Examensarbeit, 2013
118 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1 Rechtsextremismus
2.1.1 Elemente rechter Ideologie
2.1.2 Rechtsextremismus in Beispielstudien
2.2 Demokratie
2.2.1 Demokratie als Herrschaftsform
2.2.2 Demokratie als Gesellschaftsform
2.2.3 Demokratie als Lebensform
2.2.3.1 Kompetenzen auf Ebene der „Demokratie als Lebensform“
2.2.3.2 John Deweys „Demokratie als Lebensform“
2.2.4 Gefahren für Demokratie
2.2.5 Warum nun Demokratie und eine Demokratiepädagogik?
3 DEMOKRATIEPÄDAGOGIK
3.1 BLK-Programm „Demokratie lernen & leben“
3.2 Deweys Demokratieerziehung
3.3 Der Beutelsbacher Konsens
3.4 Interkulturelle Pädagogik als Demokratiesicherung
4 SCHULE ALS DEMOKRATISCHER LEBENS- UND LERNORT
4.1 Gesetzliche Grundlagen für Schule in Demokratie
4.2 Rechtsextremismusprävention durch Bildungsauftrag der Schule
4.3 Bildungstheorien
4.3.1 Hartmut von Hentig
4.3.2 John Dewey
5 DEMOKRATIE IN SCHULE UND UNTERRICHT
5.1 Partizipation von Schüler_innen
5.2 Der Klassenrat
5.3 Struktur und Ziele des Unterrichts
5.4 Politik- oder Sozialkundeunterricht
5.5 Demokratiepädagogik in Abgrenzung zu Politikdidaktik
6 DEMOKRATIEPÄDAGOGIK DURCH AUßERSCHULISCHE ANGEBOTE
6.1 Experteninterview als Methode
6.2 Verein „YYY“
6.3 Verein „ZZZ“
6.4 Auswertung Interviews
6.4.1 Analyse des Experteninterviews mit „YYY“ e.V.
6.4.1.1 Interne Vereinstruktur
4.4.1.2 Rolle der Demokratiepädagogik in außerschulischer Bildung
6.4.1.3 Externe Struktur von außerschulischer Bildungsarbeit
6.4.2 Analyse des Experteninterviews mit „ZZZ“ e. V.
6.4.2.1 Interne Vereinstruktur
6.4.2.2 Rolle der Demokratiepädagogik in außerschulischer Bildung
6.4.2.3 Externe Struktur von außerschulischer Bildungsarbeit
6.5 Methodenkritik Experteninterview
7 KOOPERATION VON SCHULINTERNEN UND -EXTERNEN PROJEKTEN UND MAßNAHMEN IM SINNE DER DEMOKRATIEPÄDAGOGIK
7.1 Schulkooperationen mit dem „YYY“ e. V.
7.2 Schulkooperationen mit „ZZZ“ e. V.
8 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Demokratiepädagogik im schulischen und außerschulischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf die Prävention von Rechtsextremismus und die Förderung einer demokratischen Schulkultur. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf Maßnahmen und Kooperationsformen, die dazu beitragen, Schule als einen demokratischen Lebens- und Lernort zu etablieren.
2.2.3 Demokratie als Lebensform
Bei der privateren, individuelleren Lebensform von Demokratie lässt sich Adolf Schule gut anführen, denn er veröffentlichte 1952 einen Aufsatz zur Demokratie als Lebensform und entwickelte eine staatsrechtliche Idee weiter, die bis dato von Rudolf Smend angedacht war (vgl. Himmelmann 2001: 79f.). Dass Demokratie bereits im Privaten beginne und die Grundlage für eine demokratische Politik sei, war für Schule Ausgangspunkt für seinen Grundgedanken: „Demokratie auf dem politischen Feld ist nur möglich, wenn sich die Menschen, die in ihr leben, auch in ihrem privaten Bereich demokratisch verhalten“ (Schule 1952: 326). Ohne ein Durchdringen von Demokratie zu Hause würde eine demokratische Politik nicht funktionieren und ebenso wäre eine demokratische Verfassung für die Menschen unverstanden und würde als überflüssig bewertet werden (vgl. Himmelmann 2001: 80). Deshalb fordert Schule mehrere Voraussetzungen, die im Privaten erfüllt werden sollen, um ein stabiles Demokratiessystem auf politischer Ebene gewährleisten zu können. Erstens wird eine offene und aufgeschlossene Haltung anderen Menschen gegenüber erwartet und zweitens eine gesellschaftliche Beteiligung gewünscht (vgl. ebd.: 81). Eine dritte Voraussetzung ist die Achtung und Wahrung der Menschenwürde, die eine Gleichbehandlung der Menschen einschließt. Unterschiede durch Hautfarbe, Religion, Herkunft, Einkommen oder Geschlecht sollen keine Erniedrigung oder Missachtung von Menschen begründen (vgl. ebd.). Einen letzten Punkt eröffnet Schule mit der grundsätzlichen Freiheit der Menschen innerhalb der gegebenen Gesetze der demokratischen Verfassung. Bekennend für eine daraus entstehende Schulkultur ist die Meinungsfreiheit der Schüler_innen, die nicht nach dem Mund der Lehrkraft reden sollen, sondern durchaus im Stande sind, eigene Meinungen zu vertreten und dennoch die Lehrperson anzuerkennen und zu achten (vgl. ebd.).
