Bachelorarbeit, 2014
17 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen der Staatsverschuldung
2.1 Begriffserklärung Staatsverschuldung
2.2 Entwicklung der Staatsverschuldung in Deutschland
2.3 Makroökonomische Denkschulen der Staatsverschuldung
3 Theorien der Staatsverschuldung
3.1 Die Rolle der Staatsverschuldung im Keynesianismus
3.1.1 Geschichtlicher Hintergrund und die Bedeutung der öffentlichen Verschuldung
3.1.2 Praktische Anwendung
3.1.3 Kritik
3.2 Die Rolle der Staatsverschuldung in der Neoklassik
3.2.1 Geschichtlicher Hintergrund und die Bedeutung der öffentlichen Verschuldung
3.2.2 Praktische Anwendung
3.2.3 Kritik
3.3 Keynesianismus in Abgrenzung zur Neoklassik
3.3.1 Vergleich
3.3.2 Ergebnisse und Diskussion
4 Zusammenfassung und zukünftige Bedeutung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den theoretischen Paradigmenstreit zwischen dem Keynesianismus und der Neoklassik im Hinblick auf die öffentliche Verschuldung. Ziel ist es, die grundlegenden Standpunkte beider Denkschulen zu analysieren, deren Anwendbarkeit in der Praxis kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob sich eine einheitliche, zukunftsträchtige Handlungsempfehlung ableiten lässt.
3.1.2 Praktische Anwendung
Erste Anwendung erfuhr die keynesianische Theorie in Deutschland durch den Wirtschaftsminister Karl Schiller (1911-1994) während seiner Amtszeit (1966-1972) unter dem Aspekt der Globalsteuerung. Im Übrigen hat der Keynesianismus zu der Entstehung eines bis heute geltenden wichtigen Grundsatzes beigetragen: „[Er] führte 1967 in Deutschland zur gesetzlichen Verankerung der vier wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele (magisches Viereck) im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz“.
Auch in den USA gab es beispielsweise unter der Kennedy/Johnson-Administration in den 60er Jahren eine mit ‚New Economics‘ bezeichnete Wirtschaftspolitik, die durch hohe Staatsausgaben gekennzeichnet war. Zur Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise von 2008 verwendete die deutsche Bundesregierung KEYNES‘ Konzept des ‚deficit spending‘: „Und tatsächlich, die staatlichen Ausgabenprogramme – Abwrackprämie (5 Mrd. Euro) und Kurzarbeitergeld (5,1 Mrd. Euro 2009) – haben, vor allem in Deutschland, gewirkt“. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zog später in seinem Jahresgutachten eine positive Bilanz. Das Dilemma der praktischen Anwendung des Keynesianismus bleibt jedoch: Obwohl seit Ende 2010 die deutsche Wirtschaft wieder steigt, wird die öffentliche Verschuldung nicht aus den generierten Haushaltsüberschüssen abbezahlt, sondern vernachlässigt: „Hier wird von den Regierungen also nur der ‚halbe Keynes‘ verwirklicht“.
Die Ursache dafür liegt in der Überschuldung von sogenannten ‚Problemländern‘ wie Spanien, Portugal, Irland oder Griechenland. Insgesamt ist aber festzuhalten, dass es auch ohne KEYNES öffentliche Verschuldung gäbe, möglicherweise nur in einem kleineren Ausmaß, was jedoch nicht mehr geprüft werden kann.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Staatsverschuldung, Darlegung der Relevanz im politischen Diskurs und Definition des Schwerpunkts auf dem Vergleich von Keynesianismus und Neoklassik.
2 Theoretische Grundlagen der Staatsverschuldung: Definition zentraler Begriffe, Erläuterung der Ursachen von Verschuldung und Überblick über die drei Phasen der Schuldenentwicklung in Deutschland.
3 Theorien der Staatsverschuldung: Detaillierte Analyse des Keynesianismus und der Neoklassik inklusive geschichtlicher Einordnung, praktischer Anwendung, Kritik und einem direkten Vergleich anhand verschiedener Kriterien.
4 Zusammenfassung und zukünftige Bedeutung: Fazit der Gegenüberstellung mit dem Ergebnis, dass beide Theorien in der heutigen komplexen Wirtschaftswelt als komplementäre Ansätze für unterschiedliche Krisenszenarien koexistieren müssen.
Staatsverschuldung, Keynesianismus, Neoklassik, Paradigmenwechsel, Deficit Spending, Crowding-out-Effekt, Konjunkturzyklus, Finanzpolitik, Haushaltspolitik, Wirtschaftswachstum, Fiskalpolitik, Makroökonomie, Schuldenspirale, Stabilitätsgesetz, Marktoptimismus.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Debatte und den konkurrierenden Ansätzen von Keynesianismus und Neoklassik hinsichtlich der staatlichen Kreditaufnahme und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft.
Die zentralen Felder sind die Rolle des Staates in der Wirtschaft, die Ursachen und Folgen von Staatsverschuldung sowie die Wirksamkeit von Fiskalpolitik in Rezessionen und Aufschwungphasen.
Ziel ist es, die Gegensätze zwischen der keynesianischen Rechtfertigung von Schulden und der neoklassischen Ablehnung derselben herauszuarbeiten und ihre aktuelle Relevanz kritisch zu bewerten.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der existierende wirtschaftswissenschaftliche Literatur und Paradigmen gegenübergestellt und anhand von acht Kriterien wie der zeitlichen Perspektive und dem Staatsverständnis verglichen werden.
Im Hauptteil werden die historischen Hintergründe, die theoretischen Ansätze (einschließlich Crowding-Out und Deficit Spending), die praktische Anwendung sowie Kritikpunkte an beiden Denkschulen detailliert erörtert.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Staatsverschuldung, Keynesianismus, Neoklassik, Deficit Spending, Fiskalpolitik, Crowding-out und das magische Viereck.
Da sich die Denkschulen in der Literatur nicht immer strikt trennen lassen, werden neoklassische und monetaristische Aspekte in dieser Arbeit unter dem Oberbegriff 'Neoklassik' vereint, um einen ganzheitlichen Vergleich zu ermöglichen.
Die Autorin stellt fest, dass Staaten zwar keynesianische Instrumente (deficit spending) in der Krise nutzen, aber in der Aufschwungphase versäumen, die Schulden durch Haushaltsüberschüsse wieder abzubauen – ein Zustand, der als 'halber Keynes' bezeichnet wird.
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