Bachelorarbeit, 2013
111 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Nachhaltigkeit und Globalisierung
2.1 Die Bedeutung von Nachhaltigkeit im Kontext der Globalisierung
2.2 Starke und schwache Nachhaltigkeit
3. Die Bekleidungsindustrie
3.1 Abgrenzung der Naturfaser zur Chemiefaser
3.2 Die textile Wertschöpfungskette für die Verarbeitung von Baumwolle
4. Der Baumwollanbau
4.1 Weltwirtschaftliche Bedeutung des Baumwollanbaus
4.2 Kultivierung von Baumwollpflanzen
4.3 Der Welthandel mit Baumwolle
4.4 Auswirkungen des Baumwollanbaus am Beispiel Usbekistan und dem angrenzenden Aralsee
4.5 Mögliche Alternativen zum konventionellen Baumwollanbau
5. Qualitätszeichen der Bekleidungsindustrie
5.1 Die Frage der Verantwortung
5.2 Cotton made in Africa
5.3 Fairtrade Certified Cotton
5.4 Gobal Organic Textile Standard
5.5 NATURTEXTIL IVN zertifiziert Best
5.6 Abschließende Bewertung der Qualitätszeichen
6. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen des liberalisierten Welthandels im Baumwollsektor, insbesondere am ökologisch und sozial kritischen Beispiel des Baumwollanbaus in Usbekistan und der damit verbundenen Katastrophe um den Aralsee. Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, Alternativen zum konventionell-industriellen Baumwollanbau aufzuzeigen und die Rolle von Qualitätszeichen bei der Etablierung von Umwelt- und Sozialstandards entlang der globalen Wertschöpfungskette zu evaluieren, um Konsumenten eine ethisch fundierte Kaufentscheidung zu ermöglichen.
4.4 Auswirkungen des Baumwollanbaus am Beispiel Usbekistan und dem angrenzenden Aralsee
Eine der größten Umweltkatastrophen der Welt stellt die Verlandung des Aralsees sowie das damit verbundene Austrocknen der Deltabereiche dar. Der Aralsee war einst das viertgrößte Binnengewässer der Welt und hatte 1960 eine Oberfläche von ca. 66.458 km2 (einschließlich 2.345 km2 Inseln) und ein Volumen von 970 km3. In Mittelasien grenzt er an die, nach der Auflösung der Sowjetunion entstandenen, GUS-Staaten Kasachstan (im Norden und Nordosten) und Usbekistan (an den restlichen Seiten des Aralsees). Obwohl sie keinen direkten Zugang zum Aralsee haben, sind auch das südlich gelegene Turkmenistan sowie die süd-östlich gelegenen Tadschikistan und Kirgistan wirtschaftlich stark von dem Aralsee abhängig und von den noch zu beschreibenden Problemen durch die Verlandung des Aralsees betroffen. Das abflusslose Becken des Aralsees wird durch die beiden Flüsse Amudarja und Syrdarja gespeist.
Der Aralsee unterlag bis zum Jahr 1961 keinen auffallenden Schwankungen. Pro Jahr konnte eine Verdunstung von 66 km3 (1.000 mm/Jahr) durch Niederschläge und den ober- und unterirdischen Wasserzufluss ausgeglichen werden. Doch durch die Pläne der damaligen sowjetischen Regierung änderte sich dieses Wassermanagement radikal. Mit dem Ziel, sich unabhängiger von Baumwollimporten zu machen, sollte Mittelasien zur Baumwollbasis gemacht werden. Es erfolgte eine starke Erweiterung der Bewässerungsflächen, vor allem für den Baumwollanbau in Monokulturen. Die Bewässerungsflächen wurden durch ein ausgedehntes Kanalsystem mit Wasser aus dem Amudarja und dem Syrdarja versorgt. Infolgedessen wurde dem Aralsee eine immer größere Menge an Zufluss entzogen.
1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der nachhaltigen Bekleidungsproduktion und Skizzierung der Forschungsabsicht.
2. Nachhaltigkeit und Globalisierung: Einordnung des Begriffs Nachhaltigkeit in den globalen Kontext und Differenzierung zwischen starker und schwacher Nachhaltigkeit.
3. Die Bekleidungsindustrie: Abgrenzung von Natur- und Chemiefasern sowie Darstellung der textilen Wertschöpfungskette.
4. Der Baumwollanbau: Detaillierte Betrachtung der ökonomischen Bedeutung, Anbaumethoden, ökologischen Folgen und der speziellen sozialen Situation in Usbekistan.
5. Qualitätszeichen der Bekleidungsindustrie: Kritische Vorstellung und Bewertung verschiedener Siegel hinsichtlich ihrer ökologischen und sozialen Standards.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse mit dem Appell zur Implementierung ganzheitlicher Sozialstandards über den gesamten Produktionsweg.
Baumwolle, Nachhaltigkeit, Globalisierung, Usbekistan, Aralsee, Zwangsarbeit, Pestizide, Wertschöpfungskette, GOTS, IVN Best, Fairtrade, Umweltstandard, Sozialstandard, Baumwollanbau, Bekleidungsindustrie
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des globalen Handels mit Baumwolle auf die Umwelt und soziale Bedingungen in den Anbauländern sowie Möglichkeiten zur Verbesserung dieser Standards.
Die Arbeit behandelt Nachhaltigkeitstheorien, die Struktur der Textilindustrie, ökologische Risiken des Baumwollanbaus, Arbeitsbedingungen in zentralasiatischen Staaten und die Wirksamkeit von Qualitätssiegeln.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch transparente Qualitätszeichen ethisch motivierte Kaufentscheidungen gefördert werden können, um die negativen Folgen der konventionellen Produktion zu internalisieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse sowie die Auswertung von Daten internationaler Institutionen, um die ökologischen und sozialen Auswirkungen aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Analyse des Baumwollanbaus (mit Fokus auf Usbekistan) und eine Bewertung von Nachhaltigkeitszertifikaten.
Neben Nachhaltigkeit und Baumwolle sind Zertifizierungen wie GOTS, soziale Gerechtigkeit sowie ökologische Aspekte wie Wassernutzung und Pestizidbelastung zentrale Begriffe.
Usbekistan dient als zentrales Fallbeispiel für die verheerenden Folgen des staatlich organisierten Baumwollanbaus, einschließlich der Austrocknung des Aralsees und der systematischen Zwangsarbeit.
Die Arbeit erkennt diese Siegel als anspruchsvoll an, stellt jedoch fest, dass auch bei diesen Standards bisher kaum verbindliche Sozialstandards für den primären Baumwollanbau implementiert sind.
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