Bachelorarbeit, 2014
76 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Historische Entwicklung tiergestützter Interventionen
1.1 Aktueller Stand der Fachdiskussion
1.2 Forschungsdesiderat, -frage und -design
1.3 Tiergestützte Interventionen
1.3.1 Voraussetzungen
1.3.2 Zielgruppen
1.3.3 Geeignete Tiere
1.4 Formen tiergestützter Interventionen
1.4.1 Tiergestützte Therapie (TGT)
1.4.2 Tiergestützte Pädagogik (TGP)
1.4.3 Tiergestützte Förderung (TGF)
1.4.4 Tiergestützte Aktivität (TGA)
2 Tiergestützte Interventionen mit Hunden
2.1 Service- und Assistenzhunde
2.2 Begleithunde
2.3 Warn- und Signalhunde
3 Konzepte der Mensch-Tier-Beziehung
3.1 Du-Evidenz
3.2 Die Biophilie-Hypothese
3.3 Ableitungen aus der Bindungstheorie
4 Kommunikation
4.1 Kommunikation zwischen Mensch und Tier
4.2 Kommunikation zwischen Mensch und Hund
5 Autismus
5.1 Autistische Störungen
5.2 Frühkindlicher Autismus
6 Tiergestützte Interventionen bei Kindern mit frühkindlichem Autismus
6.1 Mögliche Auswirkungen eines Hundes auf das Wohlbefinden autistischer Kinder
6.2 Möglichkeiten der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
6.3 Chancen für Fachkräfte Sozialer Arbeit
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht die Auswirkungen und Einsatzmöglichkeiten tiergestützter Interventionen, insbesondere durch Hunde, bei Kindern mit frühkindlichem Autismus. Ziel ist es, auf Basis einer Literaturstudie aufzuzeigen, wie diese Interventionen die Lebensqualität sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben der betroffenen Kinder fördern und welche Chancen sich daraus für die Praxis der Sozialen Arbeit ergeben.
1.1 Aktueller Stand der Fachdiskussion
Der Fokus bei der wissenschaftlichen Betrachtung tiergestützter Arbeit liegt in erster Linie auf der Erforschung der Beziehung zwischen Mensch und Tier. Für diesen Wissenschaftszweig werden jedoch nur wenige öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt, was die wenigen Forscher, die sich dem Themengebiet annehmen, vor eine große Herausforderung stellt, da sie auf private Unterstützung angewiesen sind. Dies und die Tatsache, dass die entscheidenden Faktoren einer Mensch-Tier-Beziehung nur schwer zu messen sind, sind die Gründe dafür, dass es bisher nur wenige wissenschaftlich fundierte Studien in diesem Bereich gibt. Wie in der Einleitung bereits angesprochen, besteht weiterhin das Problem, dass die Soziale Arbeit keine eigene Forschung auf diesem Gebiet betreibt und sich daher bei anderen Fachdisziplinen bedient, um die Praxis anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen erklären zu können. „Tiere werden in der Heil- und Sonderpädagogik, Behindertenpädagogik, Psychomotorik und Medizin sehr intensiver behandelt. Vor allem auch in den anglo-amerikanischen Ländern ist die Fachdebatte renommierter und elaborierter als in Deutschland“.
Historische Entwicklung tiergestützter Interventionen: Dieses Kapitel beleuchtet die Evolution der Mensch-Tier-Beziehung von der Domestizierung bis hin zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Tieren als Co-Therapeuten.
Tiergestützte Interventionen mit Hunden: Es werden spezifische Einsatzbereiche von Hunden analysiert, wobei zwischen Service-, Assistenz-, Begleit-, Warn- und Signalhunden differenziert wird.
Konzepte der Mensch-Tier-Beziehung: Hier werden theoretische Modelle wie die Du-Evidenz, die Biophilie-Hypothese und die Bindungstheorie als wissenschaftliche Basis für die Interaktion zwischen Mensch und Tier diskutiert.
Kommunikation: Basierend auf Watzlawicks Axiomen wird untersucht, wie Mensch und Tier kommunizieren und welche Herausforderungen in der analogen Kommunikation bestehen.
Autismus: Dieses Kapitel definiert autistische Störungen und frühkindlichen Autismus im Kontext medizinischer Klassifikationen wie ICD-10.
Tiergestützte Interventionen bei Kindern mit frühkindlichem Autismus: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit der Praxis und untersucht konkrete positive Auswirkungen von Hunden auf die Lebenswelt und Teilhabe autistischer Kinder.
Tiergestützte Intervention, Soziale Arbeit, Mensch-Tier-Beziehung, Frühkindlicher Autismus, Autistische Störungen, Hundegestützte Therapie, Assistenzhunde, Kommunikation, Lebensqualität, Gesellschaftliche Teilhabe, Bindungstheorie, Biophilie-Hypothese, Pädagogische Intervention, Fachdisziplin Soziale Arbeit, Therapeutische Begleitung
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung tiergestützter Interventionen im Kontext der Sozialen Arbeit, mit besonderem Fokus auf den Einsatz von Hunden bei Kindern mit frühkindlichem Autismus.
Die zentralen Themen sind die historische und theoretische Fundierung der Mensch-Tier-Beziehung, Kommunikationsmodelle, die klinische Beschreibung autistischer Störungen sowie die praktischen Möglichkeiten und Grenzen der tiergestützten Arbeit.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie tiergestützte Interventionen die Lebensqualität und Teilhabechancen von Kindern mit frühkindlichem Autismus verbessern können und welche professionellen Anforderungen sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturstudie, in der aktuelle wissenschaftliche Diskurse und theoretische Ansätze kritisch analysiert und zusammengeführt wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Mensch-Tier-Interaktion, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Autismus-Spektrum-Störungen sowie eine spezifische Untersuchung der Einsatzmöglichkeiten von Hunden als unterstützendes Medium in pädagogischen und therapeutischen Settings.
Die wichtigsten Schlagworte sind Tiergestützte Intervention, Autismus, Mensch-Tier-Beziehung, Soziale Arbeit und Lebensqualität.
Da autistische Kinder oft Schwierigkeiten in der menschlichen Kommunikation haben, dient die analoge, nicht-verbale Kommunikation des Hundes als niedrigschwelliger, ehrlicher und situationsbezogener Zugang, der Interaktionen erst ermöglicht oder erleichtert.
Die Autorin betont, dass derzeit einheitliche Standards und staatlich anerkannte Qualifizierungen für Fachkräfte im Bereich tiergestützter Arbeit fehlen, was eine Professionalisierung durch spezifische Zusatzqualifikationen für Sozialarbeiter unabdingbar macht.
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