Masterarbeit, 2014
97 Seiten
1.Einleitung
2. Das Familienzentrum NRW
2.1 Einleitend
2.2 Das Familienzentrum als Landesprojekt
2.2.1 Die Early Excellence Centres als Vorbild für Institutionen in Deutschland
2.2.2 Die gesetzlichen Grundlagen
2.2.3 Das Familienzentrum in seiner Pilotphase
2.3 Die Kriterien des Gütesiegels ,,Familienzentren Nordrhein-Westfalen’’
2.3.1 Niedrigschwelliger Zugang
2.3.2 Basis- und Aufbauleistungen
2.3.3 Die Rezertifizierung
3. Multikulturelle Gesellschaft und interkulturelle Kompetenzen
3.1 Lebenslagen und Zahlen
3.1.1 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland und NRW
3.1.2 Familienstrukturen, Geschlechterrollen und Wohnverhältnisse
3.1.3 Politische, berufliche und soziale Partizipation
3.1.4 Sprachliche Integration und Bildung
3.2 Interkulturelle Kompetenzen und andere Begrifflichkeiten
3.2.1 Integration und der Kulturbegriff
3.2.3 Interkulturelle Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit
3.2.4 Interkulturelle Sensibilisierung und Öffnung von Individuum und Institution
3.3 Interkulturelle Kompetenz als Arbeitsansatz im Elementarbereich
3.3.1 Befreiung von der Stereotypisierung und Defizitarbeit
3.3.2 Interkulturelles Arbeiten in der Kindertageseinrichtung
3.3.3 Die interkulturelle Öffnung in den Gütesiegelkriterien für Familienzentren – Umsetzung in der Praxis aktuell
4. Herausforderung und Gewinne einer interkulturellen Öffnung in Familienzentren
4.1 Die interkulturelle Öffnung führt zu einer lernenden Organisation
4.1.1 Die Rolle der Sprache als Kulturträger
4.1.2 Zusammenarbeit mit Eltern
4.2 Strukturelle Anforderungen
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung einer interkulturellen Öffnung in Familienzentren in Nordrhein-Westfalen. Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, warum diese Öffnung angesichts einer zunehmend diversen Gesellschaft für die Qualität frühkindlicher Bildung unerlässlich ist und wie Einrichtungen diesen Prozess im Rahmen der Zertifizierungs- und Rezertifizierungsvorgaben erfolgreich gestalten können.
3.2.1 Integration und der Kulturbegriff
,,Integration ist ein lebensnaher Suchbegriff, der mehr von konkreten Situationen als von starren Prinzipien und Kategorien geprägt und deshalb nicht abschließend zu definieren ist’’. Das ist eine ernüchternde Feststellung und das Ergebnis eines jahrelangen Bemühens, dem Begriff der Integration Form und Standfestigkeit zu verleihen.
Das Wort, ursprünglich ,,integratio’’ aus dem Lateinischen, bedeutet streng übersetzt die Wiederherstellung des Ganzen, die Einbeziehung in ein übergeordnetes Ganzes, die Eingliederung eines Individuums in eine soziale Gruppe.
Soziale Integration wiederum vollzieht sich, in dem Positionen und Funktionen in einem sozialen Gebilde einer Person zugewiesen werden, damit die Elemente des sozialen Systems zu einander im Bezug stehen, funktional aufeinander angewiesen sind und sich somit zu einem Ganzen konstituieren. Die soziale Integration setzt voraus, dass das vorhandene System aufnahmebereit ist.
Abzugrenzen von dem Begriff Integration ist zum Beispiel die Assimilation, die Angleichung an eine fremde Kultur durch Aufgeben der mitgebrachten Werte und Kulturmuster.
Die Sichtweisen zu der Integration von Einwanderern sind in Deutschland vor Allem politisch kontrovers. Geleitet werden die Diskussionen von der unterschiedlichen Ansicht, wie das gesellschaftliche Gebilde in Deutschland auszusehen hat.
1.Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt in Deutschland und fordert einen Wandel von einer problemorientierten zu einer diversitätsorientierten Integrationsstrategie in Kindertageseinrichtungen.
2. Das Familienzentrum NRW: Hier werden die strukturellen und gesetzlichen Grundlagen der Familienzentren in NRW beleuchtet, einschließlich der Pilotphase, des Gütesiegels und der Anforderungen an eine qualitativ hochwertige Familienbildung.
3. Multikulturelle Gesellschaft und interkulturelle Kompetenzen: Das Kapitel analysiert aktuelle demografische Lebenslagen, definiert den Begriff der interkulturellen Kompetenz wissenschaftlich und kritisiert die häufige Konzentration auf Defizitarbeit im pädagogischen Alltag.
4. Herausforderung und Gewinne einer interkulturellen Öffnung in Familienzentren: Dieses Kapitel betrachtet die interkulturelle Öffnung als Prozess der Organisationsentwicklung, der durch eine ressourcenorientierte Zusammenarbeit mit Eltern und eine sensible Sprachförderung aktiv gestaltet werden muss.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die interkulturelle Öffnung eine fortwährende Herausforderung darstellt, die nur durch eine tiefergehende strukturelle und personelle Verankerung in den Einrichtungen langfristig zum Gewinn für die gesamte Gesellschaft führen kann.
Familienzentrum, Interkulturelle Öffnung, Kindertageseinrichtung, NRW, Migrationshintergrund, Sprachförderung, Integrationsstrategie, Diversität, Elternarbeit, Interkulturelle Kompetenz, Bildungsanspruch, Organisationsentwicklung, Elementarbereich, Soziale Teilhabe, Gütesiegel
Die Arbeit befasst sich mit der interkulturellen Öffnung von Familienzentren in Nordrhein-Westfalen als einem zentralen Baustein zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit in einer diversen Gesellschaft.
Zu den Schwerpunkten zählen die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Familienzentren, die Analyse der Lebenslagen von Menschen mit Migrationshintergrund sowie die wissenschaftliche Fundierung interkultureller Kompetenz im pädagogischen Alltag.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Familienzentren durch eine interkulturelle Ausrichtung ihre Rolle als Lernende Organisation stärken und Barrieren für Familien mit Migrationsgeschichte durch gezielte Qualitätsentwicklung abbauen können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und fachwissenschaftlicher Diskurse zur Interkulturellen Pädagogik und Migrationsforschung sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit offiziellen Zertifizierungskriterien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der demografischen Realitäten, eine theoretische Herleitung von Begrifflichkeiten zur Integration und eine detaillierte Prüfung der bisherigen Umsetzung interkultureller Standards in den Gütesiegelkriterien.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Familienzentrum, Interkulturelle Kompetenz, Diversität, Ressourcenorientierung, Elternmitarbeit und Bildungsanspruch geprägt.
Sprache wird als wesentlicher Kulturträger und Schlüssel zur sozialen Teilhabe verstanden; die Arbeit beleuchtet dabei kritisch, wie Sprachförderung im Kindergartenalter zwischen notwendiger Unterstützung und Stigmatisierung changiert.
Die Autorin betont, dass eine gelungene interkulturelle Öffnung ohne eine gleichberechtigte Erziehungspartnerschaft mit Eltern – weg von einer Defizitorientierung hin zu einer Anerkennung der familiären Ressourcen – nicht möglich ist.
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