Bachelorarbeit, 2013
34 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
Einleitung
1 Historischer Kontext
1.1 Deutsch-Ostafrika bis zum Ersten Weltkrieg
1.2 Lettow-Vorbecks Karriere bis 1914
2 Der Erste Weltkrieg in Deutsch-Ostafrika
2.1 Das Kriegsgeschehen
2.2 Besonderheiten und Bilanz des Krieges
3 Die Mythen
3.1 Der Mythos von der „unbesiegten Truppe“ und Lettow-Vorbecks „militärischem Genie“
3.2 Der Mythos von der „ritterlichen“ Kriegsführung
3.3 Der Mythos von den „treuen Askaris“
Fazit
Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Ersten Weltkrieg in der deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika (DOA) unter besonderer Berücksichtigung der damit verbundenen Mythenbildung. Ziel der Arbeit ist es, die realen Ereignisse des Krieges zu rekonstruieren und diese den später entstandenen Legenden über die Schutztruppe und ihren Kommandeur Paul von Lettow-Vorbeck gegenüberzustellen, um die Interessen hinter diesen Mythen aufzudecken.
3.3 Der Mythos von den „treuen Askaris“
Der wohl langlebigste Mythos, der sich um die Kämpfe in Ostafrika während des ersten Weltkriegs rankte, ist der von den „treuen Askaris“. Zu einem erheblichen Teil beruht dies auf den Aussagen beinahe aller deutschen Kriegsteilnehmer. Einige Beispiele hierfür: „Genau wie früher bezeigten sie [die Askaris] uns die größte Anhänglichkeit und Disziplin und zweifellos kam hierdurch die große innere Achtung, die sie vor uns Deutschen hatten, zum Ausdruck.“ „Aber wie die große Menge unserer Schwarzen […] der deutschen Herrschaft gegenüberstanden, das haben die Tausende und Zehntausende von Askari und Trägern bewiesen, die durch Hunger und Durst, durch Not und Tod treu zu uns gestanden haben.“ „In diesem schweren Ringen hat sich die Treue unserer Eingeborenenbevölkerung im höchsten Maße bewährt. Sie stellte die Hauptzahl unserer Soldaten für den Kampf […] Diese Leistungen bildeten die Grundlage, auf welcher die militärischen Erfolge der Schutztruppe […] errungen werden konnten.“
Allen Aussagen gemein ist die Anerkennung der militärischen Leistungen der Askaris. Die Intention dahinter war jedoch, diesen aufopferungsvollen Kampf als Resultat der großartigen deutschen Kolonialarbeit hinzustellen und somit die Forderung nach einer Rückgabe der Kolonien gegenüber den Alliierten zu rechtfertigen. Dass die Treue der Askaris oftmals andere Ursachen hatte und bei weitem nicht auf alle zutraf, wird in den meisten Berichten nicht näher reflektiert oder schlicht außen vor gelassen; auf die Gründe werde ich später ausführlicher eingehen. Zunächst möchte ich aber klären, wer die Askaris überhaupt waren und wie sie den Weg in die deutsche Schutztruppe fanden.
Einleitung: Einführung in die Thematik des Ersten Weltkriegs in Ostafrika, Abgrenzung vom europäischen Kriegsgeschehen und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Mythenbildung.
1 Historischer Kontext: Darstellung der deutschen Kolonialgeschichte in Ostafrika bis 1914 sowie der militärischen Karriere von Paul von Lettow-Vorbeck.
2 Der Erste Weltkrieg in Deutsch-Ostafrika: Analyse der tatsächlichen Kampfhandlungen, der strategischen Besonderheiten und der verheerenden humanitären Bilanz des Krieges.
3 Die Mythen: Detaillierte Untersuchung der Mythen um die „unbesiegte Truppe“, die „ritterliche“ Kriegsführung und die „treuen Askaris“ im Vergleich zur historischen Realität.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Verhältnisses zwischen Wahrheit und Mythos und Einordnung der Mythenbildung in den Kontext kolonialer Revisionsbestrebungen nach 1918.
Erster Weltkrieg, Deutsch-Ostafrika, Paul von Lettow-Vorbeck, Schutztruppe, Mythenbildung, Kolonialismus, Askari, Guerillataktik, Kolonialschuldlüge, Kriegsverbrechen, Tanga, Deutsche Kolonialgeschichte, Dolchstoßlegende, Erinnerungskultur, Militärgeschichte.
Die Arbeit untersucht den Ersten Weltkrieg in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika und analysiert kritisch die Mythen, die sich nach dem Krieg um das Geschehen rankten.
Die zentralen Themen sind der historische Kontext der deutschen Kolonialherrschaft, der reale Kriegsverlauf in Ostafrika sowie die bewusste Konstruktion und Funktion kolonialer Mythen in der Weimarer Republik und darüber hinaus.
Die zentrale Fragestellung lautet, wie viel historische Wahrheit in den bekannten Mythen um den Krieg in Deutsch-Ostafrika steckt und wer welche Interessen an deren Aufrechterhaltung hatte.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und dem Vergleich von zeitgenössischen Kriegserinnerungen und Primärquellen mit modernen historischen Forschungsergebnissen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die Analyse des tatsächlichen Kriegsverlaufs unter Berücksichtigung der Verluste und Brutalität, sowie die systematische Dekonstruktion der drei großen Mythen um Lettow-Vorbeck, die „ritterliche“ Kriegsführung und die Askaris.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Deutsch-Ostafrika, Paul von Lettow-Vorbeck, Mythenbildung, Schutztruppe, Askari-Treue und koloniale Revisionsbestrebungen geprägt.
Weil er ignoriert, dass der Kampf faktisch durch die Waffenruhe in Europa und nicht durch militärische Überlegenheit beendet wurde, und diente dazu, die Niederlage in Europa durch die Dolchstoßlegende umzudeuten.
Die Propaganda nutzte das Bild des „ritterlichen Kampfes“ in Afrika, um die deutsche Zivilbevölkerung und das Ausland von den Kriegsverbrechen und der Brutalität des Kolonialkrieges abzulenken.
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