Masterarbeit, 2013
123 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Gliederung der Arbeit
2 Einführung Crowdinvesting
2.1 Abgrenzung und historische Entwicklung
2.1.1 Begriffsdefinition und Funktionsweise
2.1.2 Historische Entwicklung und Markt
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2.1 Vereinigte Staaten von Amerika
2.2.2 Deutschland
2.3 Chancen und Risiken aus Sicht der Akteure
2.3.1 Unternehmen
2.3.1.1 Chancen
2.3.1.2 Risiken
2.3.2 Investoren
2.3.2.1 Chancen
2.3.2.2 Risiken
2.3.3 Plattformbetreiber
2.3.3.1 Chancen
2.3.3.2 Risiken
2.4 Zwischenfazit
3 Crowdinvesting als Finanzierungsinstrument für den Mittelstand
3.1 Abgrenzung mittelständische Unternehmen
3.1.1 Quantitative Merkmale
3.1.2 Qualitative Merkmale
3.1.3 Kombination quantitativer und qualitativer Merkmale
3.1.4 Restriktionen der etablierten Abgrenzungen
3.1.5 Abgrenzung für die vorliegende Arbeit
3.2 Finanzierungssituation im Mittelstand
3.2.1 Definition und Abgrenzung des Finanzierungsbegriffs
3.2.2 Arten und Erscheinungsformen von Finanzierungen
3.2.3 Aktuelle Mittelstandsfinanzierung und Herausforderungen
3.3 Das patriarchische Nachrangdarlehen in der Mittelstandsfinanzierung
3.3.1 Eingrenzung Nachrang- und patriarchische Darlehen
3.3.2 Das finanzwirtschaftliche Zielsystem als Bewertungsrahmen
3.3.3 Eignung des patriarchischen Nachrangdarlehens
3.4 Zwischenfazit
4 Anforderungen an die Ausgestaltung eines mittelstandsorientierten Crowdinvesting-Marktes
4.1 Der Markt im Lichte der Neuen Institutionenökonomik
4.1.1 Grundannahmen, Begriffe und Abgrenzung zur Neoklassik
4.1.2 Die Neue Institutionenökonomik in ihrer Anwendung auf Märkte
4.1.3 Neoinstitutionelle Ansätze zur Marktorganisation
4.2 Neoinstitutionelle Analyse des Crowdinvesting-Marktes
4.2.1 Marktspezifische Verfügungsrechtsordnung
4.2.2 Transaktionskosten in relational bilateralen Verträgen
4.2.2.1 Such- und Inspektionskosten vor Vertragsabschluss
4.2.2.2 Vertragsabschlusskosten
4.2.2.3 Durchsetzungs- und Kontrollkosten nach Vertragsabschluss
4.2.3 Überlegungen zur Prinzipal-Agenten-Problematik
4.2.4 Regulierungsinstrumente und weitere Handlungsfelder im institutionellen Umfeld
4.2.4.1 Prospektpflicht
4.2.4.2 Zeichnungsbechränkung
4.2.4.3 Weitere Handlungsfelder im institutionellen Umfeld
4.3 Erfolgsfaktoren eines mittelstandsorientierten Crowdinvesting-Marktes
5 Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Master Thesis ist die Untersuchung, ob Crowdinvesting als Finanzierungsinstrument für bereits am Markt agierende mittelständische Unternehmen geeignet ist. Hierbei wird geprüft, wie dieses Instrument unter Berücksichtigung von Theorie und Praxis im deutschen Mittelstand angewendet werden kann, insbesondere unter Einbeziehung der Neuen Institutionenökonomik und des finanzwirtschaftlichen Zielsystems von Familienunternehmen.
2.1.1 Begriffsdefinition und Funktionsweise
Eine klare Abgrenzung des Begriffs Crowdinvesting wird u.a. durch vielfach synonym genutzte anglo-amerikanische Begrifflichkeiten, wie Equity Crowdfunding oder Peer-2-Peer Lending erschwert. Um die unterschiedlichen Begrifflichkeiten von Schwarmfinanzierung besser einzuordnen, werden nachfolgend neben den terminologischen Facetten auch funktionale Implikationen der Wortbedeutungen veranschaulicht.
