Masterarbeit, 2011
108 Seiten, Note: 1,3
EINLEITUNG
I. THEORETISCHER, HISTORISCH-POLITISCHER UND RECHTLICHER RAHMEN
1. THEORETISCHER RAHMEN
1.1 Das Konzept der ‚indigenous peoples’ im internationalen Recht
1.2 Wer sind die ‚indigenous peoples’?
1.3 Adam Kupers „The return of the native”
1.4 Fazit
2. HISTORISCH-POLITISCHER RAHMEN
2.1 Die Ethnisierung der philippinischen Gesellschaft
2.2 Die Politisierung ethnischer Identitäten während der Marcos-Herrschaft
2.3 Die Anerkennung ‚indigener Rechte’ in den Philippinen - die Post-Marcos Ära
2.4 Politische Ordnung
2.5 Fazit
3. DER INDIGENOUS PEOPLES RIGHTS ACT
3.1 Allgemeine Bestimmungen
3.2 Das Recht auf Ahnenland und Ancestral Domain
3.3 Das Recht auf Selbstbestimmung und Selbstregierung
3.4 Das Recht auf free and prior informed consent
3.5 National Commission on Indigenous Peoples
3.6 Kritik
3.6.1 Generalisierungen und Homogenisierungen
3.6.2 Einschränkungen und Limitierungen – Supreme Court-Entscheidungen
3.6.3 Überschneidung von Rechtsansprüchen und weitere Kritikpunkte
3.6.4 Free and prior informed consent. Ein Instrument des Empowerment?
3.6.5 National Commission on Indigenous Peoples. Eine Behörde zum Schutz ‚indigener Rechte und Interessen’?
3.7 Fazit
II. FALLBEISPIEL: DIE SUBANON VOM MT. CANATUAN UND IHR STREBEN NACH SELBSTBESTIMMUNG UND SELBSTREGIERUNG SOWIE RECHTSSICHERHEIT FÜR IHR ANCESTRAL DOMAIN
4. ETHNOGRAPHISCHES SETTING
4.1 Einleitung
4.2 Wirtschaftsweise & Landkonzept
4.3 Gesellschaftliche Organisation
4.4 Gewohnheitsrecht
4.5 Orale Geschichte der Siocon Subanon
5. DIE SUBANON VOM MT. CANATUAN UND IHR STREBEN NACH SELBSTBESTIMMUNG UND SELBSTREGIERUNG SOWIE RECHTSSICHERHEIT FÜR IHR ACESTRAL DOMAIN
5.1 Ausgangslage
5.2 Die Durchsetzung des Canatuan Projekts: Militarisierung und Manipulierung
5.2.1 Militarisierung
5.2.2 Manipulierung oder „Wer sind die ‚rechtmäßigen’ Subanon?“
5.2.3 Probleme / Zwischenfazit
5.3 Die Inanspruchnahme des Gewohnheits- und des internationalen Rechts
5.3.1 Die Einschaltung des ‚Gukom der sieben Flüsse’
5.3.2 Die Einschaltung des UN-Committee on the Elimination of Racial Discrimination
5.3.3 Die Anerkennung der traditionellen Führungsstruktur und die Aussöhnung der Subanon vom Mt. Canatuan
5.3.4 Probleme / Zwischenfazit
5.4 Die Rolle der NGOs
SCHLUSSBETRACHTUNGEN
AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit des philippinischen "Indigenous Peoples Rights Act" (IPRA) als Instrument zum Schutz der Rechte indigener Gemeinschaften. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob dieses Gesetz tatsächliche Empowerment-Prozesse ermöglicht oder lediglich neue bürokratische Hürden und Abhängigkeiten schafft, besonders wenn indigene Landrechte mit staatlichen und unternehmerischen Interessen in Konflikt geraten.
Die Ethnisierung der philippinischen Gesellschaft
Trotz des gemeinsamen malaiischen, austronesisch-sprachigen Ursprungs lassen sich die inzwischen geschätzt mehr als 100 Millionen Einwohner der Philippinen, als Konsequenz aus der kolonialen Geschichte des Landes, in drei Bevölkerungsgruppen unterteilen: ‚mainstream’ Filipinos oder Christen, ‚Moros’ oder Muslime sowie zahlreiche ‚indigene Gruppen’, die als ‚indigenous peoples’ oder ‚indigenous cultural communities’ bezeichnet werden. Erstere stellen die ökonomisch und politisch dominante, römisch-katholisch geprägte Mehrheitsbevölkerung, die heute über 80 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Sie sind überwiegend Küsten- und Tieflandbewohner, deren Vorfahren während der spanischen und amerikanischen Kolonialzeit christianisiert und verwestlicht wurden.
