Bachelorarbeit, 2012
89 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Begriffsdefinition
1.2. Unterschiedliche Betrachtungsweisen der Anorexia nervosa
1.3. Historischer Überblick
2. Das Krankheitsbild der Anorexia nervosa
2.1. Erscheinungsbild
2.1.1. Körperliche Veränderungen
2.1.2. Psychische Veränderungen
2.2. Epidemiologie
2.3. Komorbidität
2.3.1. Affektive Störungen
2.3.2. Zwanghafte Züge und Zwangsstörungen
2.3.3. Angststörungen
2.3.4. Persönlichkeitsstörungen
2.4. Verlauf
3. Ätiologie der Anorexia nervosa
3.1. Biologische Faktoren
3.2. Soziokulturelle Faktoren
3.3. Individuelle Faktoren
4. Familiäre Faktoren
4.1. Zwei-Prozess-Modell
4.2. Direkte familiäre Einflüsse auf das Essverhalten
4.3. Das Modell der „Psychosomatischen Familie“
4.3.1. Verstrickung
4.3.2. Überfürsorglichkeit
4.3.3. Veränderungsrigidität
4.3.4. Konfliktvermeidung
4.3.5. Einbeziehung des Kindes in eheliche Konflikte
4.4. Weitere Merkmale der Familien mit einem erkrankten Mitglied
4.4.1. Essen als Medium der Interaktion
4.4.2. Norm- und Leistungsorientierung
4.4.3. Harmoniegebot
4.4.4. Selbstaufopferung
4.4.5. Eltern der erkrankten Mädchen
4.4.6. Ehe der Eltern und emotionale Unsicherheit des Kindes
4.4.7. Vermeidung von Trennungen
4.5. Anorexie als Lösung familiärer Konflikte
5. Behandlung
6. Die Bedeutung und Aufgaben der Sozialarbeit bei Anorexia nervosa
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht aus einer systemischen Perspektive, welche Rolle familiäre Strukturen und Interaktionsmuster bei der Entstehung der Magersucht (Anorexia nervosa) spielen und wie familiäre Beziehungen mit dieser Erkrankung zusammenhängen.
4.3.1. Verstrickung
Mit Verstrickung ist eine äußerst enge und sehr intensive Form der Interaktion innerhalb der Familie gemeint, die auch als verstrickt bzw. verschmolzen beschrieben wird (vgl. Reich 2003a: 28). Eine Einheit zu sein, keine innerfamiliären Grenzen zu gestatten und Privatsphäre abzulehnen, hat für solche verstrickten Familien einen höchsten Wert (vgl. Gerlinghoff u.a. 1999: 62). Die Verwendung des Wortes „wir“ ist für die verstrickten Familien charakteristisch. Auch wenn es um Eigenschaften einzelner Familienmitglieder handelt, wird auf das „Wir-Wort“ nicht verzichtet (vgl. Kock 2008: 47).
„Wir sind normal. Das einzige ist, das wir nicht essen können …“ (Zitat aus Minuchin u.a. 1983 zit. nach ebd.).
„Wir haben zur Zeit einen kritischsten Punkt erreicht … [das kritische Untergewicht der Tochter, Anm. O.B.]“ (Zitat aus Gerlinghoff u.a. 1999: 51).
