Bachelorarbeit, 2011
46 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Einleitung
Entwicklungshilfe als Lösungsansatz des Problems der Weltarmut
Was bedeutet Entwicklung?
1. Lassen sich globale Hilfspflichten begründen?
1.1. Rechte und Pflichte des Individuums
1.1.1. Das Recht auf ein menschliches Minimum nach Oruka
1.1.2. Die Pflicht zur Hilfeleistung nach Kant
1.1.3. Die Verpflichtung zu helfen nach Singer
1.2. Rollenabhängige Pflichten des sozialen Akteurs
1.2.1. Verantwortung als Funktion der Macht
1.2.2. Verantwortung für die gegenwärtige internationale Ordnung
1.2.3. Kompensation für ungerechte Taten in der Vergangenheit
1.2.4. Internationale Hilfe nach Rawls
1.2.5. Solidarität
1.2.6. Kooperation
1.2.7. Subsidiarität als Gesellschaftsprinzip
2. Wie ist das Pflichtobjekt?
3. Die Natur des Menschen
3.1. Menschliche Hemmschwellen bei Hilfeleistung
3.2. Hilfsbereitschaft aus Mitleid
4. Ausblick
Die Arbeit untersucht die ethische Begründbarkeit globaler Hilfspflichten angesichts extremer Weltarmut und analysiert dabei sowohl individuelle als auch rollenabhängige moralische Verpflichtungen sowie die psychologischen Faktoren menschlicher Hilfsbereitschaft.
1.1.3. DIE VERPFLICHTUNG ZU HELFEN NACH SINGER
Das höchste moralische Gut ist aus utilitaristischer Perspektive die größte Summe des Glücks in der Welt. Eine Handlung ist moralisch dann richtig, wenn sie das Gesamtglück vermehrt. Leid und Schmerz vermindern das Glück in der Welt. Ein Dasein unter dem Existenzminimum bedeutet Leiden infolge von extremer Armut, d. h. Mangel an Nahrung, an Medikamenten und an Unterkunft. Nach Peter Singer sind wir verpflichtet, den Menschen, die armutsbedingt leiden, zu helfen. Die Notwendigkeit und das Ausmaß der Hilfe müssen sich an dem Interesse der Bedürftigen orientieren, Leid zu vermeiden. Nähe, Ferne oder sonstige Merkmale dürfen bei der Abwägung der Hilfeleistung keine Rolle spielen. Wer am meisten leidet, dem muss am dringendsten geholfen werden. Der Nutzen der Hilfe ist dort am höchsten, wo der Mangel an Grundbedürfnissen am höchsten ist. Das Prinzip der Hilfe soll durch die Umverteilung der materiellen Ressourcen geschehen. Die Gesamtsumme der Lust in der Welt wird durch Verminderung von Leid gesteigert.
Wenn die Wohlhabenden Geld spenden, vermindern sie das Leid in der Welt ohne dabei die Lust in der Welt spürbar zu mindern. Nach dem Prinzip des sinkenden Grenznutzens aus der Ökonomie ist der Nutzen von Etwas dort am größten, wo am wenigsten von diesem Etwas vorhanden ist. Für jemanden, der hungert, kann eine Schale Reis lebensrettend sein, dagegen für jemanden der im Überfluss lebt, spielt die Schale Reis für sein Wohlergehen keine Rolle. Wird dieses Prinzip auf die Geldspende übertragen, bedeutet dies, dass ein Euro für jemanden, der diesen Betrag für seinen täglichen Lebensunterhalt nicht hat, lebensrettend sein kann, dagegen für jemanden, der im Überfluss lebt, hat der Verzicht auf einen Euro keine spürbare Auswirkung auf seine Lebensqualität.
Einleitung: Beschreibt das erschreckende Ausmaß der Weltarmut und stellt die Forschungsfrage nach der ethischen Lösbarkeit dieses moralischen Problems.
Entwicklungshilfe als Lösungsansatz des Problems der Weltarmut: Analysiert den wandelbaren Begriff der Entwicklung von ökonomischem Wachstum bis hin zur positiven Freiheit nach Amartya Sen.
1. Lassen sich globale Hilfspflichten begründen?: Untersucht die ethische Basis für Hilfspflichten durch die Analyse individueller Rechte und Pflichten sowie rollenabhängiger Verantwortung.
2. Wie ist das Pflichtobjekt?: Stellt den Archetyp des "homo communis" vor, um das Wesen der Menschen zu verstehen, denen Hilfe zuteilwerden soll.
3. Die Natur des Menschen: Erörtert psychologische Faktoren und evolutionsbiologische Hemmschwellen, die menschliche Hilfsbereitschaft beeinflussen.
4. Ausblick: Plädiert für ein Umdenken in der Gesellschaft, da dauerhafte Veränderungen ohne den Willen der Bürger der Industrieländer nicht möglich sind.
Weltarmut, Entwicklungshilfe, Hilfspflicht, Ethik, Utilitarismus, Subsidiarität, Menschenrechte, Amartya Sen, Peter Singer, Gerechtigkeit, homo communis, Verantwortung, Solidarität, Institutionen, Armutsbekämpfung
Die Arbeit untersucht die ethische Rechtfertigung und die Grenzen von Hilfspflichten der Industrieländer gegenüber Menschen in Armut.
Die zentralen Themen sind ethische Begründungsansätze für globale Hilfe, politische Strukturen der Weltordnung sowie die psychologische Natur des Menschen bei Hilfsprozessen.
Das Ziel ist es, zu analysieren, welche Kriterien und moralischen Grundlagen eine Entwicklungshilfe erfüllen muss, um als effektiver Lösungsansatz für Weltarmut gelten zu können.
Die Autorin nutzt eine philosophische Analyse verschiedener ethischer Konzepte, wie den Utilitarismus, das Pflichtprinzip nach Kant und das Subsidiaritätsprinzip, kombiniert mit psychologischen Erkenntnissen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung globaler Hilfspflichten (Rechte/Pflichten/Rollen), das Verständnis des "Pflichtobjekts" und die Untersuchung menschlicher Natur und Hemmschwellen.
Weltarmut, Hilfspflichten, ethische Begründung, Entwicklung, Gerechtigkeit und das Menschenbild des homo communis.
Die Arbeit betont, dass viele aktuelle internationale Strukturen und Handelsregeln die Armut in Entwicklungsländern eher verschärfen als mindern.
Es dient als gesellschaftliches Prinzip, um Zuständigkeiten für Hilfe zu klären und die Überforderung des einzelnen Individuums bei moralischen Forderungen zu lindern.
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