Fachbuch, 2014
211 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Geologie, Mineralogie, Bodenkunde
Vorwort
Der Rhein in einem anderen Bett
Dank
Die Anfänge des Rheins
Mainz und Wiesbaden lagen nicht am Ur-Rhein
Die Entdeckung des „Schreckenstieres“
Ein Paradies für Rüsseltiere
Das Huftier mit Krallenfüßen
Die Bärenhunde oder Hundebären
Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am Ur-Rhein
Umstrittene Menschenaffen
Die Tierwelt am Ur-Rhein vor zehn Millionen Jahren
Was man bisher nicht gefunden hat
Daten und Fakten
Fundorte am Ur-Rhein und dort entdeckte Tierarten
Der Autor
Das Ziel dieses Buches ist es, die geologische Geschichte und die faszinierende, längst ausgestorbene Tierwelt des Ur-Rheins in der Region Rheinhessen vor etwa zehn Millionen Jahren wissenschaftlich fundiert und allgemeinverständlich darzustellen.
Die Entdeckung des „Schreckenstieres“
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab der Boden des kleinen rheinhessischen Dorfes Eppelsheim viele Überreste von zumeist großen ausgestorbenen Tieren preis, die sehr zum Verständnis der Entwicklungsgeschichte der Säugetiere beigetragen haben. Besonders abenteuerlich hört sich die Entdeckung des so genannten „Schreckenstieres“ an, um dessen Erforschung sich der Inspektor des „Großherzoglichen Naturalien-Cabinets“ in Darmstadt, Johann Jakob Kaup (1803–1873), verdient gemacht hat.
Die Entdeckungsgeschichte des „Schreckenstieres“ wurde 1982 von dem damals in Darmstadt und später in Bonn arbeitenden Paläontologen Wighart von Koenigswald in einem Sonderheft der „Alzeyer Geschichtsblätter“ ausführlich und eindrucksvoll geschildert. Sein lesenswerter Beitrag trug den Titel „Das Dinotherium von Eppelsheim“.
Heute ist nicht mehr zu ermitteln, wann in den Sandgruben im Gewann „Jörgenbauer“ bei Eppelsheim die ersten fossilen Knochen und Zähne zum Vorschein kamen. Beim Abbau von Sand, den man für Bauarbeiten benötigte, wurden zwar immer wieder Tierreste entdeckt, aber in der Anfangszeit achtlos weggeworfen. Erst ab 1817 hat man Urzeitfunde aus Eppelsheim nach Darmstadt gebracht. Vermutlich geschah dies, weil der Direktor des „Großherzoglichen Naturalien-Cabinets“, Ernst Schleiermacher (1755–1844), dafür Prämien ausgesetzt hatte. An der Sucharbeit beteiligte sich auch der Mitarbeiter dieses Museums, Johann Jakob Kaup.
Die Anfänge des Rheins: Das Kapitel erläutert die geologische Entstehung des Rheins durch Plattentektonik und die Bildung des Oberrheingrabens.
Mainz und Wiesbaden lagen nicht am Ur-Rhein: Hier wird der historische, von heute abweichende Verlauf des Ur-Rheins durch Rheinhessen beschrieben.
Die Entdeckung des „Schreckenstieres“: Dieses Kapitel widmet sich der abenteuerlichen Auffindung und wissenschaftlichen Erstbeschreibung des Rüsseltieres Deinotherium.
Ein Paradies für Rüsseltiere: Eine detaillierte Übersicht über die verschiedenen Rüsseltiergruppen, die einst in der Region lebten.
Das Huftier mit Krallenfüßen: Hier wird das ungewöhnliche Chalicotherium goldfussi vorgestellt, dessen systematische Einordnung lange Zeit rätselhaft war.
Die Bärenhunde oder Hundebären: Eine Untersuchung der ausgestorbenen Raubtierfamilie der Amphicyonidae.
Säbelzahnkatzen und Dolchzahnkatzen am Ur-Rhein: Dieses Kapitel behandelt die verschiedenen Arten räuberischer Katzenartigen, ihre Jagdmethoden und Funde.
Umstrittene Menschenaffen: Eine Diskussion über die Bedeutung der Menschenaffenfunde aus Eppelsheim und deren Einordnung in die Stammesgeschichte.
Die Tierwelt am Ur-Rhein vor zehn Millionen Jahren: Eine Zusammenfassung der Fauna und des Ökosystems im Obermiozän.
Was man bisher nicht gefunden hat: Dieses Kapitel beleuchtet das Fehlen bestimmter Tiergruppen im Fundgut und diskutiert die Erhaltungsbedingungen.
Daten und Fakten: Eine chronologische Auflistung wichtiger historischer Funde und paläontologischer Meilensteine.
Fundorte am Ur-Rhein und dort entdeckte Tierarten: Ein systematisches Verzeichnis der Fundstellen und der jeweils nachgewiesenen Arten.
Ur-Rhein, Rheinhessen, Eppelsheim, Paläontologie, Deinotherium, Säbelzahnkatze, Menschenaffen, Miozän, Fossillagerstätten, Dinotheriensande, Johann Jakob Kaup, Wirbeltierpaläontologie, Chalicotherium, Bärenhunde, Erdgeschichte.
Das Buch befasst sich mit der geologischen Geschichte des Ur-Rheins und der außergewöhnlichen, ausgestorbenen Tierwelt, die vor etwa zehn Millionen Jahren im heutigen Rheinhessen, insbesondere bei Eppelsheim, lebte.
Zentrale Themen sind die Rekonstruktion des Ur-Rhein-Verlaufs, die Vorstellung bedeutender fossiler Funde (wie Rüsseltiere, Raubkatzen und Menschenaffen) sowie die Forschungsgeschichte dieser Fundstätte.
Das Ziel ist die Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse über die fossile Fauna des Obermiozäns in Rheinhessen und die Bedeutung der dortigen Grabungen für die Paläontologie.
Das Buch stützt sich auf paläontologische Analysen, geologische Datierungen, Fundberichte und die Auswertung historischer sowie moderner Grabungsunterlagen.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Kapitel zu spezifischen Tiergruppen wie Rüsseltieren, Säbelzahnkatzen, Bärenhunden und Menschenaffen sowie geologischen Entwicklungen der Region.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ur-Rhein, Rheinhessen, Eppelsheim, Deinotherium, Paläontologie und fossile Tierwelt charakterisiert.
Johann Jakob Kaup war ein bedeutender Darmstädter Paläontologe des 19. Jahrhunderts, dessen Arbeit maßgeblich zur Entdeckung und Erforschung der fossilen Schätze von Eppelsheim beitrug.
Eppelsheim ist ein weltweit bedeutender Fundort, da hier im 19. Jahrhundert erstmals das "Schreckenstier" (Deinotherium giganteum) sowie einer der ersten fossilen Menschenaffen entdeckt wurden.
Dorn-Dürkheim dient als wichtige Vergleichsfundstelle, die eine enorme Artenvielfalt aus einer etwas jüngeren Periode (Turolium) dokumentiert und Hinweise auf die Verlagerung des Rheins nach Osten liefert.
Vor zehn Millionen Jahren war der Ur-Rhein ein deutlich kürzeres Flüsschen ohne alpine Zuflüsse, das einen völlig anderen Lauf durch das rheinhessische Hinterland nahm und nicht durch das heutige Mainzer Becken floss.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

