Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Konzepte der internationalen Politik
2.1. Neoliberaler Institutionalismus
2.2. Konstruktivismus
3. Strategische Partnerschaft zwischen Kuba und Venezuela?
3.1. Ausgangssituationen in Kuba und Venezuela
3.2. Regionale Interdependenz: das Geschäft „Ärzte gegen Öl“
3.3. Konstruktivistische regionale Partnerschaft: gleiche Werte – ein Weg?
3.4. Institutionalismus versus Konstruktivismus: ein klares Geschäft?
4. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die strategische Partnerschaft zwischen Kuba und Venezuela im Zeitraum der Präsidentschaft von Hugo Chávez (1999–2013). Dabei wird analysiert, ob diese engen wirtschaftlichen Verflechtungen – insbesondere der Tausch von verbilligtem Erdöl gegen kubanische Fachkräfte – als rationale Handlungsoption (neoliberaler Institutionalismus) oder als ideologisch begründetes Konstrukt (Konstruktivismus) zu interpretieren sind.
3.2. Regionale Interdependenz: das Geschäft „Ärzte gegen Öl“
Was bereits 1999 mit einem „seemingly innocuous set of agreements between both countries [Kuba und Venezuela]“ (Corrales 2006: 24) begann, hat sich seitdem auf eine weit umfassende Allianz ausgedehnt. Kuba und Venezuela sind stark auf einander angewiesen, in beiden Ländern haben deutlich sichtbare strukturelle Anpassungen stattgefunden, die im Sinne einer Kooperation zu interpretieren sind. Javier Corrales argumentiert, dass beide Staaten von dem Geschäft profitieren würden, da sie die für die Sender jeweils günstigen Güter beziehungsweise für die Empfänger enorm wichtigen Güter austauschen (vgl. ebd.). Bis zum Jahr 2010 haben Kuba und Venezuela insgesamt mehrere nennenswerte Kooperationsabkommen unterzeichnet. Davor gab es keinen signifikanten Wirtschaftsaustausch zwischen beiden Ländern (vgl. Romero 2012: 370). Mit dem Convenio Integral de Cooperación wurde der erste Meilenstein der Allianz im Oktober 2000 gesetzt. Chávez und Castro vereinbarten das Tauschgeschäft Erdöl gegen kubanisches Fachpersonal, das unter anderem aus medizinischen, militärischen und nachrichtendienstlichen Bereichen stammte.
Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, wie viele „Güter“ aus Kuba nach Venezuela kommen sollten. Der venezolanische Teil war mit diesem Vertrag auf 53.000 Barrel Erdöl pro Tag festgelegt. Die scharfe Kritik der Opposition im Land, dass Venezuela Kuba die Ressourcen schenke, ging auf den für diesen Handel bekannten Vorzugspreis zurück, der zwischen 15 und 30 Dollar pro Barrel lag. Die Finanzierung für das Erdöl konnte nicht allein der kubanische Handelseinsatz in Form von Fachkräften leisten: Zum einen wurde vereinbart, die kubanischen Schulden von 69 Millionen US-Dollar (Stand: 30. Oktober 2000) durch die Zentralbank Venezuelas zu refinanzieren, zum anderen wurden spezielle Verfahren ausgehandelt: Die eine Hälfte der anfallenden Kosten für das Erdöl musste innerhalb von 90 Tagen nach Kauf bezahlt werden, die andere Hälfte innerhalb der nachfolgenden 25 Jahre (zuzüglich einer Nachfrist von zwei Jahren). Die Kosten für Transport und Versicherung des Erdöls waren ebenso von Kuba zu tragen.
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur strategischen Partnerschaft zwischen Kuba und Venezuela und deren theoretische Einbettung in die Internationale Politik.
2. Theoretische Konzepte der internationalen Politik: Vorstellung und Operationalisierung des neoliberalen Institutionalismus und des Konstruktivismus als analytische Werkzeuge.
3. Strategische Partnerschaft zwischen Kuba und Venezuela?: Detaillierte Analyse der politischen und ökonomischen Ausgangslagen, des Öl-gegen-Ärzte-Handels sowie der ideellen Motive der Partnerschaft.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der Erklärungskraft beider Theorien für die untersuchte Allianz.
Strategische Partnerschaft, Kuba, Venezuela, Hugo Chávez, Neoliberaler Institutionalismus, Konstruktivismus, Interdependenz, Erdöl, Fachpersonal, Sozialismus, Außenpolitik, Regionale Integration, Handel, Ideologie, Internationale Beziehungen.
Die Arbeit analysiert die enge strategische Allianz zwischen Kuba und Venezuela während der Ära von Hugo Chávez und untersucht, welche theoretischen Ansätze der Politikwissenschaft diese am besten erklären können.
Die zentralen Themen sind wirtschaftliche Interdependenz, Energiepolitik (Erdöl), der Austausch von Fachpersonal, soziale Programme sowie die ideologische Übereinstimmung der beiden Staaten.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Handelsverhältnis zwischen beiden Ländern primär als rationale wirtschaftliche Kooperation oder als durch gemeinsame Werte und politische Ideale motivierte Partnerschaft zu verstehen ist.
Es wird eine vergleichende Analyse auf Basis zweier systemischer Theorien der Internationalen Beziehungen (neoliberaler Institutionalismus und Konstruktivismus) durchgeführt, um die empirischen Daten zu gewichten.
Der Hauptteil befasst sich mit der ökonomischen Ausgangslage, den spezifischen Kooperationsabkommen (wie "Öl gegen Ärzte"), der Rolle der ideellen Verbundenheit sowie dem Einfluss kubanischer Geheimdienst- und Militärberatung auf Venezuela.
Kernbegriffe sind Strategische Partnerschaft, Interdependenz, Neoliberaler Institutionalismus, Konstruktivismus, Sozialismus des 21. Jahrhunderts und Außenpolitik.
Laut der Arbeit berieten kubanische Offiziere die venezolanischen Streitkräfte bei der Reformierung der Bestände (Umstellung auf russische Waffen), der Ausbildung von Milizen (Urban Reservists) und der Anwendung von Guerillataktiken.
Die Allianz wird vordergründig als neoliberales Geschäft zur Sicherung des wirtschaftlichen Überlebens betrachtet, das jedoch konstruktivistisch durch persönliche Freundschaften und geteilte revolutionäre Rhetorik legitimiert wurde.
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