Bachelorarbeit, 2013
34 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Methoden in der Spacherwerbsforschung
3. Lexikalische Fähigkeiten
3.1. Erste Wörter
3.2. Über- und Unterdehnung
4. Vokabularspurt
4.1. Komposition des Lexikons
4.2. Lexikalische Erwerbsstrategien
5. Empirische Untersuchung
5.1. Fragestellungen und Ziele der Untersuchung
5.2. Darstellung der Untersuchung
5.3. Auswertungsmethoden
5.4. Auswertung
5.4.1. Cosima
5.4.2. Pauline
5.4.3. Sebastian
5.5. Ergebnisse
6. Fazit
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Vokabularspurts" (vocabulary spurt) im frühen Erstspracherwerb und analysiert, ob dieser beschleunigte Wortschatzzuwachs bei allen Kindern in gleicher Form auftritt oder ob individuelle Unterschiede bestehen. Basierend auf theoretischen Grundlagen zum Wortschatzerwerb wird eine empirische Untersuchung von drei Kindern mittels CHILDES-Transkripten durchgeführt.
3. Lexikalische Fähigkeiten
Wir gehen davon aus, dass das Kind es geschafft hat, Formen von Wörtern im Lautstrom, den sie von anderen Individuen hören, zu erkennen. Die nächste Herausforderung ist es, ein mentales Lexikon aufzubauen, das es ermöglicht Worte als Symbole für etwas zu verstehen. Es geht beim Aufbau des mentalen Lexikons darum, „das Verstehen und Verwenden von Wörtern als Symbole, d.h. als arbiträre, aber konventionell festgelegte Zeichen für außersprachliche Sachverhalte und kommunikative Funktion […]“ (Kauschke 2012:42) zu verstehen. Dabei ist es einfach zu sagen, dass Kinder einmal Gehörtes abspeichern und es sofort für den Gebrauch zur Verfügung steht. Dieser Prozess braucht seine Zeit. Im Alter von etwa 12 Monaten artikulieren Kinder ihr erstes Wort. Die Fähigkeit, Worte zu verstehen, setzt dabei jedoch schon viel früher ein. Das ist damit zu erklären, dass Kinder lernen müssen, wie man spricht. Dazu gehört es, das Wort aus dem Gedächtnis abzurufen und dann das Wort motorisch und zeitlich genau umzusetzen. Damit dies möglich ist müssen die Lippen, die Zunge, das Gaumensegel und der Atemstrom perfekt aufeinander abgestimmt sein. Was Erwachsenen normalerweise unbewusst gelingt, muss als Kind jedoch erst geübt werden. Es ist also nicht überraschend, dass der Anteil der Worte, die verstanden werden, zu Beginn, deutlich höher ist, als der, der produzierten Worte.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Vokabularspurts beim kindlichen Spracherwerb ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Existenz und Variabilität dieses Wachstumsphänomens.
2. Methoden in der Spracherwerbsforschung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über historische und moderne Methoden zur Datenerhebung in der Spracherwerbsforschung, wie Tagebuchaufzeichnungen, Elternfragebögen und Transkripte von Spontansprache.
3. Lexikalische Fähigkeiten: Hier werden die Grundlagen des Aufbaus eines mentalen Lexikons und die Herausforderungen beim Verstehen und Produzieren der ersten Wörter sowie Phänomene wie Über- und Unterdehnung erläutert.
4. Vokabularspurt: Dieses Kapitel widmet sich der Definition und Kontroverse um den Vokabularspurt sowie der Analyse von Wachstumsmustern und der Komposition des kindlichen Lexikons hinsichtlich Nomen und Verben.
5. Empirische Untersuchung: Der empirische Teil beschreibt die Auswertung von Daten dreier Kinder aus der CHILDES-Datenbank, um individuelle Zuwachsraten und die Anwendbarkeit der Vokabularspurt-Hypothese zu prüfen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert über die Schwierigkeit, allgemeingültige Aussagen zum Vokabularspurt zu treffen, da individuelle Lernverläufe stark variieren.
Spracherwerb, Vokabularspurt, Kindliche Sprachentwicklung, Mentales Lexikon, Wortschatzerwerb, CHILDES, Spontansprache, Nomen, Verben, Fast Mapping, Types, Token, Erstspracherwerb, Lexikalische Erwerbsstrategien
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten Vokabularspurt im Erstspracherwerb, einem Prozess, bei dem Kinder nach einer Phase des langsamen Lernens plötzlich ihre Wortproduktion stark beschleunigen.
Zentrale Themen sind die frühkindliche lexikalische Entwicklung, die Kategorisierung von Wörtern (Nomen vs. Verben), Erwerbsstrategien wie "fast mapping" sowie die empirische Analyse von kindlichen Sprachdaten.
Das Hauptziel ist es herauszufinden, ob ein Vokabularspurt bei den untersuchten Kindern nachweisbar ist oder ob das Wachstum eher einem linearen Muster folgt.
Die Arbeit nutzt Literaturrecherche zu Spracherwerbstheorien und eine quantitative empirische Analyse von Transkripten aus der CHILDES-Datenbank mit dem Software-Tool CLAN.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Spracherwerbsforschung und einen empirischen Teil, in dem die Wortschatzentwicklung (Types und Token) von drei spezifischen Kindern ausgewertet wird.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Vokabularspurt, Spracherwerb, mentales Lexikon, Kindersprache und lexikalische Wachstumsrate beschreiben.
Die Studie zeigt, dass Kinder sehr individuell lernen. Der Zeitpunkt des Einsetzens, die Zuwachsraten und die Ausprägung des Spurts variieren stark, was eine universelle Festlegung der 50-Wort-Marke als Indikator erschwert.
Sie ermöglichen eine computergestützte, objektive Analyse der kindlichen Wortproduktion, zeigen jedoch auch die Grenzen der Datendichte und -qualität auf, die für eine abschließende Bestätigung eines Spurts notwendig wären.
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