Bachelorarbeit, 2014
51 Seiten
1. Einleitung
2. Arthur Schopenhauer: Einführende Darstellung
2.1. Die Welt als Wille und Vorstellung
2.1.1. Erkenntnistheoretische Überlegung: Die Anschauung des Anschauenden
2.1.2. Metaphysische Überlegungen: Die Dechiffrierung der Welt
2.1.3. Ästhetische Überlegungen: Die willenlose Erkenntnis
2.1.4. Ethische Überlegungen: Die Verneinung des Willens
3. Max Horkheimer
3.1. Schopenhauers Rolle in Horkheimers Jugend
3.2. Vom Cornelius Schüler zum Leiter des Instituts für Sozialforschung
3.3. Theoretische und historische Umstände der Beschäftigung mit Schopenhauer
3.4. Schopenhauers Einfluss auf Horkheimers Spätwerk
3.4.1. Pessimismus als kritische Aufhebung der bisherigen Kritischen Theorie
3.4.2. Georg Lukács Vorwurf der indirekten Apologetik
3.4.3. Metaphysische Verlassenheit & die Abschaffung des Leids
3.4.4. Neue Perspektiven der Kritischen Theorie
3.4.5. Die pessimistische Begründung der Moral
3.4.6. Reibungspunkte zwischen Schopenhauer und der Kritischen Theorie
3.4.7. Abschließende Gedanken zur Bedeutung der ästhetischen Betrachtungen
4. Schluss
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Arthur Schopenhauers Philosophie für das Denken Max Horkheimers, insbesondere in dessen Spätwerk. Dabei wird analysiert, inwieweit der pessimistische Gehalt von Schopenhauers Willensmetaphysik als Korrektiv oder Ergänzung zur Kritischen Theorie fungiert, um gesellschaftliche Krisenphänomene im Kontext der Nachkriegszeit besser zu erfassen.
2.1.2 Metaphysische Überlegungen: Die Dechiffrierung der Welt
Verbleibt Kant viel mehr bei der Nennung des Dinges an Sich und lässt ihm im Verlauf seiner Erkenntnistheorie relativ wenig Interesse zukommen, „kann die Schopenhauersche Philosophie mit solcher bedachtsam hingenommenen Unbegreiflichkeit sich nicht abfinden“25.
Dass Schopenhauer nicht bereit dazu ist, die Frage nach dem wesenhaften Ding an Sich im Status der kantschen Philosophie zu belassen, beweist ferner ein Blick auf seine Bemerkungen über die Naturwissenschaften. Selbige sind für ihn immer nur Annäherungen an die Wahrheit, getragen von empirischen Anschauungen der Wirklichkeit, an deren kausale Verbindungen man sich dem Satz vom Grunde folgend annähert. Dabei sei es jedoch nicht möglich über die Welt als Vorstellung hinaus zu gehen und damit die Frage nach dem „Warum“ der beispielsweise im Reich der Naturwissenschaften geltenden Naturgesetze zu beantworten. Damit markiert Schopenhauer die Grenze der Naturwissenschaft, deren Schaffen sich im Erkennen von Ursachen und Motiven von einzelnen Erscheinungen erschöpft. Wo das wissenschaftliche Zuständigkeitsgebiet der Physik endet, - nämlich beim letzten Grund - beginnt die Metaphysik.
Unbefriedigt von der Unsichtbarkeit eines Wesens der Dinge lenkt Schopenhauer seinen Blick auf die Leibhaftigkeit des erkennenden Subjekts. Diese Erweiterung der Perspektive, den Erkenntnis und Denkprozess nicht als rein geistiges Phänomen, sondern als gebunden an einen Leib zu begreifen, führt Schopenhauer zum Willen als metaphysisches Prinzip. Am Leib zeigen sich zahlreiche Manifestationen des Willens; vor allen Dingen vom Bewusstsein nicht gesteuerte Prozesse wie Hunger sowie Durst und der Trieb beide zu stillen oder der Sexualtrieb leiten Schopenhauer zur Willensmetaphysik, denn jegliche „Aktion des Leibes ist nichts anderes als der objektivierte, d.h. in die Anschauung getretene Akt des Willens.“26.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, welche Bedeutung das Werk Schopenhauers für die Entwicklung der Kritischen Theorie bei Max Horkheimer hatte.
2. Arthur Schopenhauer: Einführende Darstellung: Dieser Teil expliziert die Grundbegriffe von Schopenhauers Philosophie, insbesondere das System von Wille und Vorstellung sowie seine Ethik und Ästhetik.
3. Max Horkheimer: Das Hauptkapitel beleuchtet Horkheimers intellektuelle Biografie und untersucht detailliert, wie er Schopenhauers pessimistische Philosophie in sein Denken integriert und kritisch verarbeitet.
4. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert, dass Horkheimer Schopenhauer als wichtiges Korrektiv begreift, welches ihn in einer Phase des historischen Pessimismus unterstützt, ohne die Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft vollständig aufzugeben.
Max Horkheimer, Arthur Schopenhauer, Kritische Theorie, Wille und Vorstellung, Pessimismus, Metaphysik, Dialektik der Aufklärung, Mitleid, Solidarität, Individuum, Gesellschaftskritik, Materialismus, Vernunft, Entfremdung, Moderne.
Die Arbeit untersucht den Einfluss des philosophischen Pessimismus von Arthur Schopenhauer auf das Denken von Max Horkheimer, insbesondere auf die Transformation der Kritischen Theorie in der Nachkriegszeit.
Zentrale Themen sind die Willensmetaphysik Schopenhauers, die ideologiekritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität, das Verhältnis von Individuum und Kollektiv sowie die Frage der Begründbarkeit von Moral und Solidarität.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob und wie Horkheimer Schopenhauers pessimistische Ansätze in sein materialistisches Konzept integriert hat, um das Versagen der Vernunftgeschichte und die Totalität der verwalteten Welt theoretisch zu erfassen.
Es handelt sich um eine philosophiegeschichtliche und ideologiekritische Analyse, die Horkheimers Spätwerke und Aufsätze mit den Primärtexten Schopenhauers vergleicht.
Im Hauptteil werden Horkheimers verschiedene Schaffensperioden durchleuchtet, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Rezeption des "pessimistischen" Schopenhauer als notwendigem Korrektiv zu Hegels Geschichtsoptimismus liegt.
Die zentralen Schlüsselwörter sind Horkheimer, Schopenhauer, Kritische Theorie, Pessimismus, Wille, Solidarität und Entfremdung.
Während Lukács Schopenhauer als "indirekten Apologeten" des Kapitalismus kritisiert, sieht Horkheimer in der pessimistischen Negativität einen Vorschein der Kritischen Theorie, da sie keinen falschen metaphysischen Trost anbietet.
Horkheimer transformiert Schopenhauers Mitleidsethik in ein auf die Leiblichkeit und Sterblichkeit gegründetes Motiv der Solidarität zwischen allen Kreaturen, das als letzte Möglichkeit fungiert, angesichts gesellschaftlicher Kälte Menschlichkeit zu bewahren.
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