Bachelorarbeit, 2013
54 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Bewertung von unternehmerischem Vermögen im Rahmen der Erbschaftsteuer
2.1 Sachlicher Anwendungsbereich der gesetzlichen Regelungen
2.2 Der gemeine Wert als Bewertungsziel
2.3 Determinierung der Bewertungsfunktion des neutralen Gutachters
3 Darstellung des Ertragswertverfahrens
3.1 Systematische Einordnung
3.2 Inhaltliche Struktur gemäß IDW S 1
3.2.1 Abgrenzung und Ermittlung der Erfolgsgrößen
3.2.2 Vergangenheitsanalyse und Unternehmensplanung
3.2.3 Bestimmung des Kapitalisierungszinssatzes
3.2.3.1 Grundlagen
3.2.3.2 Basiszinssatz und Risikozuschlag
3.2.3.3 Ertragsbesteuerung
3.2.3.4 Wachstum
3.2.4 Ermittlung des Unternehmenswerts
4 Analyse von Variationen der Parameter des Ertragswertverfahrens
4.1 Vorbemerkungen
4.2 Phasenmethode
4.2.1 Parameter der Zählerterme
4.2.2 Parameter der Nennerterme
4.3 Beispiel HoGa-GmbH
4.3.1 Ausgangsfall
4.3.2 Variation ausgewählter Parameter
4.3.2.1 Zukunftserwartung
4.3.2.2 Steuerliche Situation auf Gesellschaftsebene
4.3.2.3 Nicht betriebsnotwendiges Vermögen
4.3.2.4 Variation aller Parameter
4.3.2.5 Kapitalisierungszinssatz und Wachstumsrate
4.3.3 Bedeutung der Phasen des Ertragswertverfahrens
5 Fazit und Ausblick
Die Arbeit analysiert die Bewertung von unternehmerischem Vermögen für erbschaftsteuerliche Zwecke auf Basis des Ertragswertverfahrens gemäß IDW S 1. Das primäre Ziel ist die Untersuchung der Sensitivität des Unternehmenswerts gegenüber Variationen verschiedener Parameter und die Beantwortung der Frage, wie diese Einflussfaktoren das Bewertungsergebnis verändern.
3.2.2 Vergangenheitsanalyse und Unternehmensplanung
Teile des 5. und 7. Kapitels des IDW S 1 kodifizieren das Ertragswertverfahren betreffend die Prognose bzw. Ermittlung künftiger finanzieller Überschüsse. Ausgangspunkt ist die Vergangenheitsanalyse. Hierbei sind insbesondere die wirtschaftlichen Verhältnisse in Form der Jahresabschlüsse zu berücksichtigen. Dabei ist laut Wollny auf die letzten drei bis fünf Jahre abzustellen. Die Vergangenheitsdaten dürfen jedoch nicht unflektiert übernommen werden, sondern müssen aufgrund verschiedener Aspekte bereinigt werden. Peemöller/Kunowski zufolge existiert ein umfangreicher Katalog an Bereinigungen, der über die vom IDW genannten Tatbestände hinausgeht. Weiterhin stellen beide heraus, dass in die Gesamtbetrachtung ebenso die rechtlichen Verhältnisse als auch eine Unternehmens- und Umweltanalyse einzubeziehen seien, um ein adäquates Gesamtbild zu erhalten. Dieses wird in einem nächsten Schritt als Basis für die Planung und Prognose bzw. Festlegung der Zukunftswerte zugrunde gelegt.
Prognosen beinhalten naturgemäß Unsicherheiten. In der Praxis der Unternehmensbewertung hat sich die Verwendung der sog. Phasenmethode etabliert. Hierbei wird die Zukunft in Planungssegmente unterteilt, sodass für den Beteiligten ersichtlich ist, für welche Phase detaillierte Daten zur Verfügung stehen bzw. lediglich pauschale Annahmen möglich sind. Häufig erfolgt eine Untergliederung in zwei Phasen. Die nähere Phase oder auch Detailplanungsphase umfasst i. d. R. einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren, während bei der ferneren Phase oder auch ewigen Rente eine unendliche Unternehmensfortführung unterstellt wird. Letztere macht zumeist einen erheblichen Wertanteil aus, sodass die berücksichtigten Parameter besonders kritisch zu überprüfen sind. Die aus der Vergangenheitsanalyse und Unternehmensplanung resultierenden erwarteten Überschüsse bilden den Ausgangspunkt für das weitere Vorgehen.
1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Anforderung an eine neugeregelte Erbschaftsteuerbewertung und definiert die Forschungsfragen zur quantitativen Analyse des Ertragswertverfahrens.
2 Bewertung von unternehmerischem Vermögen im Rahmen der Erbschaftsteuer: Das Kapitel behandelt die gesetzlichen Rahmenbedingungen und begründet die Anwendung des objektivierten Unternehmenswerts aus der Sicht eines neutralen Gutachters.
3 Darstellung des Ertragswertverfahrens: Es werden die theoretischen Grundlagen und die inhaltliche Struktur des Bewertungsverfahrens gemäß IDW S 1 detailliert erläutert.
4 Analyse von Variationen der Parameter des Ertragswertverfahrens: Dies ist das Hauptkapitel, in dem mathematische Sensitivitätsanalysen und ein praktisches Fallbeispiel (HoGa-GmbH) die Auswirkungen von Parameteränderungen untersuchen.
5 Fazit und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Forschungsfragen synthetisiert und die Grenzen der Objektivität in der Unternehmensbewertung sowie Ansätze für zukünftige Forschung aufgezeigt.
Ertragswertverfahren, Erbschaftsteuer, Unternehmensbewertung, IDW S 1, Gemeiner Wert, Kapitalisierungszinssatz, Phasenmethode, Detailplanungsphase, Rentenphase, Sensitivitätsanalyse, Parametervariation, Betafaktor, Ertragsteuern, Unternehmensplanung, Bewertungsstichtag.
Die Arbeit setzt sich mit der Bewertung von unternehmerischem Vermögen für erbschaftsteuerliche Zwecke auseinander, insbesondere unter Anwendung des Ertragswertverfahrens.
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Anforderungen an die Bewertung, die Struktur des Ertragswertverfahrens nach IDW S 1 und die quantitative Untersuchung von Parametervariationen.
Das Ziel ist es, die Auswirkungen isolierter und kombinierter Parameteränderungen auf die Höhe des Unternehmenswerts zu quantifizieren und allgemeingültige Aussagen über das Bewertungskalkül zu treffen.
Die Arbeit nutzt die funktionale Unternehmensbewertungslehre sowie eine mathematische Sensitivitätsanalyse (Elastizitätsbetrachtungen) und eine Fallstudie.
Der Hauptteil befasst sich mit der formal-mathematischen Untersuchung des Ertragswertverfahrens und der Anwendung dieser Erkenntnisse auf das Fallbeispiel der HoGa-GmbH.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen das Ertragswertverfahren, der gemeine Wert, die Phasenmethode und die Sensitivitätsanalyse bei der Unternehmensbewertung.
Die Rentenphase stellt nach den Analysen der Arbeit in der Regel den bedeutendsten Bestandteil des Unternehmenswerts dar, weshalb die hierfür getroffenen Annahmen kritisch zu hinterfragen sind.
Die Untersuchung zeigt, dass der gewerbesteuerliche Hebesatz einen signifikanten Einfluss auf den Unternehmenswert hat, da dessen Variation zu einer beträchtlichen Wertänderung führen kann.
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