Masterarbeit, 2013
71 Seiten, Note: 1,0
1 New Public Management und Demokratie in Lateinamerika
2 Die theoretische Perspektive des Neoinstitutionalismus
3 Zentrale Begriffe
3.1 Demokratie, defekte Demokratie, Neopatrimonialismus, Klientelismus
3.2 Öffentliche Verwaltung, Verwaltungsreform, New Public Management
4 Die Debatte um den Zusammenhang von New Public Management und Demokratie und die Vernachlässigung „nicht-westlicher“ Fälle
5 Demokratiedefizite in Lateinamerika
6 New Public Management in Lateinamerika
7 Zwischenresümee: Wechselwirkungen zwischen New Public Management und Demokratie in Lateinamerika
8 Fallbeispiel Mexiko
8.1 Klientelismus in Mexiko
8.2 New Public Management in Mexiko
8.3 Klient, Bürger, Kunde und die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen in Mexiko
9 Schlussbetrachtung: New Public Management und (defekte) Demokratie in Lateinamerika
Die Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis zwischen New Public Management (NPM)-Reformen und Demokratie in Lateinamerika, mit einem besonderen Fokus auf Mexiko. Ziel ist es zu ergründen, ob und wie informelle Institutionen – insbesondere der Klientelismus – die Implementierung und den Erfolg dieser verwaltungspolitischen Modernisierungsstrategien beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die Qualität der Demokratie hat.
Zentrale Begriffe
In diesem Kapitel sind die für die vorliegende Arbeit zentralen Begriffe, sowohl aus dem politikwissenschaftlich-demokratietheoretischen (Demokratie, defekte Demokratie, Neopatrimonialismus, Klientelismus), als auch aus dem verwaltungswissenschaftlichen Bereich (öffentliche Verwaltung, Verwaltungsreform, NPM), zu operationalisieren. Es handelt sich dabei größtenteils (außer vielleicht bei den Begriffen öffentliche Verwaltung und Verwaltungsreform) um Konzepte, mit denen reale – oder zumindest als real wahrgenommene – empirische Phänomene der sozialen Wirklichkeit im Sinne des Weber’schen „Idealtypus“ (Weber 1985, 190ff) kategorisiert werden.
Manche dieser Konzepte sind eher beschreibend-analytischen, andere eher normativ-programmatischen Charakters; einige sind eher positiv, andere eher negativ konnotiert. Während beispielsweise die Einordnung einer Handlung, einer sozialen Beziehung usw. als Klientelismus in der Regel mit einer negativen Wertung einhergeht (oder höchstens als wertneutrale Zustandsbeschreibung gemeint ist), kann NPM sowohl (neutrale oder entweder positiv oder negativ konnotierte) Zustandsbeschreibung sein, als auch normativ gesetztes „Programm“. Denn während man empirisch wohl niemals eine explizite Forderung nach der Einführung, Beibehaltung oder Verstärkung klientelistischer Praktiken und Beziehungen finden wird, kommt dies für NPM sowohl seitens der Wissenschaft und anderer Beobachter als auch seitens unmittelbar involvierter Akteure (beispielsweise seitens der lateinamerikanischen Regierung in CLAD 1998) häufig vor.
Die folgenden, weitgehend auf der jeweiligen Fachliteratur basierenden Definitionen und Erläuterungen geben Auskunft darüber, was in der vorliegenden Arbeit mit den in ihr verwendeten zentralen Begriffen jeweils gemeint ist und warum sie sich zur Bearbeitung der hier gewählten Fragestellung eignen.
1 New Public Management und Demokratie in Lateinamerika: Einführung in die Thematik der NPM-Reformen in Lateinamerika und deren theoretische Spannungsfelder.
2 Die theoretische Perspektive des Neoinstitutionalismus: Darstellung des neoinstitutionalistischen Ansatzes als theoretischer Rahmen für die Analyse formaler und informeller Institutionen.
