Magisterarbeit, 2009
103 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Klärung von Begriffen
2.1 Gewalt
2.2 Gewaltpotential
3. Quellenlage
4. Grundannahmen
4.1 Der Werther Effekt
4.2 Die Katharsis
5. Kritik an den Thesen und Theorien der Medien- und Gewaltforschung
5.1 Zum Medienbegriff
5.2. Zum Gewaltbegriff
5.3 Zum Untersuchungsobjekt
5.4 Der Mangel an Praxisrelevanz
6. Abgrenzung und neue Fragestellung
7. Dramaturgische Elemente - die Suche nach einem möglichen Indikator für die Qualifizierung des Gewaltpotentials
7.1 Figurenkonstellation
7.2 Hauptfigur
8. Die Perspektiventheorie
9. Von der Perspektiventheorie zur ersten Stufe der Methode
9.1 Die Inhaltsangabe
9.2 Das Szenenprotokoll
9.3 Das Identifizieren der Hauptfigur
9.3.1 Quantitative Präsenz der Figur im Film
9.3.2 Frühe Einführung der Figur
9.3.3 Das Hauptziel der Figur
9.4 Die Hauptfigur- Gewalt- Analysetabelle
10. Das Sample
10.1 Hoher Bekanntheitsgrad
10.2 Breites Spektrum an fiktionaler Gewalt
10.3 Unterschiedlicher Schwierigkeitsgrad bei der Identifikation der Hauptfigur
11. Anwendung der Methode Stufe Eins auf das Sample
11.1 „Marathon Man“
11.1.1 Inhaltsangabe zu „Marathon Man“
11.1.2 Das Identifizieren der Hauptfigur in „Marathon Man“
11.1.3 Die Hauptfigur- Gewalt- Analysetabelle „Marathon Man“
11.2 „Falling Down“
11.2.1 Der Inhalt von „Falling Down“
11.2.2 Das Identifizieren der Hauptfigur von „Falling Down“
11.2.3 Die Hauptfigur- Gewalt- Analysetabelle „Falling Down“
11.3 „Natural Born Killers“
11.3.1 Der Inhalt von „Natural Born Killers“
11.3.2 Das Identifizieren der Hauptfigur von „Natural Born Killers“
11.3.3 Die Hauptfigur- Gewalt- Analysetabelle „Natural Born Killers“
11.4 Ergebnisse der Stufe Eins der Methode
12. Stufe Zwei der Methode und Ergebnisse
13. Stufe Drei der Methode
14. Diskussion
15. Zusammenfassung
16. Literaturangaben
17. Anlage
Ziel der Arbeit ist die Entwicklung eines Modells, das das Gewaltpotential von Spielfilmen anhand der Perspektive der Hauptfigur methodisch erfassbar und vergleichbar macht, anstatt lediglich die Wirkung medialer Gewalt auf den Rezipienten zu untersuchen.
8. Die Perspektiventheorie
An dieser Stelle soll eine eigene Theorie, zugeschnitten auf das Medium Spielfilm, vorgestellt werden. Sie basiert im Wesentlichen auf den Aussagen von Pfister und Field. Ob sich diese Theorie möglicherweise auch auf andere Medien übertragen lässt, wie beispielsweise Roman und Internetrollenspiel, sollte gesondert überprüft werden.
Das Medium Film lebt dadurch, dass es Emotionen weckt. Diese Emotionen werden vor allem über eine Hauptfigur transportiert. Damit die Hauptfigur und somit der Film insgesamt vom Zuschauer überhaupt angenommen werden können, bedarf es einer klugen und genauen Schilderung ihres Charakters, sie wird normalerweise gleich zu Beginn des Filmes eingeführt, bildtechnische Elemente wie Großaufnahmen unterstützen die Möglichkeit der Identifikation.
