Diplomarbeit, 2013
74 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Problemaufriss
2.1 Freiheitsbegriff im Zuge der Aufklärung
2.2 Der Parlamentarische Rat – Freiheit für das deutsche Volk
2.3 Freiheitsbegriff im Sinne des Grundgesetzes der BRD
3. Konzepte und Ansätze in der deutschen Beschäftigungspolitik aus dem englischsprachigen Raum
3.1 Die US-amerikanische Sozialhilfepolitik
3.2 Denkschulen neoliberaler Politik
3.2.1 Friedrich von Hayek
3.2.2 Milton Friedman
3.2.2.1 Monetarismus
3.2.3 Ronald Reagan
3.2.4 Thatcherismus
3.2.5 Objektivismus
3.2.6 Kommunitarismus
4. Entwicklung der deutschen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik
4.1 Beginn der Sozialbewegung – Entstehung der Gewerkschaften
4.2 Die Idee der sozialen Marktwirtschaft in der BRD
4.2.1 Ordoliberale Wirtschaftspolitik - Entstehung der sozialen Marktwirtschaft
4.3 Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
4.3.1 Antizyklische Fiskalpolitik - John Maynard Keynes
4.3.2 Neokorporatismus
4.4 Konzept der Globalsteuerung von Karl Schiller
4.5 Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
4.5.1 Neoklassische Wirtschaftstheorie
4.5.2 Forderungen des Sachverständigenrates der BRD und des Bundes Deutscher Arbeitgeber (BDA)
5. Die Arbeitsmarktreform der Regierung Schröder
5.1 Sharholder Value - das Schröder-Blair-Papier
5.2 Die Hartz-Kommission
5.3 Hartz I
5.4 Hartz II
5.5 Hartz III
5.6 Hartz IV
5.7 Instrumente der Hartz-Reformen
5.7.1 Fallmanagement
5.7.2 Eingliederungsvereinbarung
5.7.3 Kritik Fallmanagement - Eingliederungsvereinbarung
6. Auswirkungen der Arbeitsmarktreform in Deutschland
6.1 Ist alles, was Arbeit schafft, sozial?
6.1.1 Legalisierung der Prostitution
6.1.2 Leiharbeit
6.1.3 Niedriglohnsektor
7. Schlussfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Transformation der deutschen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, insbesondere unter dem Aspekt des Einflusses neoliberaler Denkweisen und der Umsetzung der Hartz-Reformen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Paradigma der sozialen Marktwirtschaft zugunsten einer angebotsorientierten Politik und der Maximierung des Shareholder Value aufgeweicht wurde, und welche negativen sozialen Folgen sich daraus für Arbeitnehmer ergeben haben.
3.1 Die US-amerikanische Sozialhilfepolitik
Traditionell setzt die amerikanische Gesellschaft auf den engumgrenzten Begriff der Familie. Diese „Familientradition“ begründet sich auf einer religiösen Grundhaltung der vielen religiösen Sekten, wie z.B. Mormonen, Baptisten, Methodisten, um einige der bekanntesten Gruppen zu nennen. Deren Mitglieder sitzen oft in bedeutenden Positionen in Politik und Wirtschaft. Eingewandert sind sie zu Zeiten der Gründerjahre Amerikas (Einwanderungswellen im 19. Jh.) vorwiegend aus europäischen Ländern und bilden immer noch den Kern der politischen Gesellschaft Amerikas. Während im späten 19. und frühen 20. Jh. einige europäische Staaten staatliche Sozialprogramme einführten, war und ist es bis heute in Amerika Tradition, dass ausschließlich private Wohltätigkeitsorganisationen und Gemeinden den Armen helfen. Man war davon überzeugt, dass durch die schnelle Industrialisierung und durch das überall verfügbare Ackerland, jeder der arbeiten will, auch eine Tätigkeit findet. Die gesellschaftlichen Bedingungen für neu ankommende Einwanderer waren hart. Sie mussten allein auf die Nachbarn vertrauen, meistens Landsleute, oder sie waren mehr oder weniger gezwungen, einer der christlichen Vereinigungen beizutreten, die ihnen dann mit „Gottes Hilfe“ halfen, ein neues Leben aufzubauen. Die Würde des Menschen, wie von Kant formuliert, der auf Descartes aufbaute „ich denke, also bin ich“, hat in den USA damals wie heute keinen Wert. Das Wort „Glück“ steht zuvorderst in der Verfassung und nicht die Würde des Menschen, die unabhängig von Reichtum, Macht und Religionszugehörigkeit ist und keinen Preis hat. Durch die Depression von 1933 und der damit einhergehenden Massenarbeitslosigkeit wurde mit der Verabschiedung des „Social Security Act“ (SSA) auch bekannt unter dem Namen „New Deal“ (neue Vereinbarung), erstmals ein staatliches Programm zur Beseitigung von Arbeitslosigkeit aufgelegt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Kontext der Hartz-Reformen und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der neoliberalen Wende auf das Grundgesetz und die soziale Marktwirtschaft in Deutschland.
