Masterarbeit, 2013
66 Seiten, Note: 2,1
1 Was ist Familie?: Kennzeichen familialen Zusammenlebens
1.1 Familie im Wandel Teil I: Die Hausgemeinschaft
1.2 Familien im Wandel Teil II: Das bürgerliche Familienideal
1.3 Familie im Wandel Teil III: Familien heute
1.3.1 Der Individualisierungsprozess nach Beck
1.3.2 Herausforderungen an Individuum und Familie
2 Sozialpädagogische Familienhilfe
2.1 Kennzeichen Sozialpädagogischer Familienhilfe
2.2 Alleinstellungsmerkmale der SPFH: Herausforderungen an Adressat_in und Helfer_in
3 Der systemische Denkansatz
3.1 Ein allgemeines Verständnis von Systemen
3.2 Das Sozialökologisches Systemmodell Bronfenbrenners
3.3 Entwicklungslinie(n) der Systemischen Perspektive
3.3.1 Der Konstruktivismus
3.3.2 Das Autopoiesis-Konzept nach Maturana & Varela
3.3.3 Die Kybernetik der Kybernetik
3.3.4 Kennzeichen systemisch-konstruktivistischer Sichtweisen
4 Hilfeplanung
4.1 Ebene der Auftragsklärung
4.1.1 Informationssammlung
4.1.2 Gemeinsame Problemdefinition
4.1.3 Konkretisierung des Auftrages im Hilfeplan
4.2 Ebene der Intervention
4.2.1 Das Genogramm
4.2.2 Das Soziotop
4.2.3 Reframing
4.2.4 Die Arbeit mit Skulpturen
4.3 Ebene der Evaluation
5 Kritische Anmerkungen an die Hilfeplanung unter Einbezug der systemischen Perspektive
6 Schlussbemerkung
Die Arbeit untersucht die Relevanz der systemisch-konstruktivistischen Perspektive in der sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH). Das primäre Ziel ist es, die Komplexität familialer Lebenswelten zu erfassen und aufzuzeigen, wie Familienhelfer durch einen systemischen Ansatz tragfähige Unterstützungsstrukturen und koproduktive Hilfeprozesse gestalten können, ohne dabei die Autonomie der Adressaten zu untergraben.
4.1.1.1 Joining
In diesem Kontext stellt das „joining“ aus systemischer Sicht eine grundlegende Notwendigkeit dar, um an das Familiensystem „anzukoppeln“. Dieses vollzieht sich durch den gesamten Hilfeverlauf einer SPFH im: Adressaten-Helfer_in-Kontakt. In diesem Sinne werden die in den Familien geltenden Normen, Werte und Hierarchien von der/die Familienhelfer_in akzeptiert, wodurch ein Zutritt in die Lebenswelt der/die Adressaten_innen geschaffen wird. Damit ermöglicht das „joining“, ein kooperatives Arbeitsbündnis zwischen Familie und Helfer_in herzustellen.
Nach Von Schlippe und Schweitzer gehört auch immer ein wenig „smal-talk“ mit dazu, um an das Familiensystem anzukoppeln. Die Bedarfe der/die Adressaten_innen (Kundenorientierung) sowie die Aufdeckung und Stärkung der Ressourcen der Familienmitglieder, stehen dabei stets im Fokus der Arbeit (Ressourcenorientierung).
1 Was ist Familie?: Kennzeichen familialen Zusammenlebens: Dieses Kapitel analysiert den historischen Wandel von der traditionellen Hausgemeinschaft hin zu heutigen, durch Pluralisierung und Individualisierung geprägten Familienformen.
2 Sozialpädagogische Familienhilfe: Hier werden die Kennzeichen und Alleinstellungsmerkmale der SPFH beleuchtet, wobei ein besonderer Fokus auf den Herausforderungen für Helfer und Adressaten liegt.
3 Der systemische Denkansatz: Das Kapitel führt in das allgemeine Systemverständnis ein und erörtert theoretische Grundlagen wie den Konstruktivismus, das Autopoiesis-Konzept und die systemisch-konstruktivistische Sichtweise.
4 Hilfeplanung: Hier wird ein systemischer Leitfaden für den Hilfeplanprozess vorgestellt, der die Phasen Auftragsklärung, Intervention und Evaluation praxisnah strukturiert.
5 Kritische Anmerkungen an die Hilfeplanung unter Einbezug der systemischen Perspektive: Das Kapitel diskutiert Hindernisse und Interessenkonflikte, wie etwa die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit, die im systemischen Ansatz mitschwingen können.
6 Schlussbemerkung: Der Autor resümiert die gewonnen Erkenntnisse und reflektiert die Verknüpfung von systemischer Theorie und der praktischen Arbeit in der Familienhilfe.
Sozialpädagogische Familienhilfe, Systemtheorie, Konstruktivismus, Autopoiesis, Hilfeplanung, Joining, Soziotop, Genogramm, Familiensoziologie, Individuelle Lebenswelt, Interaktion, Soziale Arbeit, Kybernetik, Reflexivität, Fallarbeit
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systemisch-konstruktivistischen Perspektive in der sozialpädagogischen Familienhilfe und wie diese als professioneller Handlungsrahmen in der täglichen Praxis mit Familien genutzt werden kann.
Die zentralen Felder umfassen den Wandel von Familienbildern, die Besonderheiten der Sozialpädagogischen Familienhilfe sowie die systemische Theorie und deren methodische Anwendung in der Hilfeplanung.
Ziel ist es, einen systemischen Leitfaden für die Praxis zu entwickeln, der dazu beiträgt, Familien in ihren Ressourcen zu stärken und den Hilfeprozess gemeinsam als Koproduktion zu gestalten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Systemtheorie, Konstruktivismus und Kybernetik sowie auf einer methodischen Analyse, die auf der Fallarbeit nach Michel-Schwartze aufbaut.
Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Klärung des Systembegriffs über die Beschreibung des Hilfeplanprozesses bis hin zur praktischen Anwendung systemischer Werkzeuge wie Genogrammarbeit, Soziotop-Erstellung und Reframing.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Joining, Autopoiesis, Zirkularität, systemisch-konstruktivistische Sichtweise, Ressourcenorientierung und die kritische Reflexion des professionellen Handelns.
Die SPFH zeichnet sich durch ihre aufsuchende Arbeitsweise (Geh-Struktur) und ihre systemische Ausrichtung aus, die nicht nur das Individuum, sondern das gesamte Beziehungsgeflecht der Familie in den Blick nimmt.
Es beschreibt das Spannungsfeld, in dem der Familienhelfer steht: Er muss einerseits die mit der Familie erarbeiteten Ziele verfolgen und andererseits den Anforderungen und Vorgaben des Jugendamtes gerecht werden.
Das Soziotop dient als Werkzeug, um die komplexen Lebens- und Umweltbedingungen eines Familiensystems abzubilden und so aktivierbare Ressourcen und Netzwerke sichtbar zu machen.
Er warnt davor, systemische Modelle als absolut zu betrachten und mahnt an, dass bei einer rein systemischen Ausrichtung die realen ökonomischen und sozialen Umweltbedingungen einer Familie nicht aus dem Blick geraten dürfen.
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