Bachelorarbeit, 2013
44 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Tätigkeiten des Personalwesens
2.1 Personalentwicklung, Personalbeurteilung und Karriereförderung
2.2 Personalmarketing und Employer Branding
3. Selbstbeschreibungen von Organisationen
3.1 Eine kleine Empirie
3.2 Selbstbeschreibung und Selbstdarstellung von Organisationen
4. Leistung, Fairness und Transparenz
5. Einflussfaktoren auf Karrieren
5.1 Ein Überblick
5.2 Klassenspezifischer Habitus als illegitimer Einflussfaktor auf Karrieren
6. Latente Funktionen von Karriereförderung
6.1 Theorie der latenten Funktionen
6.2 Verschleierung nicht-meritokratischer Mechanismen
7. Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die latenten Funktionen von Karriereförderungsmaßnahmen in Unternehmen und analysiert, warum Organisationen ihre Außendarstellung stark an gesellschaftliche Werte wie Leistungsgerechtigkeit und Chancengleichheit anpassen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf den Strukturschutz, den diese Kommunikation bietet, und wie sie dazu dient, nicht-meritokratische Auswahlmechanismen zu verschleiern.
5.2 Klassenspezifischer Habitus als illegitimer Einflussfaktor auf Karrieren
Unternehmen sprechen von Transparenz, der Honorierung von Leistung und Motivation sowie der Möglichkeit sich durch verschiedene Maßnahmen weiterzuentwickeln. Auch Manager selbst führen ihren Erfolg auf eine ihnen individuell zurechenbare Leistung zurück. Die gesellschaftliche Ideologie lautet, dass jeder es durch seine Leistung schaffen kann und jeder die gleichen Chancen hat – das stimmt offenbar nicht, daher gehe ich im Folgenden gesondert auf den Einfluss von klassenspezifischem Habitus auf Karriereerfolg ein.
Beispielsweise Hartmann kommt zu dem Ergebnis, dass der richtige ‚Stallgeruch‘, in Form des richtigen (klassenspezifischen) Habitus, den wesentlichen Faktor von beruflichem Erfolg ausmacht. Und dieser ist ein askpriptives Merkmal und somit (nahezu) nicht erlernbar bzw. erwerbbar – auch nicht im Rahmen von Personalentwicklung.
„Das Distinktionskonzept erschließt Praktiken symbolischer Grenzziehungen auf Führungsebene, die dazu beitragen, dass Führungsfähigkeiten nicht qualifikations- oder leistungsabhängig zugeschrieben werden, sondern abhängig von sozialer Gruppenzugehörigkeit.“ (Hofbauer, 20120: 36)
Während im Schulsystem noch ein starker Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg besteht, könnte davon ausgegangen werden, dass sich der Einfluss der Herkunft nach Absolvierung des höchsten Bildungsabschlusses – der Promotion – auflösen würde. Laut Hartmann stellt ein Doktortitel nach funktionalistischer Sicht die wichtigste meritokratische Einflussvariable dar und repräsentiert zugleich das sicherste Indiz für individuelles Talent und individuelle Anstrengung. Demnach müsste „der promovierte Nachwuchs aus der breiten Bevölkerung die gleichen Chancen auf Toppositionen haben wie Personen bürgerlicher Herkunft.“ (Hartmann, 2004: 136)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Außendarstellung von Karriereförderung ein und formuliert die zentrale Fragestellung zur Verschleierung nicht-meritokratischer Mechanismen.
2. Tätigkeiten des Personalwesens: Das Kapitel stellt die verschiedenen Aufgabenbereiche des Personalmanagements vor und kontrastiert die betriebswirtschaftliche Sicht mit der werblichen Außendarstellung.
3. Selbstbeschreibungen von Organisationen: Es wird analysiert, wie große Unternehmen ihre Webseiten nutzen, um als attraktive Arbeitgebermarken zu erscheinen und welche Botschaften dabei vermittelt werden.
4. Leistung, Fairness und Transparenz: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der gesellschaftlichen Werte Leistungsgerechtigkeit und Fairness für die Kommunikation von Unternehmen.
5. Einflussfaktoren auf Karrieren: Die Untersuchung befasst sich mit den verschiedenen individuellen und strukturellen Determinanten beruflicher Aufstiege, mit besonderem Augenmerk auf den klassenspezifischen Habitus.
6. Latente Funktionen von Karriereförderung: Hier wird die Theorie der latenten Funktionen auf Karriereförderung angewandt, um zu zeigen, wie diese als Instrument zur Verschleierung dient.
7. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse und diskutiert die Bedeutung der identifizierten Verschleierungsmechanismen sowie Anknüpfungspunkte für weitere Forschung.
Karriereförderung, Personalentwicklung, Employer Branding, Leistungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, Klassenspezifischer Habitus, Latente Funktionen, Organisationssoziologie, Personalmarketing, meritokratische Prinzipien, Karrieremacht, Soziales Kapital, Strukturschutz, Habitus, Generation Y.
Die Arbeit analysiert die Diskrepanz zwischen der werblichen Darstellung von Karriereförderungsmaßnahmen in Unternehmen und deren tatsächlicher Funktion im Organisationsgefüge.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Personalwirtschaft mit systemtheoretischen Ansätzen zur Organisation, um Themen wie Employer Branding, meritokratische Auswahl und den Einfluss sozialer Herkunft zu beleuchten.
Das Ziel ist es zu erklären, warum Unternehmen sich an gesellschaftlichen Werten wie Leistungsgerechtigkeit orientieren und inwiefern diese Außendarstellung dazu dient, nicht-meritokratische Auswahlmechanismen zu verschleiern.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Einbettung in die Organisationssoziologie (insbesondere unter Rückgriff auf Luhmann und Bourdieu) und kombiniert diese mit einer qualitativen Auswertung von Unternehmenswebseiten.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einordnung von Personalentwicklung, der Analyse von Karrierefaktoren (wie dem klassischen Habitus) und der Anwendung der Theorie der latenten Funktionen.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Karriereförderung, klassenspezifischer Habitus, latente Funktionen und Employer Branding beschreiben.
Der Habitus, oft als „richtiger Stallgeruch“ bezeichnet, ist ein informeller Faktor, der darüber entscheidet, wer in Führungspositionen passt, und entzieht sich somit offiziellen, transparenten Kriterienkatalogen.
Damit ist gemeint, dass Karriereförderungsmaßnahmen nach außen Transparenz und Leistungsgerechtigkeit signalisieren, während interne Entscheidungen tatsächlich oft auf informellen Netzwerken und sozialer Ähnlichkeit basieren.
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