Magisterarbeit, 2004
121 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Historischer Rückblick auf die Entwicklung verschiedener subkultureller Phänomene bis hin zu Punk
2.1 Vorläufer
2.1.1 Teddyboys und Halbstarke
2.1.2 Mods
2.1.3 Skinheads
2.1.4 Punk
2.2 Geschichte des Punk
2.2.1 Garage-Punk
2.2.2 Vorläufer/Protopunk in den USA
2.2.3 The Sex Pistols und die Entwicklung des Punk in England
2.3 Weiterentwicklung des Punk weltweit
2.3.1 Punk in Deutschland
2.3.2 Punk’s Not Dead
2.3.3 Für immer Punk?
3. Überblick über verschiedene Subkulturtheorien im Rahmen der Chicago School und der Birmingham Tradition
3.1 Was ist Subkultur?
3.1.1 Der Subkulturbegriff
3.1.2 Subkultur und Gesellschaft
3.1.3 Das Problem einer Definition von Subkultur
3.1.4 Mögliche Alternativen zum Subkulturbegriff
3.2 Entwicklung und zentrale Inhalte verschiedener Subkulturtheorien
3.2.1 Ansätze der Chicago School
3.2.2 Ansätze der Cultural Studies
3.3 Subkulturelle Stile
3.3.1 Stil als bricolage
3.3.2 Die Kommerzialisierung subkultureller Stile
3.4 „Reworking Subculture“: Neuere Ansätze innerhalb der Cultural Studies
3.4.1 Kritik an älteren Ansätzen
3.4.2 Die Bedeutung subkulturellen Kapitals und die Rolle der Medien
3.4.3 Subkulturelle Substanz
3.4.4 Postmoderne Subkulturen ?
4. Stilelemente der Punksubkultur
4.1 Etymologie des Begriffes ‘Punk’
4.2 Musik
4.2.1 Allgemeine musikalische Merkmale
4.2.2 Texte
4.2.3 Verschiedene musikalische Strömungen des Punk-Rock
4.2.4 Verbreitung
4.3 Äußere Erscheinung
4.3.1 Kleidung
4.3.2 Accessoires und Make -Up
4.3.3 Frisuren
4.4 Ideologische Aspekte innerhalb des subkulturellen Phänomens Punk
4.4.1 Abgrenzung und Toleranz
4.4.2 Punk als Negation und Kritik
4.4.3 Politische Aspekte innerhalb des subkulturellen Phänomens Punk
4.4.4 D.I.Y.
5. Subkulturelle Identität als diskursive Praxis
5.1 Subkulturelle Identität und Differenz
5.1.1 Individualität als Ressource für subkulturelle Identität
5.1.2 Insider und Outsider
5.1.3 Individualität und Gruppenzugehörigkeit
5.2 Punk ist nicht gleich Punk
5.2.1 Interne Hierarchisierung
5.2.2 Verschiedene Auffassungen von Punk
5.2.3 Punk und Authentizität
5.3 Punk im öffentlichen Diskurs
5.3.1 Punk in den Medien
5.3.2 Punk und die Öffentlichkeit, Selbst- und Fremdzuschreibungen
5.3.3 Chaostage
5.4 Punk (vs.) Mode
5.4.1 Punk und Kommerz
5.4.2 Subkulturelle Unternehmen
5.5 Punk und Konsum
5.5.1 Konsumpräferenzen
5.5.2 Konsum und subkulturelles Kapital
5.6 Interner Diskurs
5.6.1 Selbstkritische Tendenzen
5.6.2 Punk und sellout
5.6.3 Punk im Fernsehen
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Punk als Subkultur, um zu analysieren, welche stilistischen, ideologischen und individuellen Faktoren subkulturelle Identitäten konstituieren und wie sich diese Identitäten durch Konsumpraktiken sowie interne und externe Diskurse verhandeln. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie trotz zunehmender Kommerzialisierung eine autonome Identität als Subkulturangehöriger geschaffen und aufrechterhalten werden kann.
2.2.3 The Sex Pistols und die Entwicklung des Punk in England
In Großbritannien, allem voran London, wurde Punk schnell zu einem, neben der Musik auch Modeaspekte mit einschließenden subkulturelles Phänomen. Hierzu Hebdige:
„Although groups like London SS had prepared the way for punk throughout 1975, it wasn’t until the appearance of the Sex Pistols that punk began to emerge as a recognizable style”(Hebdige 1997: 142).
Dem subkulturellen Stil wurde derzeit nicht nur in Akademikerkreisen einiges Potential zugeschrieben. Auch die Jugendlichen selbst suchten nach neuen Ausdrucksformen. Die konservative politische Situation in Großbritannien in den 70er Jahren dürfte ebenfalls eine nicht unbedeutende Rolle innerhalb der Entstehungsgeschichte der Punk Bewegung gespielt haben.