3 Zentrale Begriffe: Operationalisierung der politikwissenschaftlichen und verwaltungswissenschaftlichen Kernbegriffe der Untersuchung.
4 Die Debatte um den Zusammenhang von New Public Management und Demokratie und die Vernachlässigung „nicht-westlicher“ Fälle: Kritischer Überblick über den Forschungsstand zum Spannungsverhältnis zwischen NPM und Demokratie.
5 Demokratiedefizite in Lateinamerika: Analyse der politischen Realität in Lateinamerika und Identifikation zentraler Demokratiedefizite.
6 New Public Management in Lateinamerika: Überblick über Reformaktivitäten, Umsetzungsstände und Erfolge der NPM-Agenda in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern.
7 Zwischenresümee: Wechselwirkungen zwischen New Public Management und Demokratie in Lateinamerika: Synthese der bisherigen Erkenntnisse über die Beeinflussung von NPM durch informelle Machtstrukturen.
8 Fallbeispiel Mexiko: Detaillierte empirische Fallanalyse Mexikos unter besonderer Berücksichtigung des Klientelismus.
9 Schlussbetrachtung: New Public Management und (defekte) Demokratie in Lateinamerika: Zusammenfassende Bewertung und Identifikation weiterführender Forschungsfragen.
New Public Management, Lateinamerika, Mexiko, Demokratie, Defekte Demokratie, Neopatrimonialismus, Klientelismus, Öffentliche Verwaltung, Verwaltungsreform, Neoinstitutionalismus, Politische Institutionen, Governance, Korruption, Transparenz, Bürgerpartizipation.
Die Arbeit untersucht, wie sich Reformen des New Public Management (NPM) in Lateinamerika auf die Demokratie auswirken und inwieweit informelle Machtstrukturen wie der Klientelismus diese Reformprozesse beeinflussen oder behindern.
Die zentralen Felder sind die neoinstitutionalistische Theorie, Konzepte der defekten Demokratie, die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung sowie die Analyse von klientelistischen Beziehungsgeflechten in Staat und Gesellschaft.
Ziel ist es zu verstehen, ob und wie NPM-Reformen unter den spezifischen Bedingungen lateinamerikanischer Länder – insbesondere unter dem Einfluss von Neopatrimonialismus und Klientelismus – funktionieren und welche Rückwirkungen dies auf die demokratische Qualität hat.
Die Arbeit nutzt einen neoinstitutionalistischen Ansatz zur theoretischen Einbettung und führt eine empirische Analyse basierend auf Sekundärliteratur und Länderrankings durch, wobei Mexiko als detaillierte Einzelfallstudie dient.
Der Hauptteil analysiert erst die theoretischen Grundlagen und Demokratiedefizite in der Region, bevor die NPM-Umsetzung in Lateinamerika allgemein und anschließend anhand der spezifischen Situation in Mexiko untersucht wird.
Die wichtigsten Begriffe sind New Public Management, Demokratie, Klientelismus, Neopatrimonialismus, Mexiko, Lateinamerika, Institutionen und Verwaltungsreform.
Mexiko eignet sich besonders gut, da es einerseits als Modellfall für Klientelismus gilt, andererseits aber durch OECD-Mitgliedschaft und Datenverfügbarkeit eine gute Vergleichbarkeit zu NPM-Reformprozessen bietet.
Ja, die Arbeit zeigt, dass informelle klientelistische Praktiken die Implementierung von meritokratischen und leistungsorientierten Reformen im öffentlichen Dienst massiv behindern und zu einem hybriden System führen, in dem formelle Regeln und informelle Austauschbeziehungen koexistieren.
NPM-Reformen wirken nicht pauschal positiv oder negativ; während Bereiche wie Bürgerpartizipation oder E-Government tendenziell demokratiefördernd wirken können, werden tiefgreifendere Strukturreformen oft von bestehenden klientelistischen Institutionen blockiert.
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