Bachelorarbeit, 2011
55 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung dieser Arbeit
1.2 Verlauf der Untersuchung
1.3 Abgrenzende Definition grundlegender Begriffe
2. Wirtschaftliche Entwicklung des Berufsfußballs in Europa
2.1 Entwicklung der Transfersummen und Gehälter und die Auswirkungen auf die
Umsatzerlöse europäischer Profivereine
2.2 Der Fußball-Verein als Kapitalgesellschaft
2.2.1 Vom nichtwirtschaftlichen Verein zur Kapitalgesellschaft
2.2.2 Die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA
2.3 Das Bosman-Urteil
2.3.1 Der Fall Bosman
2.3.2 Einfluss auf das europäische Transfersystem und die „Ausländerklausel“
3. Rechtliche Rahmenbedingungen des Verbandes
3.1 Die Lizenzordnung Spieler
3.2 Nutzbarkeit von Spielervermögen
3.3 Rechtsformspezifische Vorschriften
3.3.1 Rechnungslegungsvorschriften
3.3.2 Prüfungs- und Publizitätsvorschriften
4. Bilanzierung von Spielervermögen dem Grunde nach (IAS/IFRS)
4.1 Abstrakte Bilanzierungsfähigkeit
4.1.1 Aktivierungsgegenstand
4.1.2 Kriterien eines immateriellen Vermögenswerts
4.2 Konkrete Bilanzierungsfähigkeit
4.2.1 Externer Erwerb eines wirtschaftlichen Vorteils
4.2.2 Herstellung eines wirtschaftlichen Vorteils
5. Bilanzierung von Spielvermögen der Höhe nach (IAS/IFRS)
5.1 Zugangsbewertung
5.1.1 Kauf von Spielervermögen
5.1.2 Tausch von Spielervermögen
5.1.3 Ausleihe von Spielervermögen
5.1.4 Herstellung von Spielervermögen
5.2 Folgebewertung
5.2.1 Planmäßige Abschreibung
5.2.2 Außerplanmäßige Abschreibung
5.2.3 Zur Veräußerung vorgesehenes Spielervermögen
6. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Besonderheiten bei der Bewertung und Bilanzierung von Spielervermögen in Profifußballvereinen nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS). Dabei wird analysiert, wie sich gesellschaftsrechtliche Rahmenbedingungen und prägende Gerichtsurteile wie das Bosman-Urteil auf die bilanzielle Behandlung von Humankapital auswirken.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung dieser Arbeit
In Folge der zunehmenden Professionalisierung und Kommerzialisierung des Fußballgeschäfts sind, insbesondere seit Beginn der neunziger Jahre, sowohl die Gehälter der Berufsfußballer, als auch die gezahlten Transfersummen im Rahmen von Vereinswechseln betragsmäßig enorm gestiegen. Die Auswirkungen auf die Umsatzstruktur und –zahlen europäischer Profivereine sind deutlich zu erkennen, sodass dahingehend wirtschaftliche Größenordnungen erreicht wurden. Damit einhergehend rückte ebenfalls die Bewertung und Bilanzierung bestimmter Vermögensteile eines Fußballklubs in den Blickpunkt. Aufgrund ansteigender Investitionen kommt dabei dem Spielervermögen, welches den Hauptbestandteil der Vermögenswerte eines Lizenzvereins ausmacht, eine zentrale Rolle zu. In diesem Zusammenhang werden die Konsequenzen des BFH-Urteils vom 26. August 1992, des Bosman-Urteils vom 8. November 1995 und der Entscheidung des DFB, seit dem 24. Oktober 1998 auch Kapitalgesellschaften zur Teilnahme am Lizenzspielbetrieb zuzulassen, untersucht. Folglich stellt sich die Frage, welche Auswirkungen und Anforderungen sich aus den entsprechenden Beschlüssen im Hinblick auf die Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards für die Fußballvereine bzw. Kapitalgesellschaften ergeben.
