Examensarbeit, 2010
95 Seiten, Note: 1,0
Die Hausarbeit befasst sich mit der historischen und kritischen Analyse der Erziehung und Bildung im Dritten Reich. Sie untersucht die Ursachen, die zu einer heterogenen Gestalt des Schullebens unter der NS-Herrschaft führten, und analysiert die Auswirkungen der nationalsozialistischen Erziehungspolitik auf die Schule, die Lehrerschaft und die Schüler.
Die Einleitung stellt die Problemstellung der Arbeit vor und erläutert den bisherigen Forschungsstand zur Erziehung im Dritten Reich. Sie zeigt die unterschiedlichen Ansätze auf, die in der Forschung verwendet werden, und beleuchtet die Kontroversen und die Komplexität des Themas.
Das zweite Kapitel untersucht die Bildungspolitik und die pädagogische Lage in der Weimarer Republik. Es werden die Herausforderungen der Reformpädagogik und die Entwicklung konkurrierender Positionen dargestellt, die bereits Elemente des nationalsozialistischen Gedankenguts enthielten. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Schule und die Lehrerschaft werden ebenfalls analysiert.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der nationalsozialistischen Ideologie, die in Hitlers „Mein Kampf" formuliert wurde. Es werden die zentralen Elemente der NS-Weltanschauung, wie der Rassegedanke, das Auslese-Prinzip und das Führer-Gefolgschaftsprinzip, erläutert. Hitlers Erziehungsgrundsätze und -ziele werden anhand von Zitaten aus „Mein Kampf" analysiert, wobei die Umwertung traditioneller Erziehungswerte und die Bedeutung der „körperlichen Ertüchtigung", der „Charaktererziehung" und der „Wissensbildung" im nationalsozialistischen Sinne beleuchtet werden.
Das vierte Kapitel widmet sich der ersten Phase des nationalsozialistischen Erziehungs- und Bildungswesens in der Dynamik der Machtergreifung und Machtsicherung. Es werden die politischen Maßnahmen und Erlasse zur äußeren Umgestaltung der Schule, wie das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" und der Prozess der Gleichschaltung durch den NSLB, dargestellt. Die Anpassungsbereitschaft der Lehrerschaft und die Umgestaltung der Lehrerbildung werden ebenfalls analysiert.
Das fünfte Kapitel untersucht die Unterrichtswirklichkeit und die Grenzen der nationalsozialistischen Schulpolitik. Es werden das Verhalten der Lehrerschaft im „Dritten Reich", die Grenzen der NS-Schulpolitik und die Auswirkungen auf die Schüler sowie die Zeugenaussagen über die Schulzeit im „Dritten Reich" analysiert.
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Erziehung und Bildung im Dritten Reich, die nationalsozialistische Ideologie, die Gleichschaltung des Schulwesens, die Anpassungsbereitschaft der Lehrerschaft, die Grenzen der nationalsozialistischen Schulpolitik, die Auswirkungen auf die Schüler und die Rolle der Pädagogik in einer Diktatur. Empirische Forschungsergebnisse und Zeitzeugenberichte werden präsentiert, um die Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Erziehung und Bildung unter der NS-Herrschaft zu beleuchten. Der Text analysiert die unterschiedlichen Ansätze der Forschung und beleuchtet die Kontroversen und die Komplexität des Themas.
Das Hauptziel war die „Gleichschaltung“ des Schulwesens und die Funktionsminderung der Schule als Ort freier Bildung, um sie stattdessen als machtpragmatisches Instrument zur Indoktrination zu nutzen.
Hitler priorisierte die „körperliche Ertüchtigung“ und Charaktererziehung (Gehorsam, Willenskraft) weit vor der rein wissenschaftlichen Wissensbildung, basierend auf dem Rassebegriff und dem Führerprinzip.
Viele Pädagogen waren bereits durch die Krisen der Weimarer Republik und antidemokratische Tendenzen geprägt. Der Prozess der Gleichschaltung durch den NS-Lehrerbund (NSLB) verstärkte die Anpassungsbereitschaft.
Dieses Gesetz ermöglichte es dem NS-Regime, jüdische, politisch unliebsame oder „unzuverlässige“ Lehrkräfte aus dem Schuldienst zu entfernen und die ideologische Konformität sicherzustellen.
Ja, die Unterrichtswirklichkeit entsprach nicht immer der totalitären Theorie. Es gab Spannungen zwischen traditionellen Bildungsansprüchen und den neuen ideologischen Inhalten sowie Unterschiede im Verhalten einzelner Lehrer.
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