Bachelorarbeit, 2011
53 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Begriffsklärung und relevante Fakten
2.1 Missbrauch und Abhängigkeit
2.2 Drogen
2.2.1 Psychoaktive Substanzen
2.2.2 Illegale und legale Drogen
2.2.2.1 Sedativa
2.2.2.2 Stimulanzien
2.2.2.3 Halluzinogene
2.2.3 Stoffungebundene Störungen
2.3 Auswirkungen des Drogenkonsums
2.3.1 Psychische Folgen
2.3.2 Physische Folgen
2.3.3 Soziale Folgen
2.4 Forschungsstand
3 Erklärungsmodelle für die Entwicklung substanzbezogener Störungen
3.1 Entwicklungsaufgaben
3.1.1 Kleinkindalter
3.1.2 Primarstufe und Schulwechsel
3.1.3 Pubertät und Jugendalter
3.2 Kritische Lebensereignisse
3.2.1 Beispiel für eine Messung: Social Readjustment Rating Scale
3.3 Peergruppen
3.4 Personale Faktoren
3.5 Gatewaytheorien
3.5.1 Präkonsum anderer Substanzen
3.5.2 Umweltbedingungen
3.6 Zusammenfassung und Fragestellung
4 Methoden
4.1 Durchführung
4.2 Auswahl der Probanden
4.2.1 Proband 1
4.2.2 Proband 2
4.3 Transkription
5 Auswertung
5.1 Entwicklungsaufgaben
5.2 Kritische Lebensereignisse
5.3 Personale Faktoren
5.4 Peergruppen
5.5 Gatewaytheorien
5.6 Eigene Einschätzung durch die Probanden
5.7 Kritische Betrachtung der Methodik
6 Diskussion
6.1 Allgemeines Modell zur Entwicklung des Drogenkonsums
6.1.1 Ergebnisse aus dem Modell
6.2 Bedeutung für Forschung, Prävention und Behandlung
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe des Einstiegs in den Konsum illegaler Drogen im biografischen Kontext und analysiert, wie persönliche, soziale und umweltbedingte Faktoren die Entwicklung substanzbezogener Störungen beeinflussen. Ziel ist die Erstellung eines allgemeinen Modells, das die Interaktion dieser Faktoren veranschaulicht und für die Präventionsarbeit nutzbar macht.
3.2 Kritische Lebensereignisse
Lebensereignisse werden als kritisch definiert, wenn „sie Folgen für viele Lebensbereiche und Aspekte der Alltagsgestaltung, d. h. einen hohen Wirkungsgrad besitzen“ (Filipp, 2002, S. 345). Im Allgemeinen werden jedoch nicht nur als negativ empfundene Interruptionen des Alltags als kritische Lebensereignisse gesehen, sondern auch eine positive wie Hochzeit, Schwangerschaft oder die Geburt eines Kindes gehören dazu. Bedeutsam ist lediglich das Ausmaß der Alltagsveränderung.
Des Weiteren sind Faktoren wie Unkontrollierbarkeit und Assoziation mit negativen Gefühlen ausschlaggebend. Unkontrollierbarkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Ereignisse meist nicht vorhersehbar sind und selbst wenn es auf Grund des Lebenslaufes mit einer hohen Wahrscheinlichkeit irgendwann geschehen wird, wie Tod eines Elternteils, Heirat oder der Eintritt in das Berufsleben, so ist in vielen Fällen der genaue Zeitpunkt nicht vorhersehbar und bestimmbar. Besonders für Menschen mit genauer Planung und/oder Ordnung in ihrem Leben kann dies ein sehr bedeutender Faktor für die Gewichtung eines Ereignisses sein, da ihr Ziel verschoben oder sogar blockiert wird. Mit negativen Emotionen behaftete Ereignisse werden stets als schwerwiegender betrachtet, wie in der Rangliste von Holmes und Rahe (1967) deutlich zu sehen ist, da die Heirat mit 50 Punkten genau die Mitte der Skala markiert und die 6 höher bewerteten Ereignisse sämtlich negativ zu bewerten sind.
1 Einleitung: Einführung in die Suchtproblematik und die Relevanz biografischer Hintergründe für den Einstieg in den Drogenkonsum.
2 Begriffsklärung und relevante Fakten: Definition zentraler Begriffe wie Missbrauch und Abhängigkeit sowie Darstellung der Wirkungsweisen psychoaktiver Substanzen.
3 Erklärungsmodelle für die Entwicklung substanzbezogener Störungen: Theoretische Grundlagen zu Entwicklungsaufgaben, kritischen Lebensereignissen, Peergruppen, personalen Faktoren und Gatewaytheorien.
4 Methoden: Erläuterung des qualitativen Forschungsansatzes mittels narrativer Interviews mit Rehabilitanden einer Fachklinik.
5 Auswertung: Darstellung und Analyse der biografiebezogenen Daten der beiden Probanden hinsichtlich der theoretischen Erklärungsmodelle.
6 Diskussion: Zusammenführung der Ergebnisse in einem allgemeinen Modell zur Entstehung des Drogenkonsums sowie Implikationen für Forschung und Prävention.
7 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der Relevanz multipler biografischer Faktoren für die Entstehung von Suchterkrankungen.
Drogenkonsum, Sucht, Biografischer Kontext, Entwicklungsaufgaben, Kritische Lebensereignisse, Peergruppen, Personale Faktoren, Gatewaytheorien, qualitative Forschung, narrative Interviews, Prävention, Abhängigkeit, Missbrauch, Resilienz, Salutogenese
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die zum Einstieg in den Konsum illegaler Drogen führen, und betrachtet dabei insbesondere den Einfluss des individuellen Lebenslaufs.
Die zentralen Felder umfassen die biopsychosoziale Entwicklung, den Einfluss der sozialen Umwelt sowie die Bedeutung von Kindheitserfahrungen und kritischen Lebensereignissen.
Ziel ist es, eine Verbindung zwischen empirischen Prävalenzdaten und theoretischen Modellen herzustellen, um ein besseres Verständnis für die individuellen Entstehungsbedingungen von Suchterkrankungen zu entwickeln.
Es wird ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, konkret narrative Interviews mit Rehabilitanden, um tiefe Einblicke in subjektive Konsumbiografien zu erhalten.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Suchtentwicklung und einen empirischen Teil, der auf Basis der geführten Interviews individuelle Modelle erstellt.
Zu den prägenden Begriffen gehören neben Drogenkonsum und Abhängigkeit vor allem die biopsychosozialen Erklärungsmodelle wie Entwicklungsaufgaben, kritische Lebensereignisse und Peergruppeneinfluss.
Das familiäre Umfeld, insbesondere frühkindliche Erfahrungen und die psychische Verfassung der Eltern, stellt einen wesentlichen Faktor dar, der entweder präventiv wirken oder den Drogenkonsum begünstigen kann.
Da individuelle Lebensläufe und Suchtkarrieren sehr komplex sind, ermöglicht das qualitative Interview eine differenzierte Analyse, die mit standardisierten Fragebögen nicht erfassbar wäre.
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