Masterarbeit, 2013
134 Seiten, Note: 1,3
1. Abschnitt: Bedeutung der IAS für Investment Property
A. Bewertungskriterien der Entscheidungsnützlichkeit
I. Entscheidungsnützlichkeit als Ziel von Abschlüssen nach IAS
II. Kriterien der Entscheidungsnützlichkeit von Abschlüssen
B. Investment Property im Kontext der IAS-Rechnungslegung
I. Anwendungsbereich des IAS 40
II. Bewertungsvorschriften des IAS 40
a) Zugangsbewertung von Investment Property
b) Folgebewertung von Investment Property nach dem Fair Value Model
1. Bedingungen der Fair Value-Ermittlung nach IAS 40
2. Fair Value-Bewertungshierarchie des IAS 40
III. Offenlegungspflichten des IAS 40 bei Fair Value-Optierung
C. Bilanzpolitisches Gestaltungspotential der Fair Value-Option
2. Abschnitt: Analyse der quantitativen Fair Value-Berichterstattung
A. Eingrenzung der Untersuchungseinheiten
B. Ergebnisse der quantitativen Fair Value-Analyse
I. Relevanz von Investment Property im Vermögen der Bestandshalter
a) Entwicklung der Investment Property-Intensität des Vermögens
b) Wertmäßige Entwicklung des Investment Property-Buchwerts
II. Ergebnis aus der Fair Value-Änderung von Investment Property
a) Neubewertungsergebnis als Determinante der Bestandsänderung
b) Empirischer Zusammenhang zwischen dem Erfolgs- und Bilanzausweis
c) Entwicklung des Neubewertungsergebnisses in der Erfolgsrechnung
III. Wirkungsanalyse des Neubewertungseffekts auf die Unternehmenslage
a) Einfluss auf die Vermögenslage
b) Einfluss auf die Ertragslage
1. Kennzahlen der Ertragsstruktur
i) Neubewertungseffekt auf das operative Ergebnis (EBIT)
ii) Neubewertungseffekt auf das Konzernergebnis
2. Kennzahlen der Kapitalrentabilität
i) Neubewertungseffekt auf die Eigenkapitalrentabilität
ii) Neubewertungseffekt auf die Gesamtkapitalrentabilität
c) Einfluss auf die Finanzlage
1. Neubewertungseffekt auf die Eigenkapitalquote
2. Neubewertungseffekt auf die Fremdkapitalquote
C. Einordnung der Ergebnisse in den bilanzpolitischen Kontext
I. Einschätzung anhand des Investment Property-Ausweises
II. Einschätzung anhand der Ergebnisse der Wirkungsanalyse
3. Abschnitt: Analyse der qualitativen Fair Value-Berichterstattung
A. Ergebnisse der qualitativen Fair Value-Analyse
I. Wertermittlungsverfahren der Immobilienpraxis
a) Anwendung barwertorientierter Verfahren zur Fair Value-Ermittlung
b) Defizite praxisgängiger Wertermittlungsverfahren
II. Vollständigkeit der IAS 40-Anhangangaben in der Immobilienpraxis
a) Fehlerhafte Berichterstattung in Bezug auf Investment Property
b) Angaben zum Investment Property-Bestand
c) Angaben zu wesentlichen Prämissen der Fair Value-Ermittlung
1. Annahmen der Netto-Mietertragsschätzung
2. Annahme bezüglich des Zinssatzes
i) Praxisübliche Quellen zur Ableitung des Zinssatzes
ii) Offenlegung von Zinsangaben in der Immobilienpraxis
3. Annahme bezüglich der Dauer des Zeithorizonts
d) Angaben zu den Quellen der Fair Value-Wertgutachten
III. Einschätzung des Informationsgehalts der Angaben im Anhang
a) Konsequenzen fehlender Anhangangaben für Immobilienunternehmen
b) Vollständigkeit der Angaben zu wesentlichen Fair Value-Prämissen
B. Fair Value-Option im Kontext des IAS-Leitmotivs
I. Kritische Betrachtung anhand der Abschlusskriterien
II. Maßstab der Entscheidungsnützlichkeit
III. Eignung des IFRS 13 zur Behebung der Fair Value-Problematik
Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Fair Value-Option des IAS 40 ein bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial bietet, das von deutschen Immobilienaktiengesellschaften genutzt wird, und ob diese Form der Berichterstattung dem Leitmotiv der Entscheidungsnützlichkeit sowie dem Anlegerschutz gerecht wird.
Bilanzpolitisches Gestaltungspotential der Fair Value-Option
Die vorangegangene theoretische Analyse der spezifischen Regelungen des IAS 40 lässt erahnen, dass der Standard aufgrund fehlender bzw. auslegungsoffener Formulierungen Ermessensspielräume eröffnet. Dies befremdet mit Blick auf den hohen Bestand an Investment Property in Relation zur Bilanzsumme bei Immobilienaktiengesellschaften, da IAS 40.46 c eine Fair Value-Bemessung von Renditeimmobilien mittels Schätzungen (Stufe 3) gestattet. Schließlich können Zeitwertänderungen einen erheblichen Einfluss auf das Periodenergebnis ausüben. Das IASB lässt offen, welche Wertermittlungsverfahren zulässig sind, welche Annahmen zu Grunde gelegt und aus welchen Bezugsquellen die Prognoseparameter abgeleitet werden sollen.
Es ist zu vermuten, dass diese Bewertungsspielräume unternehmensindividuell beurteilt werden, sodass eine gezielte Einflussnahme auf die Unternehmenslage nicht auszuschließen ist. Im Rahmen der (legalen) Bilanzpolitik lassen sich zwei zentrale Einflussrichtungen hinsichtlich der Höhe der Bilanz und GuV unterscheiden. Soll ein möglichst positives Bild der Unternehmenslage im Sinne eines maximalen Periodenerfolgs bzw. Eigenkapitals vermittelt werden, wird von progressiver Bilanzpolitik gesprochen. Demgegenüber steht die konservative Richtung, bei der die genannten Kenngrößen minimal ausgewiesen werden. Anlage 23 im Anhang fasst die vorwiegenden Motive der Unternehmensführung zusammen, eine der beiden bilanzpolitischen Einflussrichtungen zu verfolgen.
Gemäß WEBER erfreuen sich die in der Theorie häufig monierten Freiräume der IAS in der Praxis einer exzessiven Nutzung. Sollte dies eine gängige Bewertungspraxis unter Immobiliengesellschaften sein, ist zu bezweifeln, dass die Vorschriften der Einzelstandards (insbesondere die des IAS 40) den qualitativen Abschlussanforderungen tatsächlich genügen. So werden die Grenzen der Bilanzpolitik nach IAS durch die hohen Stetigkeitsanforderungen sowie durch umfangreiche Dokumentationserfordernisse festgesetzt. Für die anschließenden Abschnitte ergibt sich daher die Notwendigkeit einer empirischen Analyse der Bewertungspraxis, der die folgende Arbeitsthese zu Grunde gelegt wird: Die Fair Value-Option des IAS 40 bietet ein erhebliches Gestaltungspotential, das von den Immobilienaktiengesellschaften bilanzpolitisch instrumentalisiert wird.
1. Abschnitt: Bedeutung der IAS für Investment Property: Dieser Teil legt die theoretischen Grundlagen des IAS-Leitmotivs der Entscheidungsnützlichkeit dar und erläutert die spezifischen Vorschriften des IAS 40 für die Bewertung und Offenlegung von Renditeimmobilien.
2. Abschnitt: Analyse der quantitativen Fair Value-Berichterstattung: Dieses Kapitel untersucht empirisch den Einfluss von Neubewertungsergebnissen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf wichtige Kennzahlen bei fünf ausgewählten deutschen Immobilienaktiengesellschaften.
3. Abschnitt: Analyse der qualitativen Fair Value-Berichterstattung: Der abschließende Teil evaluiert die Transparenz und Vollständigkeit der Anhangangaben der untersuchten Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf verwendete Wertermittlungsverfahren und wesentliche Bewertungsprämissen.
IAS 40, Investment Property, Fair Value, Bilanzpolitik, Immobilienaktiengesellschaften, Entscheidungsnützlichkeit, Renditeimmobilien, Wertermittlung, Anhangangaben, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Bilanzanalyse, Kapitalrentabilität, Neubewertungseffekt, IFRS 13.
Die Masterarbeit analysiert die Auswirkungen der Fair Value-Option des IAS 40 auf die Bewertungspraxis und Bilanzpolitik deutscher Immobilienaktiengesellschaften.
Im Fokus stehen die theoretische Auseinandersetzung mit dem IAS 40, die quantitative Wirkungsanalyse von Fair Value-Änderungen auf Kennzahlen sowie die qualitative Prüfung der Anhangberichterstattung.
Die Forschungsfrage adressiert, ob die Fair Value-Option des IAS 40 ein bilanzpolitisches Gestaltungspotenzial bietet und ob die resultierenden Unternehmensberichte den Anforderungen an Entscheidungsnützlichkeit und Anlegerschutz genügen.
Es werden eine theoretische Fundierung sowie eine empirische Analyse durchgeführt, die die Geschäftsberichte von fünf Immobilienaktiengesellschaften über einen Zeitraum von 2009 bis 2012 auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine quantitative Analyse der Bilanz- und GuV-Positionen und eine qualitative Evaluierung der Offenlegungspraxis im Anhang, insbesondere hinsichtlich der verwendeten Annahmen und Gutachter.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Investment Property, Bilanzpolitik, Fair Value, Renditeimmobilien und Abschlussprüfung gekennzeichnet.
Während beim Cost Model Immobilien zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert werden, führt die Fair Value-Option zu einer ergebniswirksamen Berücksichtigung unrealisierter Marktwertänderungen.
Die Untersuchung zeigt, dass viele Unternehmen wesentliche Bewertungsprämissen wie Zinssätze, Mietwachstum oder Leerstandsquoten unzureichend offenlegen oder nur sehr pauschale Angaben ("Boilerplate Statements") machen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass ein erhebliches Gestaltungspotenzial besteht, wobei eine tendenziell progressive Bewertungspraxis bei der Mehrheit der untersuchten Gesellschaften festzustellen ist.
Die Autorin äußert Skepsis, da der IFRS 13 zwar die Offenlegungspflichten verschärft, aber die bestehenden Ermessensspielräume bei der Bewertung weitgehend unberührt lässt.
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