Bachelorarbeit, 2013
53 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kapitel 1
3. Zentrale Aspekte der Jugendphase
3.1 1.1 Wandel der Jugendphase
3.2 1.2 Aus Sicht der Soziologie
3.3 1.3 Aus Sicht der Psychologie
3.4 1.4 Aus Sicht der Pädagogik
3.5 1.5 Zwischenfazit
4. Kapitel 2
5. Bedeutung des Begriffes Identität
5.1 2.1 Interaktionstheoretisches Identitätsmodell
5.2 2.2 Psychologisches Verständnis von Identität
5.3 2.3 Aktuelle Identitätsforschung
6. Jugend und Identität – eine abschließende Zusammenführung
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, einen fundierten Überblick über die komplexe Entwicklung der Identität im Lebensabschnitt der Jugend zu geben und dabei die verschiedenen Perspektiven der Psychologie, Soziologie und Pädagogik zu beleuchten, um die tägliche Identitätsarbeit junger Menschen in einer sich wandelnden Gesellschaft besser verständlich zu machen.
1.1 Wandel der Jugendphase
Um den Wandel und die Bedeutung der Jugendphase verstehen zu können, ist ein Blick auf die Veränderungen unserer Gesellschaft und der Stellenwert von Kindern in ihr unabdingbar. So galten noch bis ins 19. Jahrhundert Kinder als Absicherung und Reichtum für Familien „in der ländlichen und handwerklichen Bevölkerung“. Sie mussten von klein auf Aufgaben in Familie und Betrieb übernehmen. Von einer Kinderbetreuung oder gar einer Ausbildung, war man zu dieser Zeit noch weit entfernt. Dies sollte sich in der Zeit der Industrialisierung, Mitte des 19. Jahrhundert, nach und nach ändern.
Durch das Aufkommen erster Sozialversicherungen und Versorgungssysteme, waren Kinder zur Absicherung des Alters immer weniger von Belang. „Im Gegenteil: Ihr Unterhalt kostete sehr viel Geld, und ihre Erziehung verlangte den Eltern erhebliche Einschränkungen und Disziplinierungen ab“. Was einer der Gründe dafür war, dass die Anzahl von Kindern und Personen, die zusammen in einem Haushalt lebten, abnahm.
Werden die Motive für eine Entscheidung für Kindern in der heutigen Gesellschaft betrachtet, so lassen sich noch größere Kontraste erkennen. Laut Hurrelmann entscheiden Eltern nicht mehr nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten für oder gegen Kinder, sondern danach, ob sie eine persönliche Bereicherung durch das Zeugen von Kindern erwarten. Zusätzlich lassen weitere Faktoren, wie beispielsweise Verhütung, eine weitaus individuellere Familienplanung als noch vor 50 Jahren zu. Dies wird z.B. im Datenreport des Statistischen Bundesamtes von 2011 sichtbar. Dieser zeigt einen deutlich steigenden Trend von kinderlosen Paaren in den letzten Jahren, ganz besonders bei Paaren mit akademischen Abschlüssen.
Zentrale Aspekte der Jugendphase: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Jugendphase hin zu einer verlängerten Lebensspanne und beleuchtet die altersspezifischen Bewältigungsaufgaben aus soziologischer, psychologischer und pädagogischer Sicht.
Bedeutung des Begriffes Identität: Hier werden zentrale theoretische Modelle zur Identitätsbildung, insbesondere der symbolische Interaktionismus und psychologische Ansätze, dargelegt, um das Verständnis für Identität als dynamischen Prozess zu schärfen.
Jugend und Identität – eine abschließende Zusammenführung: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse über Jugend und Identität zusammen und betont die Notwendigkeit einer aktiven Identitätsarbeit in einer individualisierten Risikogesellschaft.
Jugendphase, Identität, Sozialisation, Entwicklungsaufgaben, Identitätsarbeit, Individualisierung, Jugendforschung, Shell Studien, Adoleszenz, Identitätsmodell, Identitätsdiffusion, Patchworkidentität, Lebenslauf, Bewältigung, Gesellschaft.
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Jugendphase im Prozess der Identitätsbildung, wobei sie theoretische Konzepte der Sozialwissenschaften mit empirischen Daten der Shell Jugendstudien verknüpft.
Zentrale Themen sind der Wandel der Jugendphase, das Verständnis von Identität in der modernen Gesellschaft, die Bewältigungsaufgaben des Jugendalters sowie die Bedeutung von Familie, Peers und Konsum.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für den Prozess der Identitätsbildung in der Jugend zu schaffen und aufzuzeigen, wie Jugendliche ihre Identität in einer komplexen und sich wandelnden Welt konstruieren.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse basiert und diese durch die Auswertung der empirischen Ergebnisse der 16. Shell Jugendstudie in den Kontext setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Jugendphase aus drei verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen (Soziologie, Psychologie, Pädagogik) und eine fundierte theoretische sowie aktuelle Auseinandersetzung mit dem Identitätsbegriff.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Jugendphase, Identitätsarbeit, Sozialisation, Individualisierung und Entwicklungsaufgaben beschreiben.
Sie verliert zunehmend ihren Charakter als reine Experimentier- und Verschonungsphase, da Jugendliche durch den steigenden Konkurrenzdruck und die Anforderungen der Individualisierung zu einer aktiven und eigenständigen Lebensgestaltung gezwungen werden.
Dies ist ein zentraler Begriff der aktuellen Identitätsforschung, der Identität nicht mehr als starres Konstrukt begreift, sondern als einen lebenslangen, aktiven Prozess der Passungsarbeit zwischen inneren Bedürfnissen und äußeren gesellschaftlichen Anforderungen.
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