2. Problemaufriss: Dieses Kapitel erörtert philosophische Grundlagen des Freiheits- und Würdebegriffs sowie dessen Verankerung im Grundgesetz der BRD.
3. Konzepte und Ansätze in der deutschen Beschäftigungspolitik aus dem englischsprachigen Raum: Es werden neoliberale Denkschulen und US-amerikanische Sozialhilfemodelle analysiert, die als theoretische Grundlage für die späteren deutschen Reformen dienten.
4. Entwicklung der deutschen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik: Die historische Genese der sozialen Marktwirtschaft, keynesianische Ansätze und der spätere Wandel zur Angebotsorientierung werden detailliert dargelegt.
5. Die Arbeitsmarktreform der Regierung Schröder: Dieses Kapitel analysiert die konkrete Umsetzung der Hartz-Reformen und deren Instrumente wie das Fallmanagement.
6. Auswirkungen der Arbeitsmarktreform in Deutschland: Es werden die konkreten sozialen Folgen, wie die Ausweitung der Leiharbeit, der Niedriglohnsektor und die Legalisierung der Prostitution, kritisch bewertet.
7. Schlussfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und warnt vor einer Fortführung der neoliberalen Politik, die den sozialen Zusammenhalt in Deutschland gefährdet.
Soziale Marktwirtschaft, Hartz-Reformen, Neoliberalismus, Shareholder Value, Arbeitsmarktpolitik, Fallmanagement, Leiharbeit, Niedriglohnsektor, Beschäftigungspolitik, Sozialstaat, Agenda 2010, Keynesianismus, Grundgesetz, Prostitution, Wirtschaftspolitik.
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der deutschen Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, speziell mit dem Wandel von der sozialen Marktwirtschaft hin zu einer neoliberalen, angebotsorientierten Politik im Zuge der Agenda 2010.
Zentrale Themen sind die Entwicklung des deutschen Sozialstaates, der Einfluss angloamerikanischer neoliberaler Denkschulen sowie die tiefgreifenden Auswirkungen der Hartz-Reformen auf Arbeitnehmer und soziale Standards.
Die Arbeit will aufzeigen, wie die soziale Marktwirtschaft zugunsten von Gewinnmaximierung (Shareholder Value) aufgeweicht wurde und warum dies zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen vieler Menschen geführt hat.
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie die ideologischen Wurzeln der aktuellen Wirtschaftspolitik darlegt und diese mit den tatsächlichen gesellschaftlichen Auswirkungen konfrontiert.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Sozialpolitik, die Einführung verschiedener neoliberaler Konzepte, die Umsetzung der Hartz-Reformen sowie die kritische Untersuchung ihrer Instrumente wie Fallmanagement und Leiharbeit.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören soziale Marktwirtschaft, Hartz-Reformen, Neoliberalismus, Agenda 2010, Shareholder Value und Niedriglohnsektor.
Die Autorin bewertet das Fallmanagement kritisch als ein Instrument der Kontrolle und Bestrafung, das mit dem Grundsatz der menschlichen Würde und dem sozialen Auftrag staatlicher Institutionen nicht vereinbar ist.
Die Autorin betrachtet die Einordnung der Prostitution als Erwerbstätigkeit innerhalb der Hartz-Reformen als Ausdruck einer absurden Politik, die Menschen zur Ware degradiert und das Ziel der Profitmaximierung über ethische Standards stellt.
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