1 EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik der Demokratiepädagogik als Antwort auf rechtsextreme Tendenzen und zur Notwendigkeit einer demokratischen Bildung in Schule und Alltag.
2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Theoretische Klärung zentraler Begriffe, insbesondere des Rechtsextremismus sowie verschiedener Demokratiekonzepte, mit Fokus auf Demokratie als Lebensform.
3 DEMOKRATIEPÄDAGOGIK: Erläuterung des Konzepts der Demokratiepädagogik, inklusive wichtiger Programme wie dem BLK-Programm sowie bildungstheoretischer Grundlagen.
4 SCHULE ALS DEMOKRATISCHER LEBENS- UND LERNORT: Untersuchung der Rolle der Schule bei der Umsetzung des demokratischen Bildungsauftrags und der Prävention von Rechtsextremismus.
5 DEMOKRATIE IN SCHULE UND UNTERRICHT: Analyse praktischer Umsetzungen, wie Schülerpartizipation, der Klassenrat und die methodische Gestaltung des Unterrichts.
6 DEMOKRATIEPÄDAGOGIK DURCH AUßERSCHULISCHE ANGEBOTE: Untersuchung von Experteninterviews mit außerschulischen Trägern und deren Rolle in der demokratischen Bildungsarbeit.
7 KOOPERATION VON SCHULINTERNEN UND -EXTERNEN PROJEKTEN UND MAßNAHMEN IM SINNE DER DEMOKRATIEPÄDAGOGIK: Darstellung erfolgreicher Kooperationsmodelle zwischen Schulen und außerschulischen Vereinen.
8 SCHLUSSBETRACHTUNG: Fazit zur Relevanz außerschulischer Kooperationen für ein nachhaltiges, demokratiestärkendes Lernen in der Schule.
Demokratiepädagogik, Rechtsextremismus, politische Bildung, Schule, Demokratieerziehung, Lebensform, Schülerpartizipation, Klassenrat, außerschulische Bildung, Kooperation, Bildungsauftrag, Zivilgesellschaft, Menschenwürde, Demokratie, Partizipation.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Demokratiepädagogik durch schulische und außerschulische Maßnahmen gestärkt werden kann, um rechtsextremen Einstellungen entgegenzuwirken und Schule als lebendigen demokratischen Lernort zu gestalten.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Demokratiebegriffs, die Rolle der Schule bei der Wertevermittlung, die Partizipation von Jugendlichen sowie die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern.
Ziel ist es, die Notwendigkeit einer demokratiepädagogischen Ausrichtung der Schule aufzuzeigen und Strategien zu benennen, wie durch Kooperationen mit außerschulischen Trägern demokratische Teilhabe nachhaltig gesichert werden kann.
Neben einer umfangreichen Literatur- und Theorieanalyse wurden qualitative Experteninterviews mit Vertretern zweier Bildungsvereine geführt, um die Praxis der außerschulischen Demokratiearbeit zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung demokratiepädagogischer Ansätze, die Analyse der Schulsituation sowie die Auswertung der Experteninterviews zur Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Demokratiepädagogik, Rechtsextremismusprävention, Partizipation, Schulkultur und außerschulische Bildungsarbeit beschreiben.
Der Klassenrat wird als konkretes Instrument für gelebte Partizipation hervorgehoben, durch das Schülerinnen und Schüler frühzeitig demokratische Abläufe, Meinungsbildung und Konfliktlösung im Schulalltag erlernen können.
Sie fungieren als wichtige Partner, die durch spezifische Projekttage und langfristige Kooperationen wertvolle ergänzende Impulse für eine zivilgesellschaftliche Bildung und Demokratieerfahrung in den Schulen bieten.
Die Arbeit verdeutlicht, dass Demokratiepädagogik nicht auf den reinen Politikunterricht reduziert werden darf, sondern als ganzheitlicher pädagogischer Ansatz das gesamte Schulleben durchdringen soll.
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