Magisterarbeit, 2010
96 Seiten, Note: 2,0
I. Einleitung
II. Kleists Familien
II.1.) Die Marquise von O....
II.1.1) Herr von G....
II.1.1.a) Der Soldat Herr von G....
II.1.1.b) Der Ökonom Herr von G....
II.1.1.c) Weitere untypische Rollen des Herrn von G....
II.1.1.d) Ergebnis
II.1.2.) Frau von G....
II.1.2.a) Frau von G.... als emotionale Frau
II.1.2.b) Frau von G.... als Familienoberhaupt
II.1.3.) Die Marquise
II.1.3.a) Die rollentypische Tochter
II.1.3.b) Julietta als emanzipierte Frau
II.1.3.c) Ergebnis
II.2.) Der Findling
II.2.1.) Antonio Piachi
II.2.1.a) Piachis permissiver Charakter
II.2.1.b) Der Geschäftsmann Piachi
II.2.1.c) Piachis Ausbrüche
II.2.1.d) Ergebnis
II.2.2) Elvire Piachi
II.2.2.a) Die fehlende Liebe Elvires
II.2.2.b) Die unausgefüllte Rolle der Hausmutter
II.2.2.c) Ergebnis
II.2.3) Nicolo Piachi
II.2.3.a) Nicolos Verhältnis zu Antonio Piachi
II.2.3.b) Nicolos Verhältnis zu Elvire
II.2.3.c) Ergebnis
II.3.) Vergleich der Familien
III. Kleists Frauen
III.1.) Die Verlobung in St. Domingo: Toni Bertrand
III.1.a) Toni als Tochter
III.1.b) Tonis Emanzipation
III.1.c) Ergebnis
III.2.) Penthesilea
III.2.a) Die Amazone Penthesilea
III.2.b) Die liebende Penthesilea
III.2.c) Ergebnis
IV. Kleists Männer
IV.1.) Die Verlobung in St. Domingo: Gustav von der Ried
IV.1.a) Gustavs militaristische Rolle
IV.1.b) Gustavs fehlende Souveränität
IV.1.c) Ergebnis
IV.2.) Michael Kohlhaas: Michael Kohlhaas
IV.2.a) Weitere Rollen des Michael Kohlhaas
IV.2.b) Der entrechtete Bürger Kohlhaas
IV.2.c) Ergebnis
V. Fazit
Die vorliegende Magisterarbeit analysiert die Identitätsproblematik von Charakteren in ausgewählten Werken von Heinrich von Kleist vor dem Hintergrund der Geschlechterrollenverständnisse des 18. Jahrhunderts, insbesondere im Hinblick auf philosophische Ansätze von Fichte und Kant.
I. Einleitung
Johann Wolfgang Goethe wird bis zum heutigen Zeitpunkt zu den wichtigsten und einflussreichsten Schriftstellern nicht nur der deutschen, sondern der Weltliteratur gezählt. Werke wie „Götz von Berlichingen“ oder „Die Leiden des jungen Werther“ und nicht zuletzt auch „Faust“ zeigen wie durchformt und niveauvoll Literatur sein kann. Goethe dominierte mehrere Literatur-Epochen und erdachte zusammen mit Friedrich Schiller die Weimarer Klassik. Umso bemerkenswerter sind diejenigen Schriftsteller, die aus dem gewaltigen Schatten dieses Literaten heraustreten und die Literatuwelt mit ganz eigenen, nicht minder anspruchsvollen Werken bereichern konnten. Heinrich von Kleist gehört zu diesen Schriftstellern. Bei vielen seiner Zeitgenossen verpönt, hatte er zu Lebzeiten einen schweren Stand. Kaum eines seiner Werke hatte den gewünschten Erfolg, so dass er in ständiger Armut leben musste.
