Masterarbeit, 2012
193 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Allgemeine Vorüberlegungen
1.4 Gang der Untersuchung
2 Die gesetzliche Unfallversicherung
2.1 Ordnungspolitischer Hintergrund und Gliederung
2.2 Zugehörigkeit, Finanzierung
2.3 Rechtsstellung und Organisation
2.4 Jahresabschlussprüfung und Aufsicht
2.5 Organisationsreform
3 Grundlagen der Internen Revision
3.1 International Professional Practices Framework (IPPF) – zugrunde liegende Sicht auf die IR
3.2 Definition und Aufgabenverständnis
3.3 Ethikkodex und Standards
3.4 Revisionsprozess und Mindestanforderungen
3.5 Image, Rollenwandel und erweitertes Aufgabenverständnis
3.6 Exkurs: Begriffe aus dem Umfeld der IR
4 Einflussfaktoren und Ansätze für die Bestimmung einer angemessenen Revisionskapazität
4.1 Betrachtung in monetärer Hinsicht
4.2 Betrachtung aus Sicht des IPPF
4.3 Stand der Literatur und wissenschaftliche Ansätze (State of the Art)
4.4 Betrachtung weiterer Aspekte (Sondereinflussfaktoren)
4.4.1 Differenzierungsmerkmale Interner Revisionen in öffentlichen Institutionen als Einflussfaktor
4.4.2 Empfehlungen des BMI für die IR in der Bundesverwaltung und Handbuch des BMI für Personalbedarfsermittlung
4.5 Zusammenfassung
5 Interne Revision in der GUV – Ausgangslage und Analyse der Ist-Situation
5.1 Organisation und Einordnung
5.2 Tätigkeitsfelder und Schnittmengenbereiche
5.3 Prüfungsdurchführung und Standards
5.4 Personal
5.5 Mindestanforderungen
5.6 Zusammenfassung
6 Einflussfaktoren für die Bestimmung einer angemessenen Revisionskapazität in der GUV
6.1 Umfeldbedingungen und Stakeholder-Anforderungen
6.2 Anwendung des IPPF
6.3 Entwicklung eines risikoorientierten Prüfungsansatzes
6.3.1 Eingrenzung
6.3.2 Audit-Universe
6.3.3 Risikoanalyse
6.3.4 Mehrjahresprüfungsplanung
6.3.5 Risikotragfähigkeit und kritische Bewertung zur risikoorientierten Planung
6.4 Schnittmengen der IR zu anderen Funktionen
7 Erfolgskriterien zur Gestaltung einer effektiven Revisionsfunktion und Schaffung eines Mehrwertes durch die IR in der GUV
7.1 Partnering als Erfolgsfaktor
7.2 Aufgabenverständnis als Erfolgsfaktor
7.3 Durchführungsweise als Erfolgsfaktor
7.4 Akzeptanz als Erfolgsfaktor
7.5 Qualitätssicherung als Erfolgsfaktor
8 Resümee
Die Masterarbeit hat das Ziel, Einflussfaktoren auf die Revisionskapazität innerhalb der gewerblichen Unfallversicherungsträger (UV-Träger) zu identifizieren und Erfolgskriterien für eine effektive Revisionsfunktion im veränderten Umfeld der GUV abzuleiten, um den UV-Trägern eine Orientierungshilfe zur Gestaltung ihrer Revision zu geben.
3.2 Definition und Aufgabenverständnis
Erster Bestandteil des IPPF ist die Definition der IR. Sie wurde vom DIIR in Kooperation mit dem IIRÖ und dem SVIR mit folgendem Wortlaut übersetzt und findet auch in der Fachliteratur mehrheitlich Anwendung:
„Die Interne Revision erbringt unabhängige und objektive Prüfungs- („assurance“-) und Beratungsdienstleistungen, welche darauf ausgerichtet sind, Mehrwerte zu schaffen und die Geschäftsprozesse zu verbessern. Sie unterstützt die Organisation bei der Erreichung ihrer Ziele, indem sie mit einem systematischen und zielgerichteten Ansatz die Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse bewertet und diese verbessern hilft.“
Zentrale Elemente der Definition sind:
die Erbringung von Prüfungs- und Beratungsleistungen;
die Mehrwertschaffung;
der Beitrag zur Verbesserung der Geschäftsprozesse;
die Unterstützung der Zielerreichung der Organisation;
die Bewertung und Verbesserung des Risikomanagements, der Kontrollen und der Führungs- und Überwachungsprozesse;
die Erbringung dieser Dienstleistungen in unabhängiger und objektiver Weise.
