katastralgemeinde Pakein des Steuerbezirkes Maria Saal
8.3 Die Katastralgemeinde Wölfnitz mit der Bezirksobrigkeit Maria Saal
9 Die Ortschaft Althofen, Ursprung eines alten bairischen Hofes
9.1 Grundherrschaft der Pfarr- und Kirchengülten
9.2 Die Landwirtschaft in Kärnten auf dem Weg in die Moderne
9.3 Althofen, eine bairische Siedlung
9.4 Althofen im Schnittbereich dreier Katastralgemeinden
9.5 Die Schmidhube und die Grundentlastung der Bauern
9.5.1 Hube zur Selbstversorgung der bäuerlichen Bevölkerung
9.5.2 Die Schmidhube – eine Spurensuche
9.5.3 Lukas wird im Jahre 1811 mit dem Familiennamen Westritschnigg erster Besitzer der Schmidhube in Althofen
9.5.4 „Zwirn in Greuth“ und die Besitzer
9.5.5 „Kackerhube“ der KG „Zell bei Ebenthal“ in der Zetterei
Die Forschungsarbeit untersucht die historische Entwicklung Kärntens mit einem besonderen Fokus auf agrarische Strukturen, soziale Veränderungen der bäuerlichen Bevölkerung und die Bildungsgeschichte vom 18. Jahrhundert bis in die Moderne. Zentral ist dabei die Frage, wie sich feudale Herrschaftsverhältnisse, wirtschaftliche Modernisierungsprozesse und die Rolle bedeutender Persönlichkeiten wie Josef Stefan auf die Identitätsbildung und die politische Entwicklung der Region ausgewirkt haben.
Josef Stefan – ein hervorragender Physiker und Mensch mit Bezug zu Kärnten
Josef Stefan ist ein wirkungsmächtiger Physiker der Habsburgermonarchie in Österreich. Er wird in schwierige Lebensumstände hineingeboren. Stefans Eltern entstammen einer bildungsbenachteiligten, ländlichen, bäuerlichen und handwerklichen Bevölkerungsschicht. In diesen ländlichen Gebieten ist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Alphabetisierungsgrad noch gering. Die Familienverhältnisse ändern sich bis zum Eintritt in das Gymnasium der Benediktiner in Klagenfurt überraschend.
Die finanzielle Situation des Vaters verbessert sich zunehmend. Es findet ein Aufstieg vom Müllergehilfen bei der „Großnigmühle“ in Limmersach an der Glan zum Mehlkaufmann in der Stadt Klagenfurt statt. Eine verbesserte berufliche Situation des Vaters ermöglicht den Ehestand. Die gymnasiale Oberstufe ist bei Josef Stefan durch eine slowenisch-literarische Publizität gekennzeichnet. Durch Lehrer am Gymnasium beeinflusst, entwickelt Stefan ein ungewöhnliches Interesse für Mathematik und Physik.
Stefan hat als Student an der Universität Wien und später auch als Lehrer und Forscher an dieser hohen Lehranstalt zu seinen Kärntner Eltern einen liebenswürdigen Kontakt. Er besucht seine Eltern meist zwei Monate in den Sommerferien, obwohl er bereits ein angesehener Professor der Universität und Direktor am Physikalischen Institut ist. Stefan trifft der Tod seiner Eltern besonders tief. Er widmet sich danach nur mehr lehrend und forschend der Physik. Stefan will dadurch der Einsamkeit durch den Verlust seiner Kärntner Eltern entkommen.
Er wird in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein wirksamer Vertreter der klassischen Physik in Österreich. Stefan ist privat ein bescheidener, zurückgezogener und eigentlich einsamer Mensch. Er wohnt in einer Naturalwohnung der Universität Wien. Stefan wird quasi vorgeworfen, das heutige Österreich nicht verlassen zu haben.
Kärnten ein einerley Volk bis zum Sprach-Nationalismus im 19. Jahrhundert: Diese Einleitung beschreibt die historische Zweisprachigkeit Kärntens und den Übergang von einem "einerley Volk" zum modernen sprachorientierten Nationalismus im 19. Jahrhundert.
Agrarwirtschaft und die Produktionsverhältnisse in Kärnten: Das Kapitel erläutert die agrarischen Strukturen, die Bedeutung der bäuerlichen Selbstversorgung und die frühen Modernisierungsversuche durch staatlich geförderte Agrargesellschaften.