In seinen Werken bricht Kleist mit damaligen Normen und zeigt immer wieder innerlich gespaltene Charaktere. So zerrissen diese waren, so zerrissen war auch Kleist. Dies zeigt, nicht zuletzt, sein Suizid im Jahre 1811. Er war Zeit seines Lebens ein Mann zwischen den Lagern. Weder lässt er sich in die Romantik, noch in die Weimarer Klassik oder Aufklärung einordnen. So unbefriedigend seine Erfolgslosigkeit für Kleist zu Lebzeiten gewesen sein mag, bot sein außergewöhnlicher Stil für Schriftsteller und Wissenschaftler der nachfolgenden Epochen doch immer Stoff zu regem Gedankenaustausch. Der Fundus an Sekundärliteratur ist schier unermesslich und noch immer finden Wissenschaftler neue Punkte und Herangehensweise an seine Werke. Kleist war und ist also ein Schriftsteller, der die Gemüter bewegt und gerade dies macht sein Œuvre so interessant. Werke wie „Der zerbrochene Krug“ oder „Penthesilea“ galten als „Unfug“ oder gar „krankhaft“. Goethe bemerkte zu Kleists Tod 1811: „Mir erregte dieser Dichter, bei dem reinsten Vorsatz einer aufrichtigen Teilnahme, immer Schauder und Abscheu, wie ein von der Natur schon inten-
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Identitätsproblematik von Kleists Figuren ein und setzt sie in den Kontext der Philosophie des 18. Jahrhunderts.
II. Kleists Familien: Dieses Kapitel analysiert das traditionelle Familienbild des 18. Jahrhunderts und untersucht, wie Kleist dieses durch seine Erzählungen kritisch hinterfragt.
III. Kleists Frauen: Hier werden die Identitätsprobleme weiblicher Charaktere am Beispiel von "Die Verlobung in St. Domingo" und "Penthesilea" detailliert betrachtet.
IV. Kleists Männer: Dieses Kapitel widmet sich den männlichen Protagonisten und prüft, inwiefern sie den gesellschaftlichen Erwartungen als Familienväter, Ehemänner oder Ökonomen gerecht werden.
V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, dass Kleists Charaktere durch die vorgegebenen Rollenkonzepte scheitern.
Heinrich von Kleist, Identitätsproblematik, Geschlechterrollen, 18. Jahrhundert, Fichte, Kant, Familie, Emanzipation, Rollenkonflikt, Literaturanalyse, Vernunft, Leidenschaft, Machtverhältnisse, Gesellschaftsnormen, Familienmodell
Die Arbeit untersucht die Identitätskrisen von Kleists Charakteren in seinen literarischen Werken und setzt diese in Bezug zu den damals vorherrschenden Geschlechterrollen und gesellschaftlichen Normen des 18. Jahrhunderts.
Zentrale Felder sind die Analyse von Kleistschen Familienmodellen, die Auseinandersetzung mit männlichen und weiblichen Identitätskonflikten sowie die Verknüpfung dieser literarischen Darstellung mit zeitgenössischen philosophischen Strömungen wie denen von Fichte und Kant.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kleist durch seine Charaktere die Zerrissenheit und das Scheitern von Individuen darstellt, die den starren gesellschaftlichen Rollenvorgaben ihrer Zeit unterliegen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die die Werke unter dem Aspekt der Identitäts- und Rollentheorie untersucht, gestützt durch die Einbeziehung zeitgenössischer philosophischer Texte.
Im Hauptteil werden detailliert verschiedene Werke Kleists (darunter "Die Marquise von O....", "Der Findling", "Die Verlobung in St. Domingo", "Penthesilea" und "Michael Kohlhaas") analysiert, um die spezifischen Identitätsproblematiken von Männern, Frauen und Familienstrukturen herauszuarbeiten.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Identitätsproblematik, Geschlechterrollen, Kleist, Emanzipation, Familienmodell und Rollenkonflikt.
Das Scheitern ist laut der Arbeit konstitutiv für Kleists Figuren, da diese durch die gesellschaftlichen Erwartungen (z.B. als Vater oder emanzipierte Frau) in Rollen gedrängt werden, die sie nicht erfüllen können, was zu inneren Konflikten und oft tragischen Ausgängen führt.
Die Arbeit zeigt, dass während bei Frauen oft das Streben nach Emanzipation zu Konflikten mit der Gesellschaft führt, bei Männern das Unvermögen, mehrere gesellschaftliche Rollen (z.B. Ökonom, Soldat, Familienvater) gleichzeitig auszufüllen, zu Identitätsverlust und oft gewaltsamen Ausbrüchen führt.
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