Bachelorarbeit, 2013
61 Seiten, Note: 1,3
1. Melting pot und salad bowl
2. Travis Bickle im Spannungsfeld von Sexualität und Gewalt
2.1 Vorbetrachtungen
2.1.1 Genre als Repräsentation der psychischen Instanzen
2.1.2 Männlichkeit und Gender
2.1.3 Das psychische Krankheitsbild
2.2 Coming of Age
2.2.1 Jungfräulichkeit, Impotenz, Kastration
2.2.2 Infantilität
2.2.3 Die Männerwelt
2.2.4 Der künstliche Phallus
2.2.5 Der Doppelgänger
2.2.6 Die Frau als Besitzobjekt
2.2.7 Hypermaskulinität
2.2.8 Objekt des Blicks
2.2.9 Das Massaker
3. Jouissance
Die Arbeit untersucht die psychische Konstitution der Hauptfigur Travis Bickle in Martin Scorseses Film "Taxi Driver" und analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Sexualität, Gewalt und der Identitätskonstruktion innerhalb verschiedener Filmgenres.
2.2.4 Der künstliche Phallus
"My life has taken another turn again"160. Travis stellt fest, dass ihn die Erfahrung der Potenz verändert hat: "suddenly...there is a change"161. Er reift heran. Hat er zuvor noch keine Waffe gebraucht, will er jetzt eine .44 Magnum kaufen – das Modell, von dem ihm der Ehemann berichtet hat. Damit ist er reifer als seine Taxifahrer-Kollegen, deren Einstellung "I never used mine. I'm conservative, you know. But it's a good thing to have just as a threat"162 ist. Er dagegen hat ernsthaft die Absicht, sie zu benutzen und trainiert dafür auch am Schießstand.
Sein Waffenverkäufer nennt sich Easy Andy (Steven Prince). Easy ist auch Iris' Pseudonym im Rotlichtmilieu. Dies zeigt: "Sex und Waffen sind leicht zu haben in dieser Welt, und leicht ist es auch, das eine durch das andere zu ersetzen"163. Die Montage von Travis im Pornokino mit dem Voice Over "The idea had been growing in my brain for some time. True force"164 und dem anschließenden Posieren mit der Waffe, demonstriert die Substitution des Penis durch die Pistole. Die Pistole ist ein Phallussymbol. Im Gebrauch der Waffe, die seinen Penis ersetzt, macht Travis seine Kastration rückgängig. Er reorganisiert seine Körperlichkeit, will 'a person like other people' werden, erwachsen und innerlich gereinigt ("no more destroyers of my body"165).
1. Melting pot und salad bowl: Dieses Kapitel führt in die grundlegenden metaphorischen Konzepte ein und verortet "Taxi Driver" als ein Coming of Age-Drama, das aus der subjektiven Perspektive des traumatisierten Vietnam-Veteranen Travis Bickle erzählt wird.
2. Travis Bickle im Spannungsfeld von Sexualität und Gewalt: Hier wird der Film durch die Linse verschiedener Genre-Familien analysiert, wobei Travis’ psychische Instanzen (Es, Ich, Über-Ich) durch Elemente aus Horror, Film Noir und Western repräsentiert werden.
3. Jouissance: Das abschließende Kapitel reflektiert den ewigen Kreislauf der Identitätskonstruktion und definiert Travis’ Suche nach Männlichkeit als einen Akt ohne Orgasmus, bei dem Gewalt als Ersatz für eine reale, intime Verbindung fungiert.
Taxi Driver, Travis Bickle, Film Noir, Psychoanalyse, Männlichkeit, Gewalt, Kastrationsangst, Doppelgänger, Androgynie, Coming of Age, Vietnam-Trauma, Jouissance, Identitätskonstruktion, Sexualität, Genre-Theorie.
Die Arbeit analysiert die Hauptfigur Travis Bickle aus Martin Scorseses "Taxi Driver" unter Berücksichtigung psychologischer Konzepte und filmtheoretischer Genre-Strukturen.
Die zentralen Themen umfassen die psychische Identitätsfragmentierung des Protagonisten, das Verhältnis von Gewalt und Sexualität sowie die symbolische Konstruktion von Männlichkeit.
Das Ziel ist die symbolische Analyse des Films, um zu ergründen, wie Travis' psychische Konstitution – insbesondere seine Impotenz und Kastrationsangst – sein Handeln und sein Verhältnis zur Gewalt bestimmt.
Die Arbeit nutzt einen psychoanalytischen Ansatz, eingebettet in eine filmwissenschaftliche Genre-Analyse, ergänzt durch medienpsychologische Referenzen.
Im Hauptteil werden die psychischen Instanzen von Travis Bickle (Es, Ich, Über-Ich) durch Genrezuschreibungen beleuchtet, sein Krankheitsbild erörtert und die Entwicklung seiner Identität als Kampf gegen Kastration und für Potenz beschrieben.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen "Doppelgänger", "Utopie-Potenz", "Jouissance", "Coming of Age" und die "Substitution von Sexualität durch Gewalt".
Das Taxi fungiert lediglich als "lieu de repos", ein instabiler Rückzugsort, der kein Geheimnis birgt und den Protagonisten nicht vor der Außenwelt und seiner eigenen inneren Zersplitterung schützen kann.
Geld wird im Film als Synonym für Potenz und als Mittel zur "Blut-Geld-Gleichsetzung" verwendet, womit Travis versucht, sein Gefühl der Impotenz und seinen Mangel an männlicher Identität zu kompensieren.
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