Der Punkstil setzte sich zunächst aus verschiedenen Elementen vorangegangener Subkulturen zusammen und wurde nicht unmaßgeblich beeinflusst von Malcolm McLaren, der, zunächst während eines USA-Aufenthalts das Management für die New York Dolls übernahm, die ‚Punk-Idee’ importierte und nach seiner Rückkehr nach England zum selbst ernannten Manager der Sex Pistols avancierte. Zu Beginn der Punksubkultur wurden Stilelemente des Glitter Rock (Faulstich 1986) vermischt mit dem der Teds und des zuvor in New York entstandenen Avantgarde Punk.
„Strands from David Bowie and glitter-rock were woven together with elements from american proto-punk (the Ramones, the Heartbreakers, Iggy Pop, Richard Hell), from that faction within London pub-rock (the 101ers, the Gorillas, etc.) inspired by the mod subculture of the 60s,(...) from northern soul and from reggae” (Hebdige 1979: 25).
Wo der amerikanische Punkstil eher minimalistische Ästhetik aufwies (Jeans, Lederjacken und Chucks, einfache Turnschuhe aus Leinen, vgl. Abb. 1), wurde der Punkstil in England zu einer provokativen, bunten und zusammengeflickten bricolage (Levi-Strauss 1966), „(…) literally safety-pinned together, (…)“ (Hebdige 1979, S.26).
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, das Phänomen Punk hinsichtlich seiner prägenden Elemente und Faktoren der Identitätsbildung zu untersuchen und theoretisch einzuordnen.
2. Historischer Rückblick auf die Entwicklung verschiedener subkultureller Phänomene bis hin zu Punk: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext der Entstehung von Punk, beginnend bei Vorläufern wie Teddyboys und Mods, bis hin zur Etablierung als globale Subkultur.
3. Überblick über verschiedene Subkulturtheorien im Rahmen der Chicago School und der Birmingham Tradition: Es werden theoretische Ansätze zur Subkulturforschung diskutiert, die als Grundlage für das Verständnis von Stilen, Widerstand und Identität dienen.
4. Stilelemente der Punksubkultur: Hier werden die materiellen und ästhetischen Merkmale wie Musik, Mode und die D.I.Y.-Ethik als Bestandteile der Punk-Identität analysiert.
5. Subkulturelle Identität als diskursive Praxis: Das Kapitel beleuchtet, wie subkulturelle Identität durch Konsum, öffentliche Diskurse und Abgrenzungsprozesse aktiv als diskursive Praxis konstruiert wird.
6. Schluss: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Widerstandsfähigkeit sowie die interne Vielschichtigkeit des Punkphänomens trotz seiner medialen und kommerziellen Einbindung.
Punk, Subkultur, Identität, Cultural Studies, Chicago School, Stil, bricolage, D.I.Y., Kommerzialisierung, subkulturelles Kapital, Widerstand, Sex Pistols, Konsum, Authentizität, Jugendkultur.
Die Arbeit untersucht das subkulturelle Phänomen Punk und analysiert, welche stilistischen, ideologischen und individuellen Faktoren für die Identitätsbildung in dieser Szene maßgeblich sind.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese des Punk, der theoretischen Subkulturforschung, der Bedeutung von Stil als Distinktionsmerkmal sowie der Wechselwirkung zwischen Subkultur, Konsum und kommerzieller Verwertung.
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Punks ihre subkulturelle Identität durch eigene Praktiken konstruieren und wie sie sich im Spannungsfeld zwischen Rebellion gegen den Mainstream und der Kommerzialisierung ihrer Kultur behaupten.
Es wird ein interdisziplinärer Ansatz gewählt, der wissenschaftliche Literatur zu Subkulturtheorien mit der Analyse von eigenen Recherchen, Fanzines, Songtexten und Interviews verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung (Chicago School/Cultural Studies), die Analyse der Stilelemente (Musik, Mode, D.I.Y.) sowie die Untersuchung der Identitätsbildung als diskursive Praxis im Kontext von Medien und Konsum.
Zentrale Begriffe sind subkulturelles Kapital, bricolage, Authentizität, Sellout, hegemoniale Strukturen und die Dynamik der Identitätskonstitution.
Diese Differenzierungen innerhalb der Szene verdeutlichen, dass Punk keine homogene Gruppe ist, sondern dass sich die Akteure durch unterschiedliche Grade des Engagements und der Kapitalaneignung intern hierarchisieren und abgrenzen.
Das Internet fungiert als wichtiges Kommunikationsmedium, das einerseits zur Organisation der Szene und zur Verbreitung politischer Gegenöffentlichkeit genutzt wird, aber auch zur Verbreitung von Klischees und kommerziellen Einflüssen beitragen kann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

