Masterarbeit, 2013
81 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Demografische Alterung – Errungenschaft und Herausforderung
3. Mehrdeutigkeit des Begriffs „Active Ageing“
4. Die Idee des „aktiven Alterns“ in der Philosophie
4.1. „Das tätige Alter“ nach Cicero
4.2. Alter als „die Zeit des Tuns“ nach Schopenhauer
4.3. „Jugend als innerer Zustand“ nach Schlick
5. „Active Ageing“– Komponentenanalyse
5.1. Aktiv
5.2. Komponenten des Alterns
5.2.1. Physische Komponenten
5.2.1.1. Biologische Alternsprozesse
5.2.1.2. Gesundheit
5.2.1.3. Lebensstil
5.2.2. Psychische Komponenten
5.2.2.1. Überzeugungen
5.2.2.2. Bewertungen
5.2.2.3. Emotionales Erleben
5.2.2.4. Charaktermerkmale und Dispositionen
5.2.3. Soziale Komponenten
5.2.3.1. Soziale Altersstereotype
5.2.3.2. Soziale Rolle
5.2.3.3. Sozioökonomische Sicherheit
6. „Active Ageing“ als Alternsnorm
6.1. Moralbegründung nach dem utilitaristischen Prinzip
6.2. Motivation
6.3. Überforderung
7. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das politische Konzept „Active Ageing“ einer ethischen Einschätzung zu unterziehen. Da aktuelle Definitionen des Konzepts mehrdeutig sind und eine Perspektive auf das Individuum vermissen lassen, untersucht die Autorin das Thema auf Basis philosophischer Ansätze, um eine umfassende, normative Alternsnorm zu entwickeln und diese utilitaristisch zu begründen.
4.2. Alter als „die Zeit des Tuns“ nach Schopenhauer
Auch Schopenhauer betrachtet das Alter als eine Zeit des tätigen Lebens, jedoch wird dies ganz anders begründet als bei Cicero. Es wird aus unserem Verhältnis zur Welt abgeleitet. In seinem Essay „Vom Unterschiede der Lebensalter“ zeigt Schopenhauer, welche Veränderungen die Lebensjahre an uns hervorbringen. In der Jugend wirkt die Welt auf uns, daher ist die Jugend die Zeit der Anschauung und des Erkennens. Im Verlauf unseres Lebens ändert sich unser Verhältnis zur Welt: die Welt wirkt immer weniger auf uns, dafür aber können wir mehr auf die Welt einwirken. Daher ist das Alter die Zeit des Tuns, des Leistens und des Denkens.
„In den späteren [Jahren] können wir mehr auf Anderen, ja, auf die Welt einwirken; weil wir selbst vollendet und abgeschlossen sind und nicht mehr dem Eindruck angehören: aber die Welt wirkt weniger auf uns. Diese Jahre sind daher die Zeit des Thuns(sic) und des Leistens“.
Man hat genug Zeit und Gelegenheit im Laufe des Lebens gehabt, um die Dinge von allen Seiten zu betrachten und die Zusammenhänge zu verstehen. „Alles hat sich geklärt“. In der Jugend sammelt man die Erkenntnisse und die Einsichten, doch erst im Alter erlangt man die zusammenfassende Übersicht des Ganzen. Die Jugend ist die Wurzel des Baumes der Erkenntnis, „wenn gleich erst die Krone die Früchte trägt.“
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Entstehung des Interesses am Thema „Active Ageing“ und verdeutlicht die Notwendigkeit einer ethischen Analyse dieses politischen Konzepts.
2. Demografische Alterung – Errungenschaft und Herausforderung: Dieses Kapitel beschreibt die globale demografische Alterung und die damit verbundenen ökonomischen sowie sozialen Herausforderungen für heutige Gesellschaften.
3. Mehrdeutigkeit des Begriffs „Active Ageing“: Hier werden unterschiedliche Definitionen von „Active Ageing“ (WHO, OECD, EU, Walker) analysiert und deren Mehrdeutigkeit herausgearbeitet.
4. Die Idee des „aktiven Alterns“ in der Philosophie: Dieses Kapitel widmet sich philosophischen Perspektiven auf das Alter, um fehlende individuelle Komponenten für das „Active Ageing“ zu finden.
5. „Active Ageing“– Komponentenanalyse: Es erfolgt eine detaillierte Zerlegung des Begriffs in physische, psychische und soziale Komponenten, um diese auf ihre normative Relevanz zu untersuchen.
6. „Active Ageing“ als Alternsnorm: Das Kapitel entwickelt eine auf dem Utilitarismus basierende Moralbegründung für das „Active Ageing“ als gesellschaftliche Norm.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse und unterstreicht die Bedeutung einer moralischen Umorientierung für das Zusammenleben in einer alternden Gesellschaft.
Active Ageing, demografische Alterung, ethische Einschätzung, Alternsnorm, Utilitarismus, Lebensqualität, Autonomie, Eigenverantwortung, soziale Teilhabe, Komponentenanalyse, Philosophie, Altersbilder, Altersstereotypen.
Die Arbeit untersucht das politische Konzept des „Active Ageing“ aus einer philosophisch-ethischen Perspektive, da bisher eine fundierte ethische Analyse und die Einbeziehung der individuellen Sichtweise im Konzept fehlten.
Die Arbeit verknüpft demografische Herausforderungen mit philosophischen Theorien über das Altern und leitet daraus normative Handlungsregeln ab, um das Konzept des aktiven Alterns als Alternsnorm zu etablieren.
Das Ziel ist es, den Begriff „Active Ageing“ in seine Bestandteile zu zerlegen, diese normativ zu bewerten und eine Begründung für diese Alternsnorm zu finden, die sowohl das individuelle Wohl als auch das Gemeinwohl fördert.
Die Arbeit nutzt eine philosophische Komponentenanalyse des Begriffs, eine Literaturanalyse philosophischer Positionen (z.B. Cicero, Schopenhauer, Kant) und wendet utilitaristische Prinzipien zur moralischen Begründung an.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der demografischen Lage, die philosophische Herleitung von Komponenten des Alters, eine detaillierte Komponentenanalyse (physisch, psychisch, sozial) sowie eine moralphilosophische Begründung der neuen Alternsnorm.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Active Ageing, demografische Alterung, ethische Einschätzung, Alternsnorm, Utilitarismus, Lebensqualität sowie Autonomie und Eigenverantwortung.
Die Autorin argumentiert, dass die bisherige, ökonomisch abgesicherte Ruhestandskultur aufgrund der demografischen Entwicklung langfristig nicht mehr haltbar ist und einer Neuorientierung bedarf.
Tugenden bilden nach der antiken Philosophie das Fundament für ein glückliches Leben im Alter; sie unterstützen die Bewältigung der Herausforderungen des Alterns und tragen zur Sinnstiftung bei.
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