Masterarbeit, 2013
96 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
I Genderspezifische Besonderheiten – Der Blick der Gesellschaft auf die Frau
2 Lebenswelt und Sozialisation
2.1 Geschlechterspezifische Sozialisation
2.2 Gesellschaftliche Rolle der Frau
3 Kriminalität von Frauen und Mädchen
3.1 Genese über delinquentes Verhalten von Mädchen und Frauen
3.2 Entwicklung der Frauenkriminalität nach den Daten der PKS
3.3 Das Meinungsbild der „kriminellen Frau“ in der Gesellschaft
II Über den Umgang selektiver Sanktionierung und Kriminalisierung straffälliger Frauen
4 Geschlechterdifferenzierung in der Strafverfolgung und Sanktionierung
5 „Frauenbonus“ auf justizieller Ebene
III Genderspezifische Besonderheiten in der Kriminalprävention
6 Genderspezifische primärpräventive Arbeit mit Mädchen
6.1 Mädchenarbeit in der offenen Kinder-und Jugendarbeit
6.2 Primärpräventive Angebote im Raum Braunschweig
6.2.1 Ausgewählte Konzepte zur Mädchenarbeit im Raum Braunschweig
6.2.1 Exkurs: „Mädchencafe Luzie“
7 Genderspezifische sekundärpräventive Arbeit mit gefährdeten Frauengruppen
7.1 Schuldenregulierung
7.2 Drogenberatung
8 Tertiäre Kriminalprävention unter Berücksichtigung der Genderproblematik
8.1 Maßnahmen für straffällig gewordene Mädchen und Frauen in Haft
8.2 Tertiäre Präventionsmaßnahmen nach Haftentlassung
8.2.1 Im Allgemeinen über frauenspezifische Hilfeformen nach Haftentlassung
8.2.2 Exkurs: „STARTKLAR konkret“
IV Ausblick
9 Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze
10 Fazit
11 Quellen
Diese Arbeit untersucht die Kriminalprävention bei Mädchen und Frauen unter besonderer Berücksichtigung genderspezifischer Rollenbilder und Sozialisationserfahrungen. Ziel ist es, die Wirksamkeit präventiver Ansätze zu ergründen und die Frage zu klären, ob der oft postulierte „Frauenbonus“ in der Strafverfolgung empirisch haltbar ist oder ob straffällige Frauen durch spezifische gesellschaftliche Strukturen andersartig marginalisiert werden.
2.1 Geschlechterspezifische Sozialisation
Nach der Geburt gibt es für einen Menschen nur einen kurzen Moment, bevor er unbewusst in seine Geschlechterrolle als Mädchen oder Junge geführt wird, welche einen ebenso signifikanten Stellenwert in die Sozialisation einnehmen wird. Die hohe Signifikanz rührt dabei wohl vor dem Hintergrund, dass das Geschlecht aufgrund seiner innerlichen biologischen Gegebenheiten ähnlich wie auch andere Merkmale, wie die ethnische Herkunft oder die Hautfarbe, Faktoren sind, die unveränderbar sind und somit einen großen Einfluss in den Sozialisationsprozess nehmen können (Niederbacher; 2011:159).
Sozialisation beschreibt einen Prozess der „Einordnung des (heranwachsenden) Individuums in die Gesellschaft und die damit verbundene Übernahme gesellschaftlich bedingter Verhaltensweisen durch das Individuum“ (Duden). Im Hinblick auf die Unterschiedlichkeit, aus biologischer Sicht, scheint dabei die Wirkung auf geschlechterspezifische Sozialisation uneinheitlich. Demnach verlaufen Sozialisationsprozesse von Mädchen und Frauen anders als die der Jungen und Männer (Soudani; 2013:58). Dies könnte unter anderem mit dem Eingangs angesprochenen unterschiedlichem Reaktionsverhalten der Umwelt auf die Geschlechterrolle zusammenhängen. So lässt sich bereits im Säuglingsalter feststellen, dass den Mädchen ein anderes Verhalten beigemessen wird als den Jungen. Daran anknüpfend lassen sich Rollenerwartungen sowie Interpretationen auf gezeigtes Verhalten in der Interaktion bereits ab dem Säuglingsalter beobachten (Bilden; 1991:282). Diese Annahme wird unterstützt durch diverse „Baby- X“ Studien, welche seit den 70er Jahren der Frage nach Geschlechterunterschiede und der Annahme, dass diese einer Wahrnehmungstäuschung unterliegen, nachgehen.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das öffentliche Meinungsbild über delinquente Mädchen und Frauen und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Chancen und Grenzen genderspezifischer Präventionsansätze.
2 Lebenswelt und Sozialisation: Dieses Kapitel analysiert, wie geschlechterspezifische Sozialisationsprozesse und gesellschaftliche Rollenbilder bereits ab dem Kindesalter die Identitätsbildung beeinflussen.
3 Kriminalität von Frauen und Mädchen: Hier werden theoretische Erklärungsansätze zur Entstehung weiblicher Delinquenz diskutiert und die aktuelle Datenlage der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) kritisch hinterfragt.
4 Geschlechterdifferenzierung in der Strafverfolgung und Sanktionierung: Dieses Kapitel untersucht Selektionsprozesse innerhalb der Justiz und stellt die Frage nach einer ungleichen Behandlung aufgrund des Geschlechts.
5 „Frauenbonus“ auf justizieller Ebene: Hier erfolgt eine Auseinandersetzung mit der Hypothese, ob Frauen durch ein „ritterliches Verhalten“ der Justiz milder sanktioniert werden als Männer.
6 Genderspezifische primärpräventive Arbeit mit Mädchen: Fokus auf präventive Angebote im Kindes- und Jugendalter, unter anderem durch die Implementierung von Gender-Mainstreaming in der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
7 Genderspezifische sekundärpräventive Arbeit mit gefährdeten Frauengruppen: Untersuchung von Unterstützungssystemen in den Bereichen Schuldenregulierung und Drogenberatung für Frauen in prekären Lebenslagen.
8 Tertiäre Kriminalprävention unter Berücksichtigung der Genderproblematik: Analyse von Maßnahmen im Strafvollzug sowie Hilfsangeboten für Frauen nach der Haftentlassung.
9 Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze: Zusammenfassende kritische Reflexion über die Wirksamkeit präventiver Maßnahmen und die Hürden, die Frauen beim Zugang zu diesen Angeboten begegnen.
10 Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit, genderspezifische Ansätze zu stärken, um eine effektive Wiedereingliederung und Prävention fernab von traditionellen Rollenzuschreibungen zu ermöglichen.
Kriminalprävention, Frauenkriminalität, Geschlechterspezifische Sozialisation, Gender-Mainstreaming, Straffälligenhilfe, Mädchenarbeit, Strafvollzug, Delinquenz, Sanktionierungspraxis, Resozialisierung, Frauenbonus, Soziale Arbeit, Jugenddelinquenz, Identitätsbildung, Präventionsmaßnahmen.
Die Arbeit untersucht die Kriminalprävention bei Mädchen und Frauen unter dem Aspekt, wie gesellschaftliche Rollenbilder und genderspezifische Sozialisationsbedingungen die Entstehung und Sanktionierung von Delinquenz beeinflussen.
Neben der Sozialisation und Rollenbildern stehen die Theorien zur Frauenkriminalität, die Analyse der Strafverfolgung sowie spezifische Ansätze in der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention im Zentrum.
Das Ziel ist es, Chancen und Grenzen präventiver Handlungsansätze für Frauen zu identifizieren und zu prüfen, inwieweit spezifische Maßnahmen notwendig sind, um auf die Lebensrealitäten weiblicher Straffälliger einzugehen.
Die Autorin kombiniert eine fundierte Literaturrecherche mit einer Auswertung statistischer Daten (PKS, StVs) sowie qualitativen problemzentrierten Interviews mit Fachkräften in der Praxis.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Ebenen: die theoretische Einordnung, die justizielle Ebene (Sanktionierung) und die praktische Umsetzung in der Präventionsarbeit (Mädchenarbeit, Haftvollzug, Resozialisierung).
Zentrale Begriffe sind Frauenkriminalität, Gender-Mainstreaming, Sozialisation, Straffälligenhilfe und der kritisch hinterfragte „Frauenbonus“.
Es handelt sich um die Hypothese, dass Frauen durch ein ritterliches Verhalten von Instanzen der Strafverfolgung milder sanktioniert werden als Männer. Die Autorin untersucht, ob sich dies in den Daten zur Strafverfolgung tatsächlich bestätigen lässt.
Ja, die Autorin analysiert exemplarisch Einrichtungen im Raum Braunschweig (z.B. „Mädchencafé Luzie“) und Berlin („STARTKLAR konkret“), um die praktische Anwendung und Wirksamkeit präventiver Angebote zu veranschaulichen.
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