Examensarbeit, 2013
101 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 MENSCHEN MIT LERNSCHWIERIGKEITEN
3 BARRIEREFREIE TEILHABE
3.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG „TEILHABE“
3.2 BEGRIFFSDEFINITION „BARRIEREFREIHEIT“
3.3 GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
4 LEICHTE SPRACHE
4.1 URSPRUNG UND BEGRIFFSDEFINITION
4.2 KOMMUNIKATION UND „LEICHTE SPRACHE“
4.3 VERSTÄNDLICHKEITSFORSCHUNG
4.3.1 DER EMPIRISCH-INDUKTIVE ANSATZ - HAMBURGER VERSTÄNDLICHKEITSMODELL (1974)
4.3.2 DER THEORETISCH-DEDUKTIVE ANSATZ NACH GROEBEN (1978)
4.3.3 DER LINGUISTISCHE ANSATZ NACH HERINGER (1984)
4.4 REGELKATALOGE UND PRINZIPIEN ZUR TEXTVEREINFACHUNG
4.4.1 „TIPPS UND TRICKS“ DES WÖRTERBUCHS FÜR LEICHTE SPRACHE ODER DAS KOZEPT „LEICHTE SPRACHE“(IM ENGEREN SINN)
4.4.2 LESETEXTE FÜR JUGENDLICHE MIT SPRACHERWERBSSTÖRUNGEN NACH BRÜHLMEIER ET.AL. (2009)
4.4.3 TEXTVERSTÄNDLICHKEIT UND TEXTVEREINFACHUNG IM DEUTSCHSPRACHIGEN FACHUNTERRICHT (DFU) NACH MEIRELES/BLÜHDORN 1997)
4.5 VOR- UND NACHTEILE EINER LEICHTEN SPRACHE
4.5.1 PRO LEICHTE SPRACHE
4.5.2 CONTRA LEICHTE SPRACHE
5 INTERNET FÜR ALLE?
5.1 BARRIEREFREIES INTERNET?
5.2 WEB 2.0 ODER DIE ZWEITE PHASE DER GLOBALEN VERNETZUNG
5.3 BEGRIFFSDEFINITION ONLINE-ENZYKLOPÄDIE
5.4 MENSCHEN MIT LERNSCHWIERIGKEITEN UND INTERNET
6 BISHERIGE ANGEBOTE IN LEICHTER SPRACHE
7 PLANUNG EINER ONLINE-ENZYKLOPÄDIE IN LEICHTER SPRACHE
7.1 ENTSTEHUNG UND GRUNDIDEE
7.2 WOFÜR EINE ONLINE-ENZYKLOPÄDIE IN LEICHTER SPRACHE?
7.3 ZIELGRUPPE DES PROJEKTS
7.4 AUSLEGUNG DER LEICHTEN SPRACHE
7.5 WER SCHREIBT DIE TEXTE?
7.5.1 EINBEZUG DER ZIELGRUPPE
7.6 SEITENAUFBAU
7.6.1 STARTSEITE
7.6.2 ARTIKELSEITE
7.6.2.1 Struktur des Artikels
7.6.2.2 Typographie
7.6.2.3 Bilder
7.7 HILFEMÖGLICHKEITEN
8 SCHLUSS
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Online-Enzyklopädie in leichter Sprache, um die Teilhabe von Menschen mit Lernschwierigkeiten zu verbessern. Ziel ist es, Grundlagen zu beleuchten, bestehende Theorien zur Verständlichkeit zu prüfen und ein Konzept für eine barrierefreie Plattform zu entwickeln, die Wissen kollaborativ aufbereitet.
4.1 Ursprung und Begriffsdefinition
Jeder Mensch stand schon einmal vor dem Problem einen Text oder auch eine Rede in mündlicher Form in seiner Muttersprache ganz oder zumindest in Teilen nicht verstanden zu haben. Eine möglichst komplizierte Ausdrucksweise ist in vielen Teilen der Gesellschaft, beispielsweise in wissenschaftlichen Arbeiten gar erwünscht. „Der Inhalt ist meist gar nicht so kompliziert. Er wird erst kompliziert gemacht – durch eine schwer verständliche Ausdrucksweise“ (Langer, et al., 2006 S. 16). „Durch die Nutzung einer „schweren Sprache“ wird eine gesellschaftliche Ausgrenzungspolitik gestärkt und einer Entscheidungs- und Handlungsautonomie, nicht nur von Menschen mit Lernschwierigkeiten, entgegengewirkt“ (Rüstow, 2011 S. 71). Die Gründe für die Verwendung einer schwer verständlichen Sprache vieler Menschen sind vielfältig. Einigen ist es gar nicht bewusst, dass sie sich unverständlich ausdrücken. Andere wollen, eben genau durch diese komplizierte Sprache, Fachwissen und Fachkompetenz zu Tage bringen oder gar ein Nichtwissen überspielen. Ein weiterer möglicher Grund ist das Übervorteilen des Lesers bzw. Zuhörers, beispielsweise mithilfe des Kleingedruckten auf Verträgen. Außerdem wissen viele Menschen auch überhaupt nicht, wie ein leicht verständlicher Ausdruck produziert wird (Wagner, et al., 2004 S. 207).
