Bachelorarbeit, 2013
69 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Subjektivierung von Arbeit
2.1. Formen von Subjektivität
2.1.1. Kompensatorische Subjektivität
2.1.2. Strukturierende Subjektivität
2.1.3. Reklamierende Subjektivität
2.1.4. Ideologisierte Subjektivität
2.2. Normative Subjektivierung
3. Der Arbeitskraftunternehmer – eine mögliche gesellschaftliche Folge einer zunehmenden Subjektivierung von Arbeit
3.1. Die drei Dimensionen des Arbeitskraftunternehmers
3.1.1. Selbst-Kontrolle
3.1.2. Selbst-Ökonomisierung
3.1.3. Selbst-Rationalisierung
3.2. Kritik an der Theorie des Arbeitskraftunternehmers
4. Entgrenzung von Arbeit
4.1. Entgrenzung von Arbeit als spezielle Herausforderung für die Vereinbarkeit von „Arbeit“ und „Leben“
5. Ambivalente Folgen entgrenzter Arbeitsverhältnisse
5.1. Entgrenzung von Arbeit und deren Auswirkungen für Beschäftigte
6. Bedeutung und Wirkung der Arbeit
6.1. Die Bedürfnispyramide nach Maslow
6.2. ‚Der moderne Arbeitnehmer‘ nach Baethge
7. Einflüsse auf motivationales Verhalten von Erwerbspersonen in entgrenzten Arbeitsverhältnissen
7.1. Arbeitsmotivation
7.1.1. Die Motivtheorie
7.1.2. Die Selbstbestimmungstheorie
7.1.3. Die VIE-Theorie
7.1.4. Übertragung der Theorien der Arbeitsmotivation auf entgrenzte Arbeitsverhältnisse
7.2. Arbeitszufriedenheit
7.2.1. Die Zwei-Faktoren-Theorie
7.2.2. Das Job-Characteristic-Model
7.2.3. Das Bruggemann Modell
7.2.4. Übertragung der Theorien der Arbeitszufriedenheit auf entgrenzte Arbeitsverhältnisse
7.3. Belastung und Beanspruchung
7.3.1. Stress als Folge von Belastungen am Arbeitsplatz
7.3.2. Übertragung der Theorien zur Belastung und Beanspruchung auf entgrenzte Arbeitsverhältnisse
7.3.3. Übertragung der Stresstheorien auf entgrenzte Arbeitsverhältnisse
7.4. Identifikation und Commitment mit Organisationen
7.4.1. Identifikation
7.4.2. Übertragung von Identifikation auf entgrenzte Arbeitsverhältnisse
7.4.3. Commitment
7.4.4. Übertragung von Commitment auf entgrenzte Arbeitsverhältnisse
8. Fazit
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren das motivationale Handeln von Erwerbstätigen in entgrenzten Arbeitsverhältnissen beeinflussen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich das Zusammenspiel von individuellen Ansprüchen, neuen betrieblichen Anforderungen und psychologischen Prozessen auf die Motivation und Arbeitszufriedenheit auswirkt.
3.1.1. Selbst-Kontrolle
Die Transformationsaufgabe, d.h. das Potenzial der Arbeitenden in messbare Arbeitsleistung zu übertragen, wird dem Eigner der Arbeitskraft übergeben. In eigener Zuständigkeit formen sie ihre allgemeine Fähigkeit Arbeit zu verrichten in konkrete Leistungen und erstellen somit aus dem für den betrieblichen Gebrauch nicht verwertbaren rohen Potenzial der Arbeitsausführung, ein für die betriebliche Verwertungsinteressen hochwertiges, durch systematische Kontrollleistungen vorangerichtetes Vorprodukt (Voß, Pongratz 1998: 140). Die genannten Kontrollleistungen der Arbeitenden beziehen sich dabei sowohl auf Arbeitszeiten, Arbeitsraum, auf die soziale Komponente von Arbeit, auf eine fachlich flexible Anpassung an Arbeit und Qualifikation, als auch auf die sinnhaften und motivational basierten Faktoren bei der Arbeit; Eigenmotivation und selbstständige Sinnsetzung müssen von den Arbeitenden erbracht werden (ebenda: 141). Anstatt die Arbeit durch personale Anweisungen und organisatorische Regeln zu steuern, werden die Arbeitenden einer, durch ökonomische Randbedingungen kanalisierten, Selbststeuerung überlassen. Damit wird betriebliche Kontrolle nicht vollständig aufgelöst, sie wird abstrahiert, indem sie in Form der autonomisierten Kontrolle (vgl. Seite 5) in eine Ressourcen- bzw. Kontextsteuerung übertragen wird (Moldaschl, Voß 2003: 33).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Arbeitswelt weg von klassischen Kontrollmechanismen hin zur Subjektivierung von Arbeit als Reaktion auf neue wirtschaftliche Anforderungen.