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft: Hier wird der fundamentale Wandel der Landwirtschaft durch die Revolution 1848, die Bauernbefreiung und die nachfolgende Ablösung feudalistischer Strukturen beschrieben.
Dienstboten und deren Lebensbedingungen am Lande: Dieser Abschnitt analysiert die Lebensrealität des bäuerlichen Gesindes, deren Integration in das "ganze Haus" und den sozialen Abstieg bzw. die Auflösung dieser Gruppe im Zuge der Industrialisierung.
Schulpflicht der Aufklärung und modernes Reichsvolksschul-Gesetz bewirken eine Revolution in der Volksbildung: Der Text behandelt die Entwicklung des Bildungswesens von den kirchlich geprägten Pfarrschulen hin zum modernen, staatlich organisierten Volksschulwesen nach 1869.
Josef Stefan – ein hervorragender Physiker und Mensch mit Bezug zu Kärnten: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie des bedeutenden Physikers Josef Stefan, seinem Bildungsweg und seinem engen, fortdauernden Bezug zu seinen Kärntner Wurzeln.
Grafenstein – eine politische Gemeinde entwickelt sich zunehmend: Es wird die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde Grafenstein, von den feudalen Anfängen bis zur modernen Marktgemeinde, detailliert nachgezeichnet.
Die politische Gemeinde Grafenstein und die Katastral-Gemeinden Pakein, Thon und Wölfnitz: Hier werden die administrativen und katastralen Strukturen dieser spezifischen Region im Klagenfurter Raum im Detail analysiert.
Die Ortschaft Althofen, Ursprung eines alten bairischen Hofes: Das Kapitel untersucht die Siedlungsgeschichte von Althofen als Beispiel für einen alten bairischen Hof und die grundherrlichen Strukturen der Umgebung.
Quellen und Literatur: Ein Verzeichnis der verwendeten Archivquellen, Primär- und Sekundärliteratur zur historischen Forschung.
Abbildungen und Abkürzungen: Ein Verzeichnis der im Buch enthaltenen Abbildungen sowie ein Glossar der verwendeten Abkürzungen.
Kärnten, Agrarwirtschaft, Geschichte, Bildungswesen, Josef Stefan, Industrialisierung, Grafenstein, Landwirtschaftsgesellschaft, Feudalismus, Bauernbefreiung, Sprachnationalismus, Kataster, Grundherrschaft, Volksschule, Sozialgeschichte
Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche, wirtschaftliche und bildungspolitische Transformation Kärntens, unter besonderer Berücksichtigung agrarischer Strukturen und des Wirkens bedeutender Persönlichkeiten über zwei Jahrhunderte hinweg.
Die Schwerpunkte liegen auf der Agrargeschichte, der Entwicklung des ländlichen Schulwesens, der Rolle der Grundherrschaft und der historischen Bedeutung von Orten wie Grafenstein.
Ziel ist es, die tiefgreifenden sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen von der feudalistischen Ära bis ins 20. Jahrhundert anhand regionaler und biographischer Beispiele historisch aufzuarbeiten.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgreifende Analyse von Archivmaterial (Grundbücher, Kataster, Pfarrbücher), Sekundärliteratur und zeitgenössische Quellen, um eine empirische Basis für seine historischen Schlussfolgerungen zu schaffen.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Landwirtschaft, dem Bildungswesen, der Biografie von Josef Stefan sowie detaillierten Untersuchungen zur Gemeinde Grafenstein und ihren Katastralgemeinden.
Wesentliche Begriffe sind Agrarrevolution, Bauernbefreiung, Kärntner Identität, Industrialisierung, Bildungsgeschichte und die regionalen Katasterdaten.
Josef Stefan dient als zentrales biographisches Beispiel für den Bildungsaufstieg eines begabten Kindes aus einfachsten bäuerlichen Verhältnissen zum bedeutenden Wissenschaftler, wobei sein enger Bezug zur Heimat Kärnten und seine slowenischen Wurzeln besonders beleuchtet werden.
Der Autor sieht im Ausbau des Schulwesens durch die Aufklärung und das Reichsvolksschulgesetz einen entscheidenden Motor für die Modernisierung der ländlichen Bevölkerung und die Überwindung sozioökonomischer Bildungsbarrieren.
Durch die detaillierte Auswertung von Grundbüchern und Katasterdaten leistet der Autor eine minutiöse Mikrogeschichte, die weit über allgemeine landesgeschichtliche Darstellungen hinausgeht.
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