Examensarbeit, 2012
103 Seiten, Note: 1,0
1 KUNSTVERMITTLUNG IM PRIMARBEREICH
1.1 Zum Begriff der Kunstvermittlung
1.2 Chancen und Ziele der Kunstvermittlung
1.3 Rezeptionsmodell nach Bettina Uhlig
1.3.1 Rezeptive Voraussetzungen der Grundschüler
1.3.1.1 Kognitive Entwicklung
1.3.1.2 Soziale Entwicklung
1.3.1.3 Persönlichkeitsentwicklung
1.3.1.4 Zusammenfassung
1.3.2 Phasen des Rezeptionsmodells
1.3.2.1 Einstieg
1.3.2.2 Vertiefte Rezeption
1.3.2.3 Transformation
1.4 Werkstattunterricht als eine Methode der Kunstvermittlung im Fach Bildende Kunst
1.5 Zusammenfassung und Fazit
2 KINDER UND TIERE – EINE BESONDERE BEZIEHUNG
2.1 Das Tier in der Lebenswelt des Kindes
2.2 Kind-Tier-Beziehung
2.2.1 Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier – Begegnung und Einstellung des Kindes
2.2.2 Bevorzugung und Abneigung von bestimmten Tieren
2.2.3 Zusammenfassung und Fazit: Tierbilder im Kunstunterricht
2.3 Das Tier im Kontext der Kinderzeichnung
2.3.1 Der bildnerische Entwicklungsverlauf des Kindes
2.3.2 Bildanalyse "Pferdedarstellungen" – Von der Kritzelstufe bis zum schematisierenden Zeichnen
2.3.3 Zusammenfassung und Fazit: Der bildnerische Standpunkt des Grundschulkindes
3 EINE STRATEGIE DER KUNSTVERMITTLUNG AM BEISPIEL DES WERKSTATTUNTERRICHTS „DAS TIER IN DER KUNST“
3.1 Zum Begriff der Tierdarstellung
3.2 Grundschulspezifische Aufbereitung: Das Tierbild im Kontext unterschiedlicher Funktionen – Schwerpunkt Malerei
3.2.1 Das Tier als Symbolträger
3.2.1.1 Christliches Symbol
3.2.1.2 Machtsymbol
3.2.1.3 Treuesymbol
3.2.1.4 Mystisches Symbol
3.2.2 Das Tier als Bildmotiv
3.2.2.1 Jagdstück
3.2.2.2 Pferderennen
3.2.2.3 Landschaftsmalerei
3.2.2.4 Tierportrait
3.2.2.5 Tierabbreviatur
3.2.2.6 Genremalerei
3.2.2.7 Das exotische Tier
3.3.3 Das Tier als Hauptthema einzelner Künstler am Beispiel Franz Marcs
3.3.3.1 Zur Bedeutung des Tieres in den Bildern Marcs
3.3.3.2 Zwei Werkbetrachtungen: „Das blaue Pferdchen“ und „Reh im Klostergarten“
3.3.4 Fazit
Die Arbeit untersucht das Potenzial des Tiermotivs als Schlüssel zur Kunstvermittlung im Primarbereich. Ziel ist es, grundschulspezifische Strategien für einen motivierenden Kunstunterricht zu entwickeln, die auf der natürlichen Faszination von Kindern für Tiere basieren und diese für eine vertiefte ästhetische Auseinandersetzung nutzbar machen.
1.1 Zum Begriff der Kunstvermittlung
Die Vermittlung von Kunst findet nicht nur im schulischen Rahmen, sondern auch in der kunstpädagogischen Arbeit von Museen und Vermittlungsangeboten verschiedener Institutionen statt (z.B. an Kindertagesstätten, Volkshochschulen, Universitäten). Die Begriffe Kunstvermittlung und Kunstrezeption müssen klar voneinander unterschieden werden.
Kunstvermittlung ist ein interaktiver Vorgang, der zwischen Vermittler, Kunstwerk und Betrachter stattfindet. Die Rezeption, lateinisch für „Aufnahme“, bezeichnet den Prozess der Aneignung eines Kunstwerkes aus den Bereichen Kunst, Literatur und Musik durch einen Betrachter, genauer Rezipienten. Der Maler und Objektkünstler Marcel Duchamp stellte bereits 1957 fest, dass „ein Werk [erst] vollständig von denjenigen gemacht wird, die es betrachten [...].“ Duchamp spricht dem Rezipienten eine aktive und kreative Funktion zu. Das Kunstwerk wird erst durch den Akt der Rezeption zu einem solchen gemacht. Die individuelle Bedeutung und der Sinn eines Kunstwerkes setzen sich aus dem Erwartungshorizont und der situativen, als auch der soziokulturell geprägten Empfänglichkeit des Rezipienten zusammen. Bildung und Geschmack prägen das persönliche Verständnis und somit auch den Zugang zur Kunst. Im Hinblick auf die Arbeit mit jungen Rezipienten in der Grundschule ist vor allem der Entwicklungsstand des Kindes von Bedeutung. Auf die rezeptiven Fähigkeiten von Grundschulkindern werde ich zu einem späteren Zeitpunkt vertiefend eingehen (→ 1.3.1).