Schwere Sprache, diesen Ausdruck verwendet vor allem die Organisation „Netzwerk Leichte Sprache“, die später vorgestellt wird, kann für viele Menschen mit Lese- und Verständnisproblemen eine Barriere darstellen. Der Personenkreis der von diesen Barrieren betroffen ist, reicht von Menschen mit Behinderungen, bis hin zu Menschen mit Migrationshintergrund, die beispielsweise vor einem komplizierten Asylantrag stehen. Diese Kommunikationsbarrieren können neben der geschriebenen, auch in der gesprochenen Sprache auftreten. Texte in schwerer Sprache sind jedoch sicher die größere Hürde, da hier meist nicht direkt nachgefragt werden kann, sondern der Mensch mit dem Problem des Unverständnisses alleine gelassen wird. In etwa vergleichbar ist diese Situation damit, wenn wir auf englischsprachige Texte stoßen, unsere Englischkenntnisse dem jedoch nicht gewachsen sind.
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Barrieren durch komplexe Sprache und stellt die Notwendigkeit von leichter Sprache für eine selbstbestimmte Teilhabe dar, wobei das Projekt einer Online-Enzyklopädie als Grundstein dient.
2 MENSCHEN MIT LERNSCHWIERIGKEITEN: Dieses Kapitel diskutiert den Begriff der „Lernschwierigkeit“ als ursachenneutralen Ansatz und grenzt diesen von traditionellen, defizitorientierten Bezeichnungen ab.
3 BARRIEREFREIE TEILHABE: Hier werden die Begriffe Teilhabe und Barrierefreiheit definiert und in den Kontext gesetzlicher Rahmenbedingungen auf EU- und nationaler Ebene gestellt.
4 LEICHTE SPRACHE: Dieses Kapitel untersucht Ursprung, Definition und verschiedene theoretische Ansätze der Verständlichkeitsforschung sowie konkrete Regelkataloge für eine leichtere Textgestaltung.
5 INTERNET FÜR ALLE?: Es wird das Potenzial des Internets für Menschen mit Behinderungen analysiert, gleichzeitig werden jedoch technische und inhaltliche Barrieren innerhalb des Webs thematisiert.
6 BISHERIGE ANGEBOTE IN LEICHTER SPRACHE: Eine Übersicht über bereits existierende Web-Angebote und Publikationen zeigt, dass das Thema leichte Sprache im Internet an Relevanz gewinnt.
7 PLANUNG EINER ONLINE-ENZYKLOPÄDIE IN LEICHTER SPRACHE: Der Hauptteil beschreibt die Konzeption der geplanten Plattform, inklusive Zielgruppe, inhaltlicher Auslegung, kollaborativer Autorenschaft und technischem Seitenaufbau.
8 SCHLUSS: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine „Sprache für alle“ eine Utopie bleibt, betont jedoch die Notwendigkeit, mittels variabler Kriterien die Teilhabe am Wissen durch leichte Sprache zu fördern.
Leichte Sprache, Teilhabe, Barrierefreiheit, Online-Enzyklopädie, Verständlichkeit, Menschen mit Lernschwierigkeiten, Web 2.0, Inklusion, Kommunikation, Textvereinfachung, Barrierefreie Informationstechnik, Selbstbestimmung, Wissensvermittlung, Nutzerorientierung, Digitale Medien.
Die Arbeit befasst sich mit der Planung einer Online-Enzyklopädie in leichter Sprache, um Menschen mit Lernschwierigkeiten und Verständnisproblemen einen barrierefreien Zugang zu Wissen im Internet zu ermöglichen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Begriff der Teilhabe, der Barrierefreiheit im Internet, den Grundlagen der leichten Sprache und der theoretischen Verständlichkeitsforschung.
Das Ziel ist nicht die Erstellung eines vollständigen Projektplans, sondern die Beleuchtung der theoretischen Grundlagen und die Entwicklung eines beispielhaften Konzepts für eine Online-Enzyklopädie.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender Theorien zur Textverständlichkeit sowie auf eine kritische Bestandsanalyse aktueller Angebote in leichter Sprache.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Planung der Online-Plattform, inklusive der inhaltlichen Auslegung, der Einbindung der Zielgruppe in den Schreibprozess und dem Aufbau der Webseiten.
Die zentralen Begriffe sind Leichte Sprache, Teilhabe, Barrierefreiheit, Online-Enzyklopädie, Verständlichkeit und Inklusion.
Menschen mit Lernschwierigkeiten fungieren als „Experten im Verstehen“, die Texte kritisch überprüfen, da die Verständlichkeit nicht ausschließlich durch feststehende Regeln, sondern durch den Anwender bestimmt wird.
Der Autor argumentiert, dass starre Regeln eine zu starke Simplifizierung zur Folge haben können, was der Zielgruppe den Zugang zu fachlich korrekten Informationen erschwert und sie eher ausgrenzt.
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