Die Muslime, deren Bevölkerungsanteil etwa bei fünf Prozent liegt, bewohnen vorwiegend die Küsten- und Tieflandregionen im südwestlichen und zentralen Mindanao, der Sulu-See und im südlichen Palawan. Bereits vor Ankunft der Spanier waren sie in Sultanaten organisiert und widersetzten sich erfolgreich der Kolonialisierung durch Spanier und Amerikaner bis etwa 1913, wodurch für mehrere Jahrhunderte eine faktische Trennung dieser Gebiete vom Rest der Philippinen bestand. Die Muslime setzen sich aus zehn ethnolinguistischen Gruppen zusammen. Die drei zahlenmäßig bedeutendsten sind die Maguindanaon am Pulangi Fluss in Zentralmindanao, die Marano am Lanao See und die Tausug auf Jolo.
1. THEORETISCHER RAHMEN: Dieses Kapitel verortet das Konzept indigener Völker im internationalen Recht und setzt sich kritisch mit Adam Kupers theoretischer Debatte über Indigenität auseinander.
2. HISTORISCH-POLITISCHER RAHMEN: Der Abschnitt erläutert, wie koloniale Landpolitik und die Marcos-Diktatur zur Ethnisierung und Marginalisierung der philippinischen Minderheiten führten, was die Grundlage für die spätere IPRA-Gesetzgebung bildete.
3. DER INDIGENOUS PEOPLES RIGHTS ACT: Hier werden die Kernelemente des IPRA, wie das Recht auf Ahnenland und das FPIC-Verfahren, detailliert analysiert sowie die Kritik an der Umsetzung und den staatlichen Behörden dargestellt.
4. ETHNOGRAPHISCHES SETTING: Dieses Kapitel führt in die Lebensweise der Subanon ein, beschreibt deren Landkonzept, die gesellschaftliche Organisation und die Bedeutung des Gewohnheitsrechts.
5. DIE SUBANON VOM MT. CANATUAN...: Die Fallstudie analysiert den konkreten Konflikt der Subanon mit einem Bergbauunternehmen, beleuchtet die Rolle von Militarisierung, Manipulierung von Führungsstrukturen und den Weg der Versöhnung durch lokales Recht.
IPRA, Subanon, indigene Rechte, Ancestral Domain, Philippinen, Bergbau, Selbstbestimmung, Gewohnheitsrecht, Marginalisierung, FPIC, NCIP, Landrechte, Postkolonialismus, Mt. Canatuan, Empowerment.
Die Arbeit analysiert die Effektivität des philippinischen Gesetzes zum Schutz indigener Völker (IPRA) anhand theoretischer Diskurse und eines konkreten Fallbeispiels aus der Praxis.
Zentrale Themen sind die theoretische Definition indigener Rechte, die historische Marginalisierung indigener Gruppen auf den Philippinen und der Konflikt zwischen indigenen Landrechten und unternehmerischen Bergbauinteressen.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, ob das IPRA tatsächlich indigene Gemeinschaften stärkt oder ob staatliche und wirtschaftliche Strukturen die Rechte dieser Gruppen weiterhin untergraben.
Die Arbeit kombiniert eine juristisch-politische Analyse des IPRA mit einer ethnographischen Fallstudie (Subanon vom Mt. Canatuan), unter Verwendung von NGO-Berichten, juristischen Urteilen und einschlägiger Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische und rechtliche Einordnung des IPRA sowie eine detaillierte ethnographische und konfliktorientierte Untersuchung des Falls am Mt. Canatuan.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie indigene Rechte, IPRA, Subanon, Marginalisierung, Ancestral Domain und das FPIC-Verfahren charakterisiert.
Das Gewohnheitsrecht dient den Subanon als traditionelles Instrument zur Konfliktlösung und zur Definition legitimer Führungsstrukturen, was im Konflikt gegen externe Akteure als Verteidigungslinie genutzt wird.
Das Versöhnungsritual fungierte als spiritueller und sozialer Akt, der half, die durch staatliche Manipulation verursachte Spaltung innerhalb der Subanon-Gemeinschaft zu heilen und die Anerkennung traditioneller Anführer wiederherzustellen.
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