Die Rezeption von Kunst meint in erster Linie den kognitiven Aufnahme- und Verstehensprozess. Im Teilrahmenplan wird der Kunstunterricht allgemein in rezeptive und produktive Tätigkeiten unterteilt. Unter rezeptive Tätigkeiten fallen solche, die während des Betrachtens auftreten, das heißt im engeren Sinne: selektieren, differenzieren und verstehen. Die produktiven Tätigkeiten sind: erproben und einbeziehen vielfältiger künstlerischer Techniken und Verfahren. Nach neuestem kunstwissenschaftlichen Erkenntnisstand beinhaltet „Rezeption“ eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk, das bedeutet nicht nur auf denkender, sondern auch auf handelnder Ebene. Beide Tätigkeiten, rezeptiv und produktiv, werden demnach zur Vermittlung von Kunst während des Rezeptionsprozesses eines Kunstwerkes gemeinsam eingesetzt.
1 KUNSTVERMITTLUNG IM PRIMARBEREICH: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kunstvermittlung und stellt das Rezeptionsmodell von Bettina Uhlig sowie die methodischen Grundlagen des Werkstattunterrichts vor.
2 KINDER UND TIERE – EINE BESONDERE BEZIEHUNG: Hier werden die biologischen und entwicklungspsychologischen Hintergründe der Faszination von Kindern für Tiere sowie deren bildnerischer Ausdruck in der Kinderzeichnung analysiert.
3 EINE STRATEGIE DER KUNSTVERMITTLUNG AM BEISPIEL DES WERKSTATTUNTERRICHTS „DAS TIER IN DER KUNST“: In diesem Kapitel wird das Tier als inhaltlicher Schwerpunkt für den Werkstattunterricht genutzt, um kunsthistorische Werke als Symbole oder Bildmotive für Kinder aufzubereiten.
Kunstvermittlung, Primarbereich, Grundschule, Werkstattunterricht, Kunstrezeption, Kind-Tier-Beziehung, Tierdarstellung, Kinderzeichnung, Bettina Uhlig, Bildanalyse, Symbolik, ästhetische Bildung, Franz Marc, Rezeptionsmodell, Kunstunterricht.
Die Arbeit befasst sich mit der Vermittlung von Kunst an Grundschulkinder, wobei das Motiv des Tieres als zentraler Ankerpunkt für den Zugang zu Kunstwerken dient.
Die Arbeit verknüpft kunstpädagogische Vermittlungstheorie mit entwicklungspsychologischen Erkenntnissen zur Kind-Tier-Beziehung und analysiert, wie diese Verbindung für den Kunstunterricht produktiv genutzt werden kann.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Tiermotiv als „Schlüssel zur Kunst“ fungieren kann, um Grundschulkindern den Zugang zu historischer und zeitgenössischer Kunst zu erleichtern.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit kunstpädagogischen Fachdiskursen, die Auswertung von Rezeptionsmodellen und die exemplarische Analyse von Kinderzeichnungen sowie kunsthistorischen Bildbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel: Grundlagen der Kunstvermittlung, die Analyse der Kind-Tier-Beziehung und die praktische Strategie der „Werkstattunterrichts“ anhand konkreter Bildanalysen zum Thema Tier in der Kunst.
Zentrale Begriffe sind Kunstvermittlung, Rezeptionskompetenz, entwicklungspsychologische Grundlagen, ästhetische Erfahrung und das Tiermotiv als Identifikationsmerkmal.
Das Modell dient als didaktische Basis, um den Lernprozess der Kinder in Phasen (Einstieg, Rezeption, Transformation) zu strukturieren und an den individuellen Entwicklungsstand anzupassen.
Kinder haben einen natürlichen, emotionalen Zugang zu Tieren. Diese „biologische Nähe“ wirkt identitätsstiftend und motivierend, was Hemmschwellen gegenüber komplexen Kunstwerken abbaut.
Die Kinderzeichnung dient als Diagnoseinstrument für den bildnerischen Entwicklungsstand, um zu verstehen, wie Kinder die Welt sehen und welche formalen Mittel sie zur Darstellung nutzen.
Der Werkstattunterricht ermöglicht handlungsorientiertes und selbstgesteuertes Lernen, was es Kindern erlaubt, sich Kunstwerke individuell und ohne Leistungsdruck zu erschließen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

