Bachelorarbeit, 2013
126 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Einordnung in den Forschungsstand
3. Einschneidende Ereignisse und die Entwicklung Bosnien und Herzegowinas seit Beginn des Jugoslawienkrieges
3.1. Prägende Kriegsereignisse in den 1990-er Jahren
3.2. Politische Entwicklungen und Konflikte in der Nachkriegszeit der Republik
4. Feindbilder in ethno-nationalistischen Konflikten
4.1. Feindbilder – Überblick über die komplexe Vielfalt theoretischer Erklärungsmuster
4.1.1. Feindbilder – Eine große Bandbreite an Definitionen bedarf interdisziplinären wissenschaftlichen Arbeitens
4.1.2. „Der Ursprung des Bösen“? Psychologische Perspektiven auf Feindbilder
4.1.3. Prägende, äußere Einflüsse auf die Einstellung von Menschen – die soziologische Perspektive auf Feindbilder
4.1.4. Feindbild Islam – Alte Ängste neu entflammt
4.2. Feindbilder bosnisch-serbischer Jugendlicher – eine diskursive Betrachtung
5. Feindbilder bosniakischer Jugendlicher – eine qualitative Untersuchung
5.1. Qualitative Forschung – Allgemeine Grundlagen und Ziele
5.2. Begründung und Art der Methode
5.2.1. Die Stichprobe
5.2.2. Die Entwicklung des Leitfadens
5.3. Der Untersuchungsverlauf
5.3.1. Die Interviewdurchführung
5.3.2. Die Datenaufbereitung
5.3.3. Die Datenauswertung
5.4. Ergebnisdiskussion
6. Fazit und Reflexion
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie die Einstellung der Nachkriegsgeneration in Bosnien und Herzegowina gegenüber ihren Mitmenschen geprägt ist und wie diese auf die zukünftige politische Stabilität sowie den angestrebten EU-Beitritt des Landes wirken könnte. Zentral ist dabei die Frage, ob politische Stabilität zukünftig durch den Abbau von Feindbildern bei jungen Menschen erreicht werden kann.
4.1.4. Feindbild Islam – Alte Ängste neu entflammt
Es gibt auch nahezu eine „Tradition“ zu einem Feindbildmuster – dem Feindbild Islam. Dieses Feindbild hält sich zäh, hat einen lang zurückliegenden Ursprung und ist immer wieder – genauso wie nahezu alle Feindbilder – neu erweckt worden. Dieser Aspekt ist wesentlich für die Betrachtung, da Feindbilder auf bosnisch-serbischer Seite sich anhand der im Folgenden Beschrieben Muster entwickeln haben können.
In dem berühmten, aber umstrittenen Aufsatz „The clash of civilizations“ erklärte der Politikwissenschaftler Samuel Huntington bereits 1993 erhöhtes Konfliktpotenzial entlang religiöser Trennungslinien, bzw. an Orten an denen unterschiedliche Kulturkreise aufeinandertreffen. Dabei zieht er auch das Beispiel des Bosnienkrieges heran, bei dem der slawisch-orthodoxe auf den islamischen Kulturkreis trifft. (Vgl. Huntington 1993: 33).
Obwohl die Differenzierung und die Thesen von Huntington rassistische Züge aufweisen und von eurozentrisch geprägt sind, findet die Perspektive wiederholt Beachtung, besonders wenn es um die Legitimation politischer Prozesse geht, aber auch bei der Diskussion von Konflikten zwischen Kulturen.
Es gibt auch weitere hintergründige Überlegungen zu der Entstehung und des Feindbildes Islam. Die historischen Ursprünge dieses Feindbildes sind vielfältig: Angst vor Machtverlust christlicher Werte, verfeindete Weltansichten, Provokationen und gewaltsame Auseinandersetzung prägten immer wieder die Erfahrungen von Generationen seit einem halben Jahrtausend (vgl. Steinbach 2008: 56f.).