Die Hauptfigur ist, wie bereits angedeutet, auf das Gesamtgeschehen des Filmes hin positioniert. Aus Ihrer Position heraus besitzt sie eine Perspektive auf das Geschehen. Ihre Perspektive und keine andere. Wenn die Hauptfigur dem Zuschauer durch Autor und Regie sympathisch angeboten wird, und das ist die Regel, um die Identifikation zu erreichen, nimmt auch der Zuschauer das Gesamtgeschehen aus der Perspektive der Hauptfigur wahr. Er fühlt mit ihr, seine Emotionen stecken sozusagen in der Hauptfigur. (Dies ist, und hier schließt sich ein Kreis in der Argumentation, die Grundbedingung für den „Werther-Effekt“, auch Werther ist sympathisch angebotene Hauptfigur, wenn auch im Medium Roman.)
1. Einleitung: Definiert das Ziel, ein Modell zur Erfassung und Vergleichbarkeit des Gewaltpotentials von Spielfilmen zu entwickeln.
2. Klärung von Begriffen: Eingrenzung des Begriffs „Gewalt“ auf „fiktionale Gewalt“ und Definition des Begriffs „Gewaltpotential“.
3. Quellenlage: Analysiert die unüberschaubare Fülle an vorhandenen Studien und Theorien zum Thema Mediengewalt.
4. Grundannahmen: Beleuchtet historische Konzepte wie den „Werther-Effekt“ und die „Katharsis-These“ als Ausgangspunkte der Debatte.
5. Kritik an den Thesen und Theorien der Medien- und Gewaltforschung: Identifiziert Mängel in der Generalisierung des Medienbegriffs, des Gewaltbegriffs und der mangelnden Praxisrelevanz.
6. Abgrenzung und neue Fragestellung: Leitet aus der Kritik neue Kriterien für eine medien- und strukturzentrierte Analyse ab.
7. Dramaturgische Elemente - die Suche nach einem möglichen Indikator für die Qualifizierung des Gewaltpotentials: Sucht nach einem dramaturgischen Indikator und fokussiert auf die „Figurenkonstellation“ und „Hauptfigur“.
8. Die Perspektiventheorie: Stellt die Theorie vor, dass die Perspektive der Hauptfigur der zentrale Indikator für das Gewaltpotential ist.
9. Von der Perspektiventheorie zur ersten Stufe der Methode: Beschreibt die methodischen Elemente wie Inhaltsangabe, Szenenprotokoll und Identifikationskriterien für die Hauptfigur.
10. Das Sample: Begründet die Auswahl der drei Filme „Marathon Man“, „Falling Down“ und „Natural Born Killers“.
11. Anwendung der Methode Stufe Eins auf das Sample: Führt die praktische Identifikation der Hauptfiguren für die drei Filme durch.
12. Stufe Zwei der Methode und Ergebnisse: Differenziert die Gewaltintensität der Hauptfiguren anhand des NACA-Scores.
13. Stufe Drei der Methode: Erweitert das Modell um die Komponente der „emotionalen Stufen“ (reaktiv vs. lustvoll).
14. Diskussion: Reflektiert die Grenzen und Möglichkeiten der entwickelten Perspektiventheorie und Methode.
15. Zusammenfassung: Fasst das Vorgehen und die gewonnenen Erkenntnisse der Magisterarbeit zusammen.
Gewaltpotential, Spielfilm, Perspektiventheorie, Hauptfigur, Identifikation, Mediengewalt, Dramaturgie, Szenenprotokoll, Gewaltintensität, NACA-Score, fiktionale Gewalt, Filmstruktur, Medienwirkung, Rezeptionsperspektive, Gewaltnachahmung.
Die Arbeit untersucht das Thema „Medien und Gewalt“ und entwickelt einen neuen Ansatz, um das Gewaltpotential von Spielfilmen objektivierbar zu erfassen und vergleichbar zu machen.
Im Zentrum stehen die Dramaturgie von Spielfilmen, die Rolle der Hauptfigur als Identifikationsinstanz und die Einordnung fiktionaler Gewalthandlungen in ein medizinisches Klassifizierungssystem.
Das Ziel ist die Erstellung eines praktikablen Analyseinstruments, das über subjektive moralische Wertungen hinausgeht und auf strukturellen Elementen des Films basiert.
Die Arbeit nutzt ein dreistufiges Modell, basierend auf der „Perspektiventheorie“, das Inhaltsanalysen, Szenenprotokolle und eine Skalierung der Gewaltintensität nach dem