Wie bereits erwähnt, stellt Humankapital in Form des Spielervermögens gegenwärtig ein bedeutendes Element in zahlreichen Wirtschaftsbereichen und Unternehmen dar. Die wirtschaftliche Konkurrenzsituation bedingt den Handel mit der Ressource Mensch, wobei in einem vorhandenen offenen Markt menschliche Arbeitskraft angeboten und nachgefragt wird. In Folge des Erwerbs des gehandelten Kapitals werden Preise gezahlt, welche vor der Übertragung des wirtschaftlichen Vorteils zwischen den beteiligten Vertragspartnern vereinbart werden. Borussia Dortmund würdigt die Bedeutung des Humankapitals in den Ausführungen im Geschäftsbericht, indem die Vereinsführung die Abhängigkeit des sportlichen und wirtschaftlichen Erfolges von der Qualität des Spielervermögens herausstellt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs ein und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich der Bilanzierung von Spielervermögen nach IFRS ab.
2. Wirtschaftliche Entwicklung des Berufsfußballs in Europa: Dieses Kapitel analysiert den Anstieg von Transferzahlungen und Gehältern sowie die Transformation traditioneller Vereine in moderne Kapitalgesellschaften.
3. Rechtliche Rahmenbedingungen des Verbandes: Hier werden die verbandsrechtlichen Vorgaben des DFB und die spezifischen Anforderungen an die Rechnungslegung für lizenzierte Kapitalgesellschaften gegenübergestellt.
4. Bilanzierung von Spielervermögen dem Grunde nach (IAS/IFRS): Das Kapitel befasst sich mit der abstrakten und konkreten Bilanzierungsfähigkeit von Spielervermögen gemäß IAS 38 als immaterieller Vermögenswert.
5. Bilanzierung von Spielvermögen der Höhe nach (IAS/IFRS): Hier stehen die Methoden der Zugangsbewertung (Kauf, Tausch, Ausleihe, Herstellung) und die Folgebewertung im Mittelpunkt.
6. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zur Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards im Profifußball zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Regulierungen wie das Financial Fairplay.
Spielervermögen, Humankapital, IFRS, IAS 38, Transferentschädigung, Lizenzspieler, Kapitalgesellschaft, Bilanzierung, Anschaffungskosten, Abschreibung, Profifußball, Bosman-Urteil, Lizenzierungsverfahren, immaterielle Vermögenswerte, Fair Value.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der bilanziellen Behandlung von Spielervermögen in Profifußballvereinen, die in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft organisiert sind, unter Anwendung internationaler Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS).
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Entwicklung des Fußballs, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Verbände, die Kriterien der Bilanzierungsfähigkeit von Spielrechten sowie deren Bewertung und Abschreibung.
Das Ziel ist es, zu klären, welche Anforderungen sich aus internationalen Rechnungslegungsstandards für Fußballvereine ergeben und wie Spielervermögen korrekt als immaterieller Vermögenswert bilanziert wird.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung von Fachliteratur, Urteilen, Verbandsordnungen (wie der DFB-Lizenzordnung) und internationalen Bilanzierungsstandards.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische und rechtliche Bestandsaufnahme sowie eine detaillierte schrittweise Bilanzanalyse nach IAS/IFRS, inklusive der Zugangsbewertung und Folgebewertung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Spielervermögen, Humankapital, IAS/IFRS, Transferentschädigungen, Kapitalgesellschaften im Fußball und immaterielle Vermögenswerte.
Das Urteil hat das europäische Transfersystem revolutioniert und führte dazu, dass Vereine Spieler nun verstärkt langfristig an sich binden, was die Notwendigkeit einer präzisen bilanziellen Erfassung dieser Vermögenswerte erhöht hat.
Durch die Ausgliederung unterliegen Fußballunternehmen den handelsrechtlichen Vorschriften für Kaufleute und müssen zudem oft detaillierte fußballspezifische Anhangsangaben sowie Konzernabschlüsse nach IFRS erstellen.
Ein Spieler ist bilanzierbar, wenn er identifizierbar ist, der Verein die Verfügungsmacht hat, ein künftiger wirtschaftlicher Nutzenzufluss wahrscheinlich ist und die Anschaffungskosten zuverlässig bewertbar sind.
Tauschgeschäfte werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) bewertet, sofern eine wirtschaftliche Substanz vorliegt; andernfalls erfolgt die Bewertung nach der Methode der Buchwertfortführung.
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