Diplomarbeit, 2011
63 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
1.1 Einführung in das Thema – Das Elfte Gebot
1.2 Aufbau und zentrale Fragestellung
2. Der Superorganismus
2.1 Begriffserklärung
2.2 Der Weg zur Kollektiven Intelligenz
2.3 Individuelle Intelligenz und Kollektive Intelligenz
2.4 Beschreibung und Merkmale
2.5 Der Superorganismus als Modell für das Web
3. Superorganismus im Web
3.1 Web 2.0 – Der SuperSuper-Organismus
3.2 Anfänge und Grundlagen des Superorganismus im Web 2.0
3.2.1 Voyeurismus als menschlicher Charakterzug
3.2.2 Selbstdarstellung im Netz
3.3 Das mögliche Ende der Expertokratie
3.4 „Fffff...uck off“ Datenflut – the end of graphic design?
4. Fazit
4.1 Chancen des Superorganismus – Ein Ausblick
4.2 Zusammenfassung und Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich die Menschheit und insbesondere das Verhalten im digitalen Raum zunehmend dem Organisationsmodell eines Superorganismus annähern. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob die Nutzung von Web 2.0-Plattformen und kollektiven Wissensstrukturen das Ende der individuellen Expertenkultur im Grafikdesign einläutet.
3.2.1 Voyeurismus als menschlicher Charakterzug
Es vergeht kein Tag, an dem die User im Netz mit grausamen Nachrichten aus Kriegsgebieten überflutet werden. Extremisten sprengen sich in öffentlichen Gebäuden in die Luft und reißen somit Dutzende von Menschen in den Tod, Entführungsopfer werden vor Live-Kameras gedemütigt oder auch getötet. Im Gegensatz zu westlichen Fernsehstationen, die ihren Zuschauern die schlimmsten Bilder nicht zumuten, sind Exekution- und Selbstmord-Videos im Internet aber frei zugänglich.
"Can You Handle Life?" lautet das Motto einer Internetseite von Dan Klinker, der entsprechende Videosequenzen kostenlos anbietet. Folter, Enthauptungen, Erschießungen- nahezu alle dokumentierten Verbrechen von politischen Extremisten in der jüngsten Vergangenheit werden im Bild zum Download von Klinker angeboten. Die Seite dient laut Autor Klinker, zur Aufklärung. Denn auch die dunkle Seite der Welt müsse gezeigt werden. Klinker beruft sich dabei auf die freie Meinungsäußerung. Dies wiederum garantiere die First Amendment der Verfassung der Vereinigten Staaten. Über eine Million Betrachter verzeichnete das neunminütige Enthauptungsvideo von Eugene Armstrong, einer im Irak verschleppten US-Geisel.
Aber wie lässt sich dieses Verhalten der Zuschauer weltweit überhaupt erklären? „Die oberste Tugend der Kamera“, so hat schon Siegfried Kracauer in der Theorie des Films argumentiert, „besteht […] genau darin, den Voyeur zu spielen.“ Man fühlt sich als Betrachter sicher, „da doch der Apparat das Bild des Menschen aufnimmt, ohne ihm dessen Blick zurückzugeben.“ „Nicht zuletzt wird das Medium Video als „voyeuristisch“ ausgewiesen – etwa wenn Video als Überwachungstechnik auf Straßen und Plätzen bedacht, als Webcam oder Netcam-Variante oder als big brother-Instrumentarium mehr oder weniger kritischer hinterfragt.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der kollektiven Intelligenz ein und definiert die grundlegende Forschungsfrage bezüglich der Menschheit als Superorganismus.
2. Der Superorganismus: Dieses Kapitel erläutert die begrifflichen Grundlagen des Superorganismus und den Übergang von individueller zu kollektiver Intelligenz.
3. Superorganismus im Web: Hier werden die Auswirkungen des Web 2.0, die Rolle von Voyeurismus und Selbstdarstellung sowie das mögliche Ende der klassischen Expertokratie analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Chancen und Risiken des kollektiven Verhaltens für den Kreativbereich.
Superorganismus, Kollektive Intelligenz, Web 2.0, Wikipedia, Voyeurismus, Exhibitionismus, Expertokratie, Grafikdesign, Schwarmintelligenz, Internet, Informationsflut, Identität, Soziale Netzwerke, Wissensgesellschaft.
Die Arbeit behandelt die Übertragung des biologischen Konzepts des Superorganismus auf die menschliche Gesellschaft und die digitalen Strukturen des Web 2.0.
Die Themen umfassen die Kollektive Intelligenz, das Verhalten von Menschen in sozialen Netzwerken sowie die Veränderung kreativer Arbeitsprozesse im digitalen Zeitalter.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob sich der Mensch durch moderne Kommunikationstechnologien dem Verhalten von Ameisen in einem Superorganismus angleicht und was dies für die Zukunft der professionellen Expertise bedeutet.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse von Fachliteratur aus den Bereichen Biologie, Psychologie, Soziologie und Medienwissenschaft sowie auf die Auswertung aktueller Internetphänomene.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Kollektiver Intelligenz, die Psychologie des Voyeurismus und Exhibitionismus online sowie die Bedrohung der klassischen Expertokratie durch das "Wissen der Vielen".
Wichtige Begriffe sind insbesondere "Superorganismus", "Kollektive Intelligenz", "Web 2.0", "Voyeurismus" und die kritische Hinterfragung des "Endes des Grafikdesigns".
Wikipedia dient als zentrales Fallbeispiel für die Demokratisierung des Wissens und als Prototyp für die Organisation in einem Superorganismus.
Es beschreibt den Prozess, in dem das Wissen einer kleinen Elite von Experten durch ein breites, unkontrolliertes Meinungswissen der Masse in Online-Plattformen an gesellschaftlicher Bedeutung und Legitimität verliert.
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