Neben der Prüfungsfunktion und der klassisch sicherheitsorientierten Rolle im Bezug auf die Bewertung und Verbesserung der Effektivität des Risikomanagements, der Kontrollen und Überwachungsprozesse kommt der IR definitionsgemäß eine mindestens gleichgewichtige Beratungs- und Steuerungsfunktion zu. Die Definition gibt der IR einen nicht unerheblichen Spielraum für die Ausgestaltung und Ausrichtung ihrer Aktivitäten. Diese haben sich zu orientieren an der Zielsetzung der Organisation und an der Möglichkeit, optimale Mehrwerte zu schaffen und so zu einer kontinuierlichen Geschäftsprozessoptimierung beizutragen.
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Umbruch der GUV durch Fusionen und die daraus resultierende Notwendigkeit, die Interne Revision systematisch neu auszurichten.
2. Die gesetzliche Unfallversicherung: Erläutert den ordnungspolitischen Hintergrund, die Rechtsstellung sowie die durch das UVMG angestoßenen Reformprozesse in der GUV.
3. Grundlagen der Internen Revision: Definiert die IR auf Basis des IPPF und erläutert die Standards, den Ethikkodex sowie den Revisionsprozess.
4. Einflussfaktoren und Ansätze für die Bestimmung einer angemessenen Revisionskapazität: Diskutiert monetäre und fachliche Ansätze zur Bemessung der Personalkapazität der Revision.
5. Interne Revision in der GUV – Ausgangslage und Analyse der Ist-Situation: Analysiert empirisch den Stand der Revision bei gewerblichen UV-Trägern.
6. Einflussfaktoren für die Bestimmung einer angemessenen Revisionskapazität in der GUV: Entwickelt eine Systematik für die risikoorientierte Prüfungsplanung in der Unfallversicherung.
7. Erfolgskriterien zur Gestaltung einer effektiven Revisionsfunktion und Schaffung eines Mehrwertes durch die IR in der GUV: Beschreibt Instrumente wie Partnering und Prozessabläufe zur Steigerung der Wirksamkeit der Revision.
8. Resümee: Fasst die Erkenntnisse zusammen und leitet zehn zentrale Leitsätze für die Gestaltung der Revision in der GUV ab.
Interne Revision, gesetzliche Unfallversicherung, GUV, Revisionskapazität, Risikoorientierte Prüfungsplanung, IPPF, Audit-Universe, Mehrwertschaffung, Organisationsreform, Risikomanagement, Prozessoptimierung, Unternehmensführung, Compliance, Kontrollsystem, Qualitätssicherung.
Die Arbeit untersucht die Interne Revision (IR) in der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (GUV) vor dem Hintergrund der massiven Organisationsreformen und Fusionen der letzten Jahre.
Das Ziel ist es, ein Modell für die Bestimmung einer angemessenen personellen Revisionskapazität zu entwickeln und Kriterien für eine effektive Revisionsfunktion in diesem speziellen öffentlichen Sektor zu definieren.
Die Arbeit orientiert sich strikt an der Definition des IPPF (International Professional Practices Framework) und sieht die IR als unabhängige Instanz zur Prüfung und Beratung, die durch systematische Ansätze einen Mehrwert schafft.
Neben einer intensiven Literaturanalyse wurde eine empirische Untersuchung in Form von Experteninterviews mit Revisionsleitern verschiedener gewerblicher UV-Träger durchgeführt.
Die Arbeit zeigt auf, dass rein monetäre Ansätze oder einfache Kennzahlen (wie "Revisoren je 1000 Mitarbeiter") oft nicht aussagekräftig sind und plädiert stattdessen für eine risikoorientierte Planung.
Sie umfasst die Phasen Erstellung eines Audit-Universe, Durchführung einer Risikoanalyse, Mehrjahresprüfungsplanung sowie die konkrete Jahresprüfungsplanung.
Die Arbeit betont, dass IR und Controlling im Sinne eines "Partnerings" agieren sollten, um Synergien zu nutzen und die Organisation ganzheitlich bei der Zielerreichung zu unterstützen.
Die Arbeit stellt fest, dass in öffentlichen Institutionen wie der GUV durch das Fehlen eines direkten Marktdrucks und durch regulatorische Besonderheiten andere Schwerpunkte (z.B. Compliance-Funktion der IR) bestehen.
Neben der Fachkompetenz auf dem jeweiligen Prüfgebiet werden soziale Fähigkeiten, Fortbildungswilligkeit und eine serviceorientierte Einstellung gegenüber den geprüften Abteilungen als essenziell eingestuft.
Es dient als inventarisierte Gesamtheit aller potenziellen Prüffelder und stellt sicher, dass keine unternehmensrelevanten Bereiche aus der Überwachung ausgeschlossen werden.
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