Auch wirtschaftliche Konkurrenzereignisse, wie die Ölkrise 1973 und wiederholte Kriege und Konflikte im Nahen Osten, die in Verbindung mit extremistischen Parteien standen brannten sich in das gesellschaftliche Gedächtnis ein. Nachdem die Berliner Mauer fiel und die politische Systemfrage irrelevant wurde, gewannen religiöse Auseinandersetzungen wiederholt an Bedeutung, damit einhergehend wurden progressive und moderne Entwicklungen ignoriert. (Vgl. Steinbach 2008: 62ff.)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die komplexe politische Lage in Bosnien und Herzegowina nach dem Krieg und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Stabilität durch den Abbau von Feindbildern bei der jungen Generation.
2. Einordnung in den Forschungsstand: Das Kapitel bietet einen Überblick über bestehende Literatur zu Feindbildern, dem Jugoslawienkrieg und den Folgen des Dayton-Abkommens, wobei eine Forschungslücke bezüglich der jungen Generation identifiziert wird.
3. Einschneidende Ereignisse und die Entwicklung Bosnien und Herzegowinas seit Beginn des Jugoslawienkrieges: Hier werden die wesentlichen kriegerischen Ereignisse der 1990er Jahre und die darauf folgenden, bis heute schwierigen politischen Entwicklungen des Landes zusammengefasst.
4. Feindbilder in ethno-nationalistischen Konflikten: Dieses Kapitel erläutert theoretische Hintergründe zur Entstehung von Feindbildern, unterteilt in anthropologische, psychologische und soziologische Perspektiven, und wendet diese auf den bosnisch-serbischen Kontext an.
5. Feindbilder bosniakischer Jugendlicher – eine qualitative Untersuchung: Der empirische Teil beschreibt die qualitative Methodik und führt die Ergebnisse der Interviews mit bosniakischen Jugendlichen in Sarajevo, Zenica und Visoko auf.
6. Fazit und Reflexion: Dieses Kapitel resümiert die Erkenntnisse aus Theorie und qualitativer Untersuchung und gibt Empfehlungen für die Politikwissenschaft sowie die internationale Politik zur weiteren Friedenskonsolidierung.
7. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Publikationen aufgelistet.
Bosnien und Herzegowina, Nachkriegsgeneration, Feindbilder, ethnische Konflikte, Friedenskonsolidierung, qualitative Forschung, Sozialisation, Dayton-Abkommen, politische Stabilität, Identitätsbildung, Religion, Vorurteile, Nationalismus, Medien, Jugend.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Feindbildern innerhalb der sogenannten Nachkriegsgeneration in Bosnien und Herzegowina und untersucht, wie diese Einstellungen die Zukunftsfähigkeit und politische Stabilität des Landes beeinflussen.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Feindbildern, die Auswirkungen des Jugoslawienkrieges auf die heutige Gesellschaft, die Rolle von Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, Medien) und die politische Lage nach dem Dayton-Abkommen.
Das primäre Ziel ist es, zu diskutieren, ob politische Stabilität in Bosnien und Herzegowina langfristig durch den Abbau von Feindbildern bei der jungen Generation erreicht werden kann.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer qualitativen empirischen Untersuchung, bei der problemzentrierte Interviews mit bosniakischen Jugendlichen geführt und nach Meyring analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung des Feindbildbegriffs aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven und einen empirischen Teil, der durch die Auswertung von Interviews Einsichten in die Lebenswelt bosniakischer Jugendlicher gewährt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bosnien und Herzegowina, Nachkriegsgeneration, ethnische Konflikte, Feindbilder, Sozialisation, Identitätsbildung und Friedenskonsolidierung.
Ziel war es, eine spezifische ethnische Perspektive induktiv zu untersuchen, um nach der theoretischen Betrachtung eine qualitative Erhebung als Gegenstück zu bilden und Einblicke in Einstellungen zu erhalten, die nicht mehr durch eigene Kriegstraumata geprägt sind.
Dieses Schulmodell wird als kritisch bewertet, da es die ethnische Trennung institutionalisiert, den Kontakt zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Ethnien verhindert und somit negative Stereotype und Vorurteile im Alltag verfestigen kann.
Die interviewten Jugendlichen nehmen Medien, insbesondere Fernsehen und Internet, als häufig nationalistisch und einseitig wahr, äußern jedoch gleichzeitig die Befürchtung, dass diese gezielt instrumentalisiert werden, um die Meinung der Bevölkerung zu beeinflussen.
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