Bachelorarbeit, 2013
35 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zur Tradition der Don Juan-Figur bei Molina und Mozart
3. Vergleich der Don Juan-Dramen von Horváth und Frisch
3.1 Don Juans Entwicklung
3.2 Don Juans Verhältnis zu den Frauen und zur Liebe
3.3 Don Juans Einstellung zur Religion
4. Verfremdungen als Variation
4.1 Die Titel
4.2 Historischer Kontext
4.3 Zitat der literarischen Tradition
4.4 Die Schlussszene: Das Höllenfahrt-Motiv
5. Die Dramen im Kontext des Werks der Autoren
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Ödön von Horváth und Max Frisch die klassische literarische Figur des Don Juan in ihren Dramen „Don Juan kommt aus dem Krieg“ und „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“ variieren. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwiefern diese zeitgenössischen Bearbeitungen die traditionellen Erwartungen an den „Frauenhelden“ unterlaufen und durch neue Motive wie den Kriegshintergrund oder die Faszination für Geometrie ersetzen.
3.1 Don Juans Entwicklung
Der Vergleich der Entwicklung Don Juans bei Horváth und Frisch gibt einen ersten Einblick, wie weit die Autoren sich von der Tradition unterscheiden und wie sie deren Motive einsetzen. Im Folgenden werden wesentliche Entwicklungsschritte hervorgehoben und die Figuren in ihrer individuellen Form der Suche nach einem Ideal charakterisiert.
Schon Don Juans erstes Auftreten bei Horváth enttäuscht die Erwartungen, einen vitalen Frauenhelden agieren zu sehen. Aus dem ersten Weltkrieg zurückkommend, trägt er als ausgemusterter Soldat eine verdreckte Uniform und hat als glanzloser Mann nichts Verführerisches an sich. Seine ersten Worte, an eine Soubrette gerichtet, lauten: „Ich suche Sie. Wir kennen uns.“ (S. 17) Damit sind bereits zu Beginn zwei Motive genannt, die das Stück prägen: Don Juan befindet sich auf der Suche nach seiner Braut, die er vor dem Krieg verlassen hat, und glaubt sie zunächst in der Soubrette, später in anderen Frauen wiederzuerkennen. Er ist in der Absicht zurückgekehrt, treu zu werden und auf Affären zu verzichten.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in den Vergleich der beiden Dramen ein und skizziert die methodische Vorgehensweise, wobei der Fokus auf dem inhaltlichen Motivvergleich und der literarischen Variation liegt.
2. Zur Tradition der Don Juan-Figur bei Molina und Mozart: Das Kapitel bietet eine knappe Zusammenfassung der klassischen Vorbilder, um die notwendige Basis für die Analyse der späteren Abweichungen zu legen.
3. Vergleich der Don Juan-Dramen von Horváth und Frisch: Dieser Hauptteil widmet sich in drei Unterkapiteln den zentralen Aspekten: der Entwicklung der Figur, ihrem Verhältnis zu Liebe und Frauen sowie ihrer religionskritischen Einstellung.
4. Verfremdungen als Variation: Hier werden spezifische dramaturgische Mittel untersucht, wie etwa die Bedeutung der Titel, historische Kontexte und das Zitat der literarischen Tradition, um die bewusste Verfremdung des Stoffes zu verdeutlichen.
5. Die Dramen im Kontext des Werks der Autoren: Das abschließende Kapitel bettet die analysierten Dramen in die Biografie und das sonstige Schaffen von Horváth und Frisch ein und reflektiert deren Intentionen.
Don Juan, Ödön von Horváth, Max Frisch, literarische Variation, Frauenbild, Geometrie, Identität und Rolle, Religionskritik, Motivvergleich, Theatergeschichte, Nachkriegsliteratur, Verfremdung, Narzissmus, Tradition, Ideal.
Die Arbeit analysiert zwei moderne Dramenbearbeitungen des Don-Juan-Stoffes und untersucht, wie diese mit der jahrhundertealten Tradition der Figur brechen.
Untersucht werden „Don Juan kommt aus dem Krieg“ von Ödön von Horváth und „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“ von Max Frisch.
Das Ziel ist es zu belegen, dass beide Dramen die Erwartungen, die der Name Don Juan beim Zuschauer hervorruft, bewusst enttäuschen und durch neue inhaltliche Schwerpunkte ersetzen.
Es wird ein inhaltlicher Motivvergleich durchgeführt, ergänzt durch die Analyse theoretischer Texte der Autoren und deren Einordnung in den literarischen Kontext.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Don Juans Entwicklung, seinem gestörten Verhältnis zu Frauen und der Liebe sowie seiner zunehmend ablehnenden Einstellung gegenüber Religion und Transzendenz.
Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe „Variation“, „Verfremdung“, „Identität“, „Ideal“ und „Kulturgeschichte“.
Frischs Don Juan ist ein Intellektueller, der sich von der Sinnlichkeit zur Geometrie flüchtet, um sich der Vereinnahmung durch Frauen und soziale Rollenerwartungen zu entziehen.
Frisch greift die religiöse Tradition des „steinernen Gastes“ direkt an, um diese als Machtinstrument der Kirche zu entlarven, während Horváth die Handlung in ein nach-religiöses, vom Ersten Weltkrieg geprägtes Milieu verlegt.
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