2. Subjektivierung von Arbeit: Dieses Kapitel erläutert den Prozess, bei dem Arbeitnehmer zunehmend eigene Ansprüche an ihre Arbeit richten und die Verantwortung für Arbeitsleistungen selbst übernehmen.
3. Der Arbeitskraftunternehmer – eine mögliche gesellschaftliche Folge einer zunehmenden Subjektivierung von Arbeit: Es wird der Idealtypus des Arbeitskraftunternehmers mit seinen Dimensionen Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung und Selbst-Rationalisierung analysiert.
4. Entgrenzung von Arbeit: Das Kapitel beschreibt die Auflösung klassischer Beschäftigungsstrukturen und die damit einhergehende Vermischung von Arbeits- und Privatleben.
5. Ambivalente Folgen entgrenzter Arbeitsverhältnisse: Hier werden die Chancen und Risiken entgrenzter Arbeit, insbesondere die Ambivalenz zwischen mehr Autonomie und höherer Belastung, dargestellt.
6. Bedeutung und Wirkung der Arbeit: Es werden die psychosozialen Funktionen von Arbeit sowie die Bedürfnisstruktur des modernen Arbeitnehmers anhand von Maslow und Baethge analysiert.
7. Einflüsse auf motivationales Verhalten von Erwerbspersonen in entgrenzten Arbeitsverhältnissen: Dieser Kernteil verknüpft arbeitspsychologische Motivationstheorien, Arbeitszufriedenheitsmodelle und Stresstheorien mit den spezifischen Herausforderungen entgrenzter Arbeit.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass die Motivation in entgrenzten Verhältnissen stark von individuellen Dispositionen und der Passung zwischen Arbeit und Person abhängt.
Subjektivierung von Arbeit, Entgrenzung, Arbeitskraftunternehmer, Arbeitsmotivation, Arbeitszufriedenheit, Fehlbeanspruchung, normative Subjektivierung, Selbst-Kontrolle, Selbst-Ökonomisierung, Identifikation, Commitment, Stressmodell, moderne Arbeitswelt.
Die Arbeit untersucht das motivationale Verhalten von Erwerbstätigen, die in entgrenzten Arbeitsverhältnissen arbeiten, in denen klassische Grenzen und Kontrollmechanismen zunehmend aufgelöst sind.
Das Ziel ist es, auf Basis arbeitspsychologischer Theorien zu erklären, was Menschen unter den Bedingungen einer zunehmenden Entgrenzung von Arbeit zu Arbeit motiviert.
Zentrale Themen sind die Subjektivierung von Arbeit, der Typus des Arbeitskraftunternehmers, die psychologischen Folgen der Entgrenzung und die Mechanismen von Arbeitsmotivation und -zufriedenheit.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse arbeitssoziologischer und arbeitspsychologischer Theorien sowie die Einbeziehung empirischer Ergebnisse, insbesondere des Fehlzeitenreports 2012.
Der Hauptteil befasst sich theoretisch mit Subjektivierung und Entgrenzung, der Rolle des Arbeitskraftunternehmers sowie der Anwendung psychologischer Konzepte wie Motivations-, Zufriedenheits-, Belastungs-, Identifikations- und Commitment-Theorien auf entgrenzte Arbeitsverhältnisse.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Subjektivierung, Entgrenzung, Arbeitskraftunternehmer, Arbeitsmotivation, Arbeitszufriedenheit und psychische Beanspruchung charakterisiert.
Sie beschreibt den Arbeitenden als Akteur, der seine Arbeitskraft unter Marktbedingungen selbst organisiert, kontrolliert und rationalisiert, anstatt passiv Anweisungen zu folgen.
Die interessierte Selbstgefährdung tritt auf, wenn der Erfolg zum obersten Ziel wird und Beschäftigte dazu neigen, persönliche Grenzen (z. B. durch Verzicht auf Erholung) bei der Arbeit zu überschreiten, ohne dazu explizit angewiesen zu sein.
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