Masterarbeit, 2011
125 Seiten, Note: 1,0
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
3. THEORETISCHER HINTERGRUND
3.1 Zur Sterbehilfe aus juristischer und ethischer Perspektive
3.1.1 Die Rechtslage in Deutschland
3.1.2 Die ethische Debatte zum Thema Sterbehilfe
3.2 Strukturelle Rahmenbedingungen der stationären Altenpflege
3.2.1 Heiminfrastruktur in Deutschland
3.2.2 Die Situation der Heimbewohner
3.2.3 Die personelle Situation in den Alten- und Pflegeheimen
3.2.4 Herausforderungen der stationären Altenpflege
3.3 Die Pflege am Lebensende in der stationären Altenpflege
3.3.1 Zur Situation Sterbender im Alten- und Pflegeheim
3.3.2 Pflegekräfte als wichtigste Sterbebegleiter
3.3.3 Die Implementierung von Palliative Care
3.4 Meinungsforschung zum Thema Sterbehilfe/-begleitung
3.4.1 Allgemeine Umfrageergebnisse
3.4.2 Einstellungen von Pflegenden
4. METHODISCHES VORGEHEN
4.1 Forschungsfragen und Zielsetzung
4.2 Forschungsdesign und Instrumente
4.3 Stichprobenkonstruktion
4.4 Datenerhebung und -auswertung
5. ERGEBNISSE
5.1 Stichprobenbeschreibung
5.2 Zur Arbeitssituation der Pflegefachkräfte in der stationären Altenpflege
5.3 Erfahrungen und Einschätzungen zur Palliativersorgung
5.4 Ethische Einstellungen zu verschiedenen Formen der Sterbehilfe
6. DISKUSSION
6.1 Diskussion der Einschätzungen zur Arbeitssituation
6.2 Diskussion der Erfahrungen und Einschätzungen zur Palliativversorgung
6.3 Diskussion der ethischen Einstellungen
7. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND PERSPEKTIVEN
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die subjektive Einschätzung der Arbeitssituation sowie der palliativen Versorgungssituation durch Pflegefachkräfte in stationären Altenpflegeeinrichtungen in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück, um daraus Erkenntnisse über deren ethische Einstellungen zu verschiedenen Formen der Sterbehilfe abzuleiten.
3.1.2 Die ethische Debatte zum Thema Sterbehilfe
Im Umgang mit Sterbenden ergeben sich unzählige moralische Fragestellungen, die u.a. von folgenden ethischen Kontexten bestimmt werden: Menschenwürde, Autonomie, Fürsorge, Tun und Unterlassen, Unverfügbarkeit des menschlichen Lebens, Fremdtötungsverbot, Recht auf Selbstbestimmung, Berufsethos.79
Da eine erschöpfende Darstellung an dieser Stelle nicht möglich ist, soll auf drei Bereiche eingegangen werden, die für die Fragebogenuntersuchung besonders relevant sind:
1) Therapieverzicht bzw. -abbruch ohne den ausdrücklichen Willen des Sterbenden,
2) Palliative Sedierung am Lebensende sowie
3) Ärztlich assistierter Suizid und die Tötung auf Verlangen.
Diese werden vor dem Hintergrund der oben genannten ethischen Themenkreise diskutiert.
Das Unterlassen und das Unterbrechen einer Therapie im finalen Stadium sind zwar grundsätzlich äquivalent zu beurteilen, da sie beide den Sterbeprozess zulassen und eine nicht notwendige Therapie ablehnen, aber in der Praxis sind sie nicht gleich angesehen, weil beim Therapieabbruch meist ein aktives Handeln des Arztes notwendig ist und es darüber hinaus schwieriger ist, mit den Angehörigen darüber zu kommunizieren.80 Ferner kann das Empfinden bestehen, dass manche Therapien einfacher abzusetzen sind als andere. Beispielsweise fällt es oft leichter, eine kurative Behandlung sukzessive zu reduzieren oder nicht mehr zu intensivieren. Belastender für die Beteiligten sind hingegen das Abbrechen einer Antibiotikatherapie, die Einstellung der Ernährung und/oder Flüssigkeitszufuhr, der Dialyse oder der Beatmung.81
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach einem Sterben in vertrauter Umgebung und der Realität in institutionalisierten Pflegeeinrichtungen sowie die Relevanz der Untersuchung des Meinungsbildes von Pflegenden.
2. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Hier werden zentrale Begriffe der Sterbehilfe, wie Sterbebegleitung, Tötung auf Verlangen und Palliative Sedierung, unter Berücksichtigung aktueller ethischer Debatten definiert.
3. THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen, strukturelle Gegebenheiten in der Altenpflege und den aktuellen Stand der Forschung zur Sterbebegleitung.
4. METHODISCHES VORGEHEN: Der empirische Teil der Arbeit wird beschrieben, inklusive der Forschungsfragen, des Studiendesigns und der Instrumente der Datenerhebung.
5. ERGEBNISSE: Die erhobenen Daten zur Arbeitssituation und zu den Einstellungen der Pflegefachkräfte werden dargestellt und durch statistische Kreuzvergleiche analysiert.
6. DISKUSSION: Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen diskutiert, wobei insbesondere der Einfluss von Berufserfahrung, Belastung und Trägerschaft auf die Einstellungen beleuchtet wird.
7. SCHLUSSFOLGERUNGEN UND PERSPEKTIVEN: Abschließend werden Implikationen für die Altenpflegepraxis und die Ausbildung abgeleitet sowie weiterer Forschungsbedarf formuliert.
Sterbehilfe, Sterbebegleitung, Palliative Care, Altenpflege, stationäre Altenpflege, Pflegeethik, Berufszufriedenheit, Arbeitssituation, Patientenverfügung, medizinisch assistierter Suizid, Euthanasie, Pflegefachkräfte, Palliative Sedierung, Ethik in der Pflege, Bewohnerzufriedenheit.
Die Arbeit untersucht das Meinungsbild von Pflegefachkräften in stationären Altenpflegeeinrichtungen in Osnabrück zu Fragen der Sterbebegleitung und ethischen Entscheidungen am Lebensende.
Die Arbeit fokussiert auf die Arbeitssituation der Pflegenden, deren Erfahrungen mit Palliative Care und deren ethische Einstellung zu verschiedenen Sterbehilfeformen.
Ziel ist es, zu klären, wie Pflegefachkräfte die derzeitige Sterbesituation in Heimen einschätzen und von welchen Kenntnissen und Einstellungen sie bei der Arbeit mit sterbenden Bewohnern geleitet werden.
Es handelt sich um eine quantitative Querschnittstudie mit einem theoriegeleiteten, standardisierten Fragebogen, der an Pflegefachkräfte in Stadt und Landkreis Osnabrück gerichtet war.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Hintergrund zu ethischen und rechtlichen Aspekten der Sterbehilfe sowie eine detaillierte Auswertung der empirischen Ergebnisse und deren Diskussion.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sterbehilfe, Palliative Care, Altenpflege, Pflegeethik und Berufszufriedenheit charakterisieren.
Die Studie zeigt Unterschiede im Antwortverhalten bei Aussagen zu Pflegestandards und zur interdisziplinären Zusammenarbeit, wobei Frauen bei sozialen Interaktionen oftmals eine reibungslosere Zusammenarbeit wahrnehmen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass mittelgroße Heime von den Mitarbeitern hinsichtlich der Bedeutung würdevoller Sterbebegleitung und der Arbeitsbedingungen teils positiver bewertet werden als sehr große oder kleine Einrichtungen.
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