Dadurch, dass einerseits ein sehr starker familiärer Zusammenhalt besteht, andererseits jedoch keine inneren Abgrenzungen existieren, wird die Privatheit des Individuums ver oder behindert (vgl. Liechti 2008: 144). Das Wohl der Familie hat Priorität vor dem Wohl ihrer einzelnen Mitglieder (vgl. Franke 2003: 50 f.). Es wird von den einzelnen Familienmitgliedern erwartet, dass sie nicht nur ihre komplette Freizeit mit der restlichen Familie teilen, sondern auch die ganze Familie an dem eigenen Leben, egal ob inner- oder außerfamiliär, teilhaben lassen. Hierzu einige Beispiele: Badezimmertüren werden häufig nicht abgeschlossen, Tagebücher bzw. Briefe eines anderen werden gelesen (vgl. Gerlinghoff u.a. 1999: 62). Eine 18-jährige Betroffene teilte sogar mit, dass es in ihrer Familie als eigensinnig angesehen wurde, die Toilettentür komplett zu schließen, auch wenn man seine Geschäfte erledigen musste (vgl. Liechti 2008: 144). Überdies scheinen die Grenzen zwischen dem Familiensystem und den Ursprungsfamilien der Eltern in nicht sehr hohem Maße ausgebildet zu sein (vgl. Reich 2003a: 28). Nicht wenige Eltern der Erkrankten sind immer noch an ihre eigenen Eltern stark gebunden
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Magersucht ein, beleuchtet das Interesse der Autorin und definiert den Aufbau der Arbeit unter Berücksichtigung verschiedener wissenschaftlicher Perspektiven.
2. Das Krankheitsbild der Anorexia nervosa: Dieses Kapitel beschreibt das klinische Erscheinungsbild der Magersucht, inklusive körperlicher und psychischer Veränderungen, epidemiologischer Daten sowie komorbider Störungen.
3. Ätiologie der Anorexia nervosa: Hier werden die verschiedenen Ursachenmodelle der Magersucht beleuchtet, wobei biologische, soziokulturelle und individuelle Faktoren differenziert betrachtet werden.
4. Familiäre Faktoren: Das zentrale Kapitel analysiert systemische Zusammenhänge, insbesondere das Modell der „psychosomatischen Familie“, und identifiziert spezifische Interaktionsmuster.
5. Behandlung: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze und Therapiekonzepte bei Anorexia nervosa.
6. Die Bedeutung und Aufgaben der Sozialarbeit bei Anorexia nervosa: Das Kapitel thematisiert die Rolle der Sozialarbeit in der Prävention, Krisenintervention und Unterstützung von Betroffenen sowie deren Familien.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer individuellen, systemisch orientierten Betrachtungsweise für die erfolgreiche Arbeit mit Betroffenen.
Anorexia nervosa, Magersucht, familiäre Strukturen, systemische Perspektive, Sozialarbeit, Essstörungen, Verstrickung, psychosomatische Familie, Adoleszenz, Prävention, Krankheitsbild, Ätiologie, Interaktionsmuster, Überfürsorglichkeit, Therapie.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung familiärer Strukturen und Interaktionsmuster bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Magersucht (Anorexia nervosa).
Zu den zentralen Themen gehören die systemische Sicht auf die Essstörung, die Analyse familiärer Dynamiken sowie die Möglichkeiten und Aufgaben der Sozialarbeit in diesem Kontext.
Das Ziel ist es, aus einer systemischen Perspektive zu untersuchen, wie familiäre Beziehungen und die Entstehung der Magersucht zusammenhängen und welche Rolle die Familie für die Betroffenen spielt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse klinischer Beobachtungen und wissenschaftlicher Studien sowie auf der Darstellung etablierter systemischer Erklärungsmodelle.
Der Hauptteil widmet sich dem Krankheitsbild, der multifaktoriellen Ätiologie, der detaillierten Untersuchung familiärer Faktoren wie Verstrickung und Überfürsorglichkeit sowie den Interventionsmöglichkeiten in der Sozialarbeit.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Anorexia nervosa, familiäre Strukturen, systemische Perspektive, Sozialarbeit und psychosomatische Familie charakterisiert.
Verstrickung beschreibt eine extrem enge, grenzenlose Interaktion innerhalb der Familie, die die Autonomiebestrebungen des Kindes hemmt und somit als maßgeblicher Risikofaktor für die Entwicklung einer Anorexie angesehen wird.
Die Sozialarbeit soll laut Autorin mit Geduld, Wertschätzung und professioneller Distanz agieren, um eine Vertrauensbasis aufzubauen, anstatt Druck aufzubauen, der bei Anorexie-Betroffenen meist kontraproduktiv wirkt.
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