Im Rahmen des sog. Crowdsourcing werden Funktionen und Aufgaben eines Unternehmens von einer Vielzahl an Freiwilligen („Crowd“) übernommen („Outsourcing“). Diese partizipieren aus unterschiedlichen Motiven heraus, zumeist per Internet, an Forschungs- und Problemlösungsaufgaben. Das Konzept beruht auf der Idee der „Weisheit der Menge“. Eine Gruppe von Individuen hat unter bestimmten Voraussetzungen demzufolge bessere Möglichkeiten, optimierte Gesamtergebnisse zu erreichen als einzelne Personen bzw. einzelne Unternehmen. Die rasante Entwicklung des World Wide Web förderte diesen Gedanken zusätzlich. Nach Heimbuch wird Crowdsourcing demnach als „...die Bearbeitung einer klar definierten und fragmentierten Aufgabe, welche standortunabhängig und in Teilen lösbar ist [bezeichnet]. Dazu bearbeitet eine undefinierte Gruppe Freiwilliger mithilfe von Informations- und Kommunikationssystemen einen Teil dieser Aufgabe.“
Die Vielzahl an Aufgaben, die von den unterschiedlichen Initiatoren an eine Crowd gestellt werden sowie die Gestaltung des Belohnungssystems machen eine weitere Eingrenzung des Crowdsourcing in vier Unterformen notwendig: Crowdwisdom, Crowdcreation, Crowdvoting und Crowdfunding.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Crowdinvesting, definiert die Problemstellung und beschreibt das Ziel der Arbeit, eine Eignungsprüfung für mittelständische Unternehmen durchzuführen.
2 Einführung Crowdinvesting: Dieses Kapitel liefert eine theoretische und historische Einführung in die Schwarmfinanzierung sowie eine Analyse der Chancen und Risiken für die verschiedenen Akteure.
3 Crowdinvesting als Finanzierungsinstrument für den Mittelstand: Hier erfolgt eine Definition des Mittelstandes, die Analyse seiner Finanzierungssituation und die Bewertung des patriarchischen Nachrangdarlehens anhand eines finanzwirtschaftlichen Zielsystems.
4 Anforderungen an die Ausgestaltung eines mittelstandsorientierten Crowdinvesting-Marktes: In diesem Kapitel wird der Markt aus Perspektive der Neuen Institutionenökonomik analysiert, um Erfolgsfaktoren und Handlungsfelder für einen mittelstandsorientierten Markt abzuleiten.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Handlungsfelder für Crowdinvesting im Mittelstand.
Crowdinvesting, Schwarmfinanzierung, Mittelstandsfinanzierung, Familienunternehmen, Patriarchisches Nachrangdarlehen, Finanzinnovation, Neue Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Kapitalbeschaffung, Unternehmensfinanzierung, Investoren, Startups, Beteiligung, Finanzplanung, Risikomanagement
Die Arbeit untersucht, ob Crowdinvesting als alternative Finanzierungsform für mittelständische Unternehmen sinnvoll und einsetzbar ist.
Die zentralen Themen sind Crowdinvesting, der deutsche Mittelstand, Finanzierungsinstrumente (insbesondere das patriarchische Nachrangdarlehen) sowie die Neue Institutionenökonomik.
Das Ziel ist zu prüfen, ob sich Crowdinvesting für den Mittelstand eignet und welche Anforderungen an die praktische Ausgestaltung eines entsprechenden Marktes gestellt werden müssen.
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis aktueller Studien und Experteninterviews vorgenommen, unter Anwendung neoinstitutioneller Ansätze und eines finanzwirtschaftlichen Zielsystems.
Der Hauptteil analysiert die Grundlagen des Crowdinvesting, definiert den Mittelstand, prüft die Eignung des Nachrangdarlehens und entwickelt unter neoinstitutionellen Gesichtspunkten Erfolgsfaktoren für einen spezialisierten Markt.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Crowdinvesting, Mittelstandsfinanzierung, Patriarchisches Nachrangdarlehen, Familienunternehmen, Transaktionskosten und Neue Institutionenökonomik.
Die Wahl begründet sich vor allem durch den deutschen Rechtskontext, der bei eigenkapitalbasierten Finanzierungsrunden über 100.000 € eine Registrierung bei der BaFin vorsieht, was bei diesem Instrument entfällt.
Im Vergleich zum Bankdarlehen ist Crowdinvesting derzeit teurer und erfordert eine höhere Offenlegung gegenüber einem großen Adressatenkreis, bietet dafür aber einen Verzicht auf Sicherheiten und ist unabhängig vom klassischen Bankenmarkt.
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