Diplomarbeit, 2013
126 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung, Ziele und Methoden
2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1 Modellierung und Notation
2.2 Geschäftsprozess und Workflow
2.3 Web Services und Serviceorientierte Architekturen
2.4 IT-Compliance und IT-Governance
3 Literatur
3.1 Literatursuche
3.1.1 Suche in Online-Katalogen
3.1.2 Suche in ausgewählten Publikationen
3.2 Monografien
3.3 Beiträge in Fachzeitschriften und Tagungsbänden
3.3.1 Selektion
3.3.2 Auswertung
3.3.2.1 Erscheinungsjahr
3.3.2.2 Inhalte
3.3.2.3 Methoden
3.3.2.4 Forschungszweck
4 Business Rules-Konzepte
4.1 Die Bedeutung von Regeln und deren Automatisierung
4.2 Regelbasierte Ansätze in der Wirtschaftsinformatik
4.2.1 Ausgangslage
4.2.2 Expertensysteme
4.2.3 Datenbankorientierte Ansätze
4.2.4 Objektorientierte Modellierung
4.3 Der Business Rules-Ansatz
4.3.1 Der Begriff der Geschäftsregel
4.3.2 Die Entstehung und Bedeutung des Business Rules-Ansatzes
4.3.3 Anforderungen an Geschäftsregeln
4.3.3.1 Allgemeines
4.3.3.2 Anforderungen an einzelne Geschäftsregeln
4.3.3.3 Anforderungen an Geschäftsregelmengen
4.3.3.4 Anforderungen an den Umgang mit Geschäftsregeln
4.3.4 Die Identifikation von Geschäftsregeln
4.4 Geschäftsregeln in angrenzenden Forschungsgebieten
4.4.1 IT-Compliance
4.4.2 Semantic Web
4.5 Methodenspektrum der analysierten Artikel
5 Die Klassifikation von Geschäftsregeln
5.1 Motive und Anforderungen
5.2 Implementierungsnahe Klassifikationsschemata
5.2.1 Das periodische System der Geschäftsregeln nach ROSS
5.2.2 Das ECA-Klassifikationsschema nach HERBST/KNOLMAYER
5.2.3 Regelkategorien nach ODELL
5.3 Klassifikationsschemata nach dem Regelinhalt
5.3.1 Die Klassifikationen nach VON HALLE und der BRG
5.3.2 Klassifikationen nach dem Meta-Modell der SBVR
5.4 Methodenspektrum der analysierten Artikel
6 Die Modellierung von Geschäftsregeln
6.1 Klassifikationen von Modellierungsmethoden
6.2 Unabhängige Ansätze der Geschäftsregelmodellierung
6.2.1 Grafische Modellierungsmethoden
6.2.2 Sprachlich-semantische Modellierungsmethoden
6.2.2.1 Die ECAA-Notation
6.2.2.2 Regelschablonen nach VON HALLE
6.2.2.3 SBVR Structured English (SBVR-SE)
6.2.3 Tabellarische Modellierungsmethoden
6.3 Integrierte Ansätze der Geschäftsregelmodellierung
6.3.1 Geschäftsregeln in UML
6.3.1.1 Allgemeines
6.3.1.2 OCL
6.3.1.3 Stereotype und Tagged Values
6.3.2 Geschäftsregeln in Methoden der Geschäftsprozessmodellierung
6.4 Methodenspektrum der analysierten Artikel
7 Die Implementierung von Geschäftsregeln
7.1 Klassifikationen von Softwarekomponenten und -systemen
7.2 Rule Execution Technologie
7.2.1 Regelausführung auf der Präsentationsebene
7.2.2 Regelausführung auf der Applikationsebene
7.2.2.1 Die Funktionsweise von Rule Engines
7.2.2.2 Integrationsformen von Rule Engines
7.2.3 Regelausführung auf der Steuerungsebene
7.2.4 Regelausführung auf der Datenhaltungsebene
7.3 Rule Management Technologie
7.3.1 Begriffsdefinition und Systembestandteile
7.3.2 Aufgaben
7.4 Methodenspektrum der analysierten Artikel
8 Der Business Rules-Ansatz – ein neues Paradigma?
Ziel der Arbeit ist es, Konzepte, Modellierungs- und Implementierungsansätze für Geschäftsregeln in der Wirtschaftsinformatik systematisch zusammenzutragen, diese anhand inhaltlicher, methodischer und historischer Aspekte zu bewerten und so den derzeitigen Forschungsstand (State-of-the-Art) sowie zukünftige Forschungsschwerpunkte zu identifizieren.
4.3.1 Der Begriff der Geschäftsregel
Für den Geschäftsregel- oder Business Rules-Begriff existiert keine allgemein anerkannte, einheitliche Definition. Tabelle 5 enthält eine Übersicht über einige Definitionen, die von unterschiedlichen Autoren vorgeschlagen wurden.
Weitestgehend Einigkeit besteht somit dahingehend, dass Geschäftsregeln erstens Einschränkungen darstellen, die sich zweitens auf betriebliche Aspekte beziehen. Das Kriterium der Einschränkung wird zumeist sehr weit gefasst, bezieht sich also nicht nur auf betriebliches Handeln oder Unterlassen, sondern auch auf definitorische Einschränkungen von Begriffen und ihren Beziehungen zu einem bestimmten Wissensgebiet, sog. Ontologien. Da die nachfolgenden Aussagen diese Kriterien erfüllen, sind sie gleichermaßen als Geschäftsregeln anzusehen:
„Wenn der Kaufpreis bezahlt wurde, ist die Ware zu versenden.“
„Ein Praktikant darf keine Bestellungen entgegennehmen“
„Zu jeder Auftragsnummer muss genau eine Kundennummer existieren.“
Darüber hinaus lassen die vertretenen Begriffsverständnisse aber auch deutliche Unterschiede erkennen: Während ROSS (2008) und INMON/O’NEIL/FRYMAN den Geschäftsregelbegriff nur auf solche Einschränkungen beziehen, die im Einflussbereich des Unternehmens liegen, schließen die übrigen Autoren externe Restriktionen nicht ausdrücklich aus. Strittig ist somit, inwiefern insbesondere der unter dem Stichwort Compliance zusammengefasste Bereich gesetzlicher Regelungen und extern vorgegebener Standards, aber auch der der physikalischen Gesetze definitorisch mit einzubeziehen sind.
1 Problemstellung, Ziele und Methoden: Die Einleitung definiert das Wirtschaften als regelbasiertes Handeln und erläutert die Motivation, Geschäftsregeln als entkoppelte Erkenntnisobjekte zur Steigerung der IT-Agilität zu untersuchen.
2 Grundlagen und Begriffsdefinitionen: Dieses Kapitel führt zentrale Konzepte wie Modellierung, Geschäftsprozesse, Web Services und IT-Compliance ein, um ein Verständnis für die technologischen Rahmenbedingungen zu schaffen.
3 Literatur: Es werden die angewandten Methoden zur Literatursuche, Selektion und Auswertung der untersuchten Artikel und Monografien detailliert beschrieben.
4 Business Rules-Konzepte: Hier werden der Geschäftsregelbegriff, dessen Bedeutung, die Identifikation von Regeln und die historische Entwicklung des Ansatzes sowie dessen Bezug zu Expertensystemen behandelt.
5 Die Klassifikation von Geschäftsregeln: Das Kapitel analysiert verschiedene Klassifikationsschemata, unterteilt nach ihrer Nähe zur Implementierung (z.B. nach Ross oder Odell) und ihrem inhaltlichen Bezug (z.B. nach von Halle oder SBVR).
6 Die Modellierung von Geschäftsregeln: Es erfolgt eine Analyse von Modellierungsmethoden, reichend von unabhängigen grafischen und verbalen Ansätzen bis hin zu integrierten Methoden in UML.
7 Die Implementierung von Geschäftsregeln: Hier wird die technische Umsetzung durch Rule Execution und Rule Management Technologien auf verschiedenen Schichten der Softwarearchitektur beleuchtet.
8 Der Business Rules-Ansatz – ein neues Paradigma?: Das Fazit bewertet den aktuellen Forschungsstand und diskutiert, ob der Ansatz als eigenständiges Paradigma in der Wirtschaftsinformatik angesehen werden kann.
Business Rules, Geschäftsregeln, Modellierung, Implementierung, IT-Agilität, Rule Engine, BRMS, IT-Compliance, Semantic Web, Geschäftsprozessmanagement, Klassifikation, SBVR, UML, OCL, Datenintegrität
Die Arbeit untersucht den „Business Rules-Ansatz“ in der Wirtschaftsinformatik, der darauf abzielt, betriebliche Regeln von der technischen IT-Infrastruktur zu entkoppeln, um die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit von Informationssystemen zu erhöhen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Bedeutung von Geschäftsregeln, deren Identifikation, Klassifikation nach verschiedenen Schemata, Methoden der grafischen und semantischen Modellierung sowie die technische Implementierung in Softwarearchitekturen.
Das Ziel ist eine systematische Aufarbeitung des wissenschaftlichen Forschungsstandes zum Business Rules-Ansatz, um Konzepte zu systematisieren und zukünftige Forschungsschwerpunkte aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer vergleichenden Literaturanalyse, einem sogenannten „Review“, bei dem Primärquellen (Artikel und Monografien) gesammelt, nach inhaltlichen und methodischen Kriterien systematisiert und bewertet wurden.
Der Hauptteil analysiert intensiv die Konzepte von Geschäftsregeln, die verschiedenen Klassifikationsansätze (z.B. nach Ross oder Odell), die Modellierung (z.B. mittels ECAA-Notation oder UML) sowie die technische Implementierung durch Rule Engines und Repositories.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Business Rules, Geschäftsregeln, IT-Agilität, Modellierung, Implementierung, Rule Engine und SBVR.
IT-Compliance stellt ein angrenzendes Forschungsfeld dar, da auch hier Regeln in unternehmerischem Kontext überwacht werden müssen. Der Business Rules-Ansatz kann dabei helfen, diese regulatorischen Anforderungen konsistent und nachvollziehbar zu implementieren.
Die „Semantics of Business Vocabulary and Business Rules“ (SBVR) werden als ein Meta-Modell diskutiert, das eine wissenschaftlich fundierte theoretische Grundlage für die Modellierung und den Austausch von Geschäftsregeln bietet.
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