Diplomarbeit, 2004
91 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Gegenwärtige Situation von Frauen mit Behinderung
2.1. Sozialisation von Mädchen mit Behinderung
2.2. Frauen mit Behinderung und Wohnen
2.2.1. Ein Leben mit Hilfebedarf
2.2.2. Wohnen im Elternhaus
2.2.3. Wohnen in stationären Einrichtungen
2.2.4. Selbständiges Wohnen
2.3. Frauen mit Behinderung und ihre Freizeitsituation
2.3.1. Freunde
2.4. Frauen mit Behinderung und sexuelle Partnerschaft
2.4.1. Partnerin zweiter Wahl
2.4.2. Behinderte Sexualität, ein gesellschaftliches Tabu
2.4.3. (Un-) Möglichkeiten für Frauen mit Behinderung Sexualität zu leben
2.5. „Dann waren sie sauer auf mich, dass ich das Kind haben wollte...“
2.5.1. Sterilisation als Verhütung
2.5.2. § 218
2.6. Exkurs: Sexuelle Gewalt: die zerstörendste Gewalt für Frauen mit Behinderung
2.6.1. Statistische Zahlen
2.6.2. Von helfenden Händen missbraucht
2.6.3. Folgen für die Frau
3. Empirische Umfrage zur Situation von zehn ausgewählten Frauen mit Behinderung im Kreis Heinsberg in NRW im November 2003
3.1. Vergleich mit der Literatur
4. Auf dem Weg zur Selbstbestimmung
4.1. Persönliche Assistenz statt Hilfe
4.1.1. Persönliche Assistenz: Das Arbeitgebermodell
4.1.1.1 Die Hürden der Finanzierung
4.1.2. Weibliche Assistenz
4.2. Mütter mit Behinderung
4.2.1. Massive Barrieren bei der Realisierung des Kinderwunschs
4.2.2. Möglichkeiten der Verbesserung
4.3. Bekämpfung von (sexueller) Gewalt gegen Frauen mit Behinderung
4.3.1. Konkrete Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen
4.3.1.1. Selbstbewusst behaupten und verteidigen mit WenDo
4.3.1.2. Finanzierung von Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungskursen für Frauen mit Behinderung
5. Selbstbestimmung leben durch Peer Counseling
5.1. Ursprung des Peer Counseling
5.2. Peer Counseling und C. R. Rogers
5.3. Die Methode des Peer Counseling
5.4. Die Anwesenheit Dritter in der Beratungssituation
5.5. Frauenspezifisches Peer Counseling durch Weiterbildung
5.5.1. Gegenwärtige Beratungssituation
5.5.2. Weiterbildung zur Peer Counselorin
5.5.3. Gemeinsam sind wir stärker: Parteilichkeit und Identifikation
5.5.3.1. Transfer ins Peer Counseling
5.6. Peer Counseling und die Soziale Arbeit
6. Fazit: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“
Die Arbeit analysiert die Lebenssituation von Frauen mit Behinderung in Deutschland, wobei der Fokus auf der Identifikation von Barrieren in Bereichen wie Wohnen, Partnerschaft, Sexualität und Mutterschaft liegt. Ziel ist es, durch die Darstellung empirischer Befunde und theoretischer Ansätze (wie Peer Counseling) Möglichkeiten zur Stärkung der Selbstbestimmung aufzuzeigen.
Exkurs: Sexuelle Gewalt: die zerstörendste Gewalt für Frauen mit Behinderung
Neben der mangelnden sexuellen Aufklärung und der spezifischen Sozialisation der Frauen mit Behinderung, die sie Rücksichtnahme, Dankbarkeit und Unauffälligkeit lehrt, sind sie besonders häufig Opfer sexueller Gewalt, da sie auf Unterstützung Dritter angewiesen sind.
Die Situationen, in denen Unterstützung geleistet werden soll, werden ausgenutzt, und die Frauen werden genötigt unerwünschte körperliche Nähe, Streicheln, Zärtlichkeiten und auch sexuelle Handlungen, wie Missbrauch, und Vergewaltigung, über sich ergehen zu lassen.
„Dies mag auf den ersten Blick paradox erscheinen – wer will schon so eine –, ist aber traurige Realität. Für den Vergewaltiger ist die Hilflosigkeit, das Ihm-Ausgeliefert-Sein wichtig, und da bieten sich Frauen mit Behinderung als Objekte männlicher Gewalt, als Vergewaltigungsopfer par excellence an.“
1. Einleitung: Beschreibt die doppelte Benachteiligung von Frauen mit Behinderung in der deutschen Gesellschaft und legt die Relevanz einer geschlechtersensiblen Betrachtungsweise dar.
2. Gegenwärtige Situation von Frauen mit Behinderung: Beleuchtet die komplexen Lebensbereiche wie Sozialisation, Wohnen, Partnerschaft und die spezifische Problematik sexueller Gewalt.
3. Empirische Umfrage zur Situation von zehn ausgewählten Frauen mit Behinderung im Kreis Heinsberg in NRW im November 2003: Präsentiert die Ergebnisse einer qualitativen Befragung, die die Lebensrealität, Diskriminierungserfahrungen und Wünsche der betroffenen Frauen widerspiegelt.
4. Auf dem Weg zur Selbstbestimmung: Diskutiert Ansätze wie die persönliche Assistenz und Maßnahmen zur Gewaltprävention, um den Weg zu einem selbstbestimmten Leben zu ebnen.
5. Selbstbestimmung leben durch Peer Counseling: Stellt das Peer Counseling als ganzheitliche Beratungsmethode vor, die auf Empowerment und dem gemeinsamen Betroffensein basiert.
6. Fazit: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen!“: Plädiert für einen gesellschaftlichen Wandel und die Implementierung neuer Beratungskonzepte zur Förderung der Selbstbestimmung von Frauen mit Behinderung.
Frauen mit Behinderung, Selbstbestimmung, Peer Counseling, Persönliche Assistenz, Sexuelle Gewalt, Diskriminierung, Sozialisation, Lebenssituation, Mutterschaft, Empowerment, Behindertenarbeit, Gleichstellung, soziale Teilhabe, Frauenbewegung, Intersektionalität.
Die Arbeit untersucht die Lebensbedingungen von Frauen mit Behinderung, die aufgrund ihrer Behinderung sowie ihres Geschlechts doppelt diskriminiert werden, und erforscht Wege zur Stärkung ihrer Selbstbestimmung.
Zentrale Themen sind die Wohnsituation, sexuelle Partnerschaft und Intimität, Mutterschaft, Erfahrungen mit Diskriminierung und das Risiko sexueller Gewalt.
Das Ziel ist es, durch eine Literaturanalyse und eine empirische Befragung aufzuzeigen, wie Barrieren abgebaut und die Lebensqualität sowie Autonomie der Frauen verbessert werden können.
Die Arbeit kombiniert eine tiefgehende Literaturrecherche mit einer empirischen qualitativen Umfrage, bei der zehn Frauen mit Behinderung persönlich interviewt wurden.
Der Hauptteil analysiert die defizitäre gesellschaftliche Wahrnehmung, beschreibt die Notwendigkeit von persönlicher Assistenz statt reinem „Versorgungsdenken“ und erarbeitet Präventionsstrategien gegen Gewalt.
Die zentralen Begriffe sind Behinderung, Selbstbestimmung, Frauenförderung, Peer Counseling, Gewaltprävention, Assistenz und soziale Teilhabe.
Die befragten Frauen im betreuten Wohnen zeigen eine positivere Integration als oft in der Literatur beschrieben, betonen jedoch dennoch ihre starken Einschränkungen in Bezug auf Intimität und gesellschaftliche Akzeptanz.
Peer Counseling ermöglicht eine Beratung auf Augenhöhe zwischen „Peers“, was das Vertrauen stärkt und ein Rollenvorbild für die Ratsuchenden bietet, die ihre Identität als Frau mit Behinderung entwickeln wollen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

