Examensarbeit, 2013
74 Seiten, Note: 2,0
1.0 Einleitung
2.0 Evolution und Schöpfung
2.1. Theologische Perspektive
2.1.1 Die Schöpfungsmythen
2.1.2 Schöpfung im Alten Testament
2.1.3 Biblische Genesiserzählungen
2.1.4 Die Schöpfung im Neuen Testament
2.2 Naturwissenschaftliche Perspektive zur Evolution der Welt
2.2.1 Die Entstehung des Universums
2.2.2 Die Entwicklung des Lebens auf der Erde
2.2.3 Die Evolutionstheorie nach Charles Darwin
2.2.4 Vererbungslehre von Gregor Mendel
2.2.5 Synthese von Darwinismus und Genetik
2.3. Resümee zur Schöpfung und Evolution
3.0 Weltbildentwicklung von Grundschüler/innen
3.1 Was Kinder glauben – Beispiele und Studien
3.1.1 Das kindliche Weltbild von Jean Piaget
3.1.2 Die Entwicklung kindlicher Weltbilder nach Reich/Fetz/Valentin
3.1.3 Erkenntnisse kindlicher Weltbilder nach Fetz/ Oser/ Reich
3.1.4 Erhebung von Michael Fricke
3.1.5 Zusammenfassung der Studien
3.2 Studie an einer Grundschule von Eikermann
3.2.1 Die Weltbilder der Zweitklässler
3.2.2 Die Weltbilder der Viertklässler
3.2.3 Vergleich der Weltbilder: Zweit-und Viertklässler
3.2.4 Erkenntnisse aus der Studie von Eikermann
3.2.5 Konsequenzen der Studie für die Schule
4.0 Schöpfung und Evolution im katholischen Religionsunterricht
4.1 Didaktische Probleme
4.2 Konsequenzen für den katholischen Religionsunterricht
4.3 Was vor dem Unterricht berücksichtigt werden sollte
4.4 Beschreibung eines möglichen Unterrichtsverlaufs
4.4.1 Didaktische Vorbemerkung
4.4.2 Bezug zum Bildungsplan Grundschule Kl.3/4
4.4.3 Unterrichtsvorschlag für die 3./4 Klassenstufe
5.0 Fazit
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht das interdisziplinäre Spannungsfeld zwischen Evolution und Schöpfung im Kontext des katholischen Religionsunterrichts an Grundschulen, mit dem Ziel, herauszuarbeiten, wie Grundschüler die Entstehung der Welt konzeptualisieren und welche didaktischen Konsequenzen sich daraus für eine komplementäre Vermittlung dieser Themen ergeben.
2.1.1 Die Schöpfungsmythen
„In Mythen erzählen Völker, was ihr Leben trägt und bestimmt.“ Der Tradition nach, verkünden Mythen das Eintreten einer neuen Situation, die existentiell ist. „Sie wurden erzählt, um sich einer sinnvollen, d.h. von sakraler Ordnung durchzogenen Wirklichkeit zu vergewissern und so den Schrecken des Anfangs zu bannen. In archaischen Gesellschaftsformen ist der Mythos die einzig gültige Offenbarung der Wirklichkeit.“
Der Mythos erzählt eine sakrale Geschichte, deshalb ist er Ausdruck einer absoluten Wahrheit, d.h. für ein Ursprungsgeschehen. Mythen sind verwandt mit Ontologien, da sie von Wirklichem, von dem was wirklich passiert, sprechen. „Vertikal“ beschreibt der Mythos den Einbruch des Sakralen in die Welt, „horizontal“ beschreibt er einen Ursprung: Der Einbruch des Sakralen gründet die Welt. Dieser Einbruch ereignet sich immer wieder und somit wiederholt sich die „Gründung“, dadurch wird das „es war einmal“ zeitlos.
„>>Schöpfung << im engeren, biblischen Sinn meint die Erschaffung alles Seienden durch einen Gott, dann aber auch die erschaffene Welt selbst, den Kosmos. Schöpfung im weiteren übertragenen Sinn meint alle Vorstellungen von der Welt und ihre Entwicklung. Kaum überschaubar sind in der Religionsgeschichte die Vorstellungen von der Entstehung des Kosmos (Kosmogonie), der oft die Entstehung der Götter (Theogonie) vorausgeht. Es gibt Kosmogonien, denen zufolge Welt und Mensch ihr Dasein der Bewegung unpersönlicher Kräfte verdanken. Es gibt andere, in denen mehrere Götter oder der eine Gott alles schaffen. So oder anders ist die Schöpfungsgeschichte nicht Selbstzweck, sie soll vielmehr helfen, das Leben der Menschen in einer kosmischen Ordnung zu verorten, um ihnen ein authentisches Leben im Einklang mit der Welt zu ermöglichen.“
1.0 Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen der biblischen Schöpfung und der Evolutionstheorie ein und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der kindlichen Weltbildentwicklung.
2.0 Evolution und Schöpfung: Dieses Kapitel beleuchtet grundlegende theologische Schöpfungsvorstellungen sowie naturwissenschaftliche Modelle der Weltenstehung und Evolution.
3.0 Weltbildentwicklung von Grundschüler/innen: Hier werden theoretische Ansätze und empirische Studien zur Entwicklung kindlicher Vorstellungen über den Ursprung der Welt analysiert.
4.0 Schöpfung und Evolution im katholischen Religionsunterricht: Dieses Kapitel erörtert didaktische Herausforderungen und bietet konkrete Unterrichtsvorschläge zur Integration von Schöpfung und Evolution.
5.0 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit eines interdisziplinären Ansatzes im Religionsunterricht.
Schöpfung, Evolution, Grundschule, Religionsunterricht, Weltbildentwicklung, Kindliche Vorstellung, Interdisziplinär, Kosmogonie, Urknall, Gottesbild, Didaktik, Kindertheologie, Schöpfungsmythen, Naturwissenschaft, Religion
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld, das durch die biblischen Schöpfungserzählungen und die wissenschaftliche Evolutionstheorie im katholischen Religionsunterricht der Grundschule entsteht.
Zentrale Felder sind die theologischen und naturwissenschaftlichen Grundlagen zur Entstehung der Welt, die kognitive Entwicklung kindlicher Weltbilder sowie deren praktische Anwendung im schulischen Unterricht.
Die Arbeit fragt nach den Konsequenzen, die sich aus den individuellen Denkweisen von Grundschülern bezüglich Evolution und Schöpfung für den katholischen Religionsunterricht ergeben.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die theoretische Konzepte (z.B. von Piaget) mit der Auswertung empirischer Studien (insbesondere der Studie von Eikermann) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Schöpfungs- und Evolutionstheorien, eine tiefgehende Analyse der kindlichen Weltbildentwicklung sowie eine didaktische Reflexion für die Unterrichtspraxis.
Die Arbeit ist charakterisiert durch den Versuch, Schöpfung und Evolution nicht als Gegensätze, sondern als komplementäre Sichtweisen auf die Wirklichkeit in der Grundschule zu vermitteln.
Die Studien zeigen eine Entwicklung von stark anthropomorphen Gottesbildern hin zu einer zunehmenden Bedeutung naturwissenschaftlicher Erklärungsmodelle im Alter von etwa zehn bis zwölf Jahren.
Das Ziel ist es, bei Grundschülern ein Verständnis für die Komplementarität von Glauben und Wissen zu fördern, um den oft wahrgenommenen Konkurrenzkampf zwischen Schöpfung und Evolution aufzulösen.
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