Masterarbeit, 2012
72 Seiten, Note: 2,7
1. EINLEITUNG
2. ÄSTHETISCHE ERZIEHUNG DES MENSCHEN NACH SCHILLER
2.1 DIE BRIEFE ÜBER DIE ÄSTHETISCHE ERZIEHUNG DES MENSCHEN
2.2 DIE BRIEFE 1 – 9
2.3 DIE BRIEFE 10 – 16
2.4 DIE BRIEFE 17 − 27
2.5 ZWISCHENFAZIT: AUFFASSUNG EINER ÄSTHETISCHEN ERZIEHUNG
3. ÜBER NAIVE UND SENTIMENTALISCHE DICHTUNG
3.1 NAIVE DICHTUNG
3.2 SENTIMENTALISCHE DICHTUNG
3.3 ZWISCHENFAZIT: THEORIE ÜBER DICHTUNG
4. ÄSTHETISCHE BILDUNG DURCH BALLADEN?
4.1 SCHILLERS BALLADEN IM FOKUS DER FORSCHUNG
4.2 DIE BÜRGSCHAFT
4.3 PEGASUS IM JOCHE
4.4 DER KAMPF MIT DEM DRACHEN
5. FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Schriften Friedrich Schillers und analysiert drei ausgewählte Balladen vor dem Hintergrund seiner bildungsästhetischen Konzepte. Ziel ist es zu klären, ob Schillers Balladen als Medium einer ästhetischen Erziehung fungieren können, indem sie idealistisches Menschenbild und moralische Selbstverpflichtung in Einklang bringen.
4. Ästhetische Bildung durch Balladen?
Grundlegend für die Schillersche Bildungstheorie ist das Menschenbild, auf dem sie beruht. Im vierten Brief Über die ästhetische Erziehung des Menschen formuliert Schiller: „Jeder individuelle Mensch, kann man sagen, trägt der Anlage und Bestimmung nach, einen reinen idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderlicher Einheit, in allen seinen Abwechslungen übereinzustimmen die große Aufgabe seines Daseins ist“ (NA 20, S. 316). Diese Ansicht ist zentral für die Untersuchung der Balladen, da herausgefunden werden soll, ob sie in den Balladen enthalten ist. Welches Menschenbild kommt in den Balladen zum Ausdruck? Wie sind die Figuren gestaltet? Sind sie frei von äußerlichen Zwängen und handeln nach inneren Maximen oder sind sie Sklaven ihrer Lebensumstände? Welche Prüfungen müssen die Figuren absolvieren und wie verhalten sie sich? Meine These lautet, dass die Menschenbilder in Schillers Balladen so gestaltet sind, dass sie zwar Zwängen unterliegen, aber aufgrund ihrer Ideale, die sie bedingungslos vertreten, die ihnen auferlegten Prüfungen bestehen, um am Ende die Welt ein bisschen besser zu machen, zumindest im ästhetischen Sinne.
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in Schillers theoretische Schriften der 1790er Jahre ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob seine Balladen als Medium ästhetischer Erziehung dienen.
2. ÄSTHETISCHE ERZIEHUNG DES MENSCHEN NACH SCHILLER: Dieses Kapitel erläutert Schillers Konzept der ästhetischen Erziehung, wobei die Autonomie der Kunst und die Harmonisierung des Menschen durch den Spieltrieb im Fokus stehen.
3. ÜBER NAIVE UND SENTIMENTALISCHE DICHTUNG: Hier wird Schillers Unterscheidung zwischen naiver und sentimentalischer Dichtung analysiert, die den Weg des modernen Menschen als einen Prozess der Reflexion und Idealbildung beschreibt.
4. ÄSTHETISCHE BILDUNG DURCH BALLADEN?: Dieser Abschnitt wendet die theoretischen Konzepte auf ausgewählte Balladen an und untersucht, inwieweit die Figuren und Handlungen Schillers Bildungsanspruch widerspiegeln.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die untersuchten Balladen als Medium ästhetischer Erziehung betrachtet werden können, auch wenn die Harmonisierung in der Wirklichkeit eine Ausnahme bleibt.
Friedrich Schiller, Ästhetische Erziehung, Naive Dichtung, Sentimentalische Dichtung, Balladen, Die Bürgschaft, Pegasus im Joche, Der Kampf mit dem Drachen, Kunstautonomie, Spieltrieb, Menschenbild, Humanität, Idealismus, Ästhetischer Staat, Literaturtheorie
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Balladen von Friedrich Schiller seine theoretischen Konzepte zur Ästhetischen Erziehung und zum Lyrikverständnis widerspiegeln.
Die zentralen Themen sind das Menschenbild Schillers, die Rolle des Künstlers, das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft sowie die Unterscheidung zwischen naiven und sentimentalischen Dichtungsarten.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu belegen, ob Schillers Balladen als erzieherisches Medium fungieren können, um den Menschen zu einer inneren Harmonie und Ganzheit zu führen.
Die Arbeit verfolgt eine immanente Vorgehensweise, bei der Schillers literarische Werke direkt mit seinen theoretischen Schriften sowie aktueller Sekundärliteratur zur Schillerforschung in Beziehung gesetzt werden.
Im Hauptteil werden zunächst Schillers theoretische Schriften systematisch vorgestellt, bevor diese als Grundlage für die Analyse der Balladen "Die Bürgschaft", "Pegasus im Joche" und "Der Kampf mit dem Drachen" dienen.
Wichtige Begriffe sind Ästhetische Erziehung, Kunstautonomie, Naiv, Sentimentalisch, Balladen und das Menschenbild.
Der Autor stellt heraus, dass der Künstler bei Schiller nicht opportunistisch agieren darf, sondern durch die Kraft der Kunst die Welt in Richtung des Guten und Wahren lenken soll.
Die Ballade wird als Exempel für Freundschaft und moralische Selbstverpflichtung unter Extremsituationen interpretiert, wobei auch die Rolle des Tyrannen und die ästhetische Erziehung eines Herrschers diskutiert werden.
Die Ballade verdeutlicht laut Arbeit Schillers scharfe Kritik an einer Gesellschaft, die Kunst auf ökonomischen Nutzen reduziert, anstatt ihre Freiheit und ihr ästhetisches Potential zu würdigen.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Balladen trotz des Pathos und der Idealisierung als wirksame Medien ästhetischer Bildung dienen, da sie den Leser zur Reflexion über gesellschaftliche Normen und das Ideal menschlicher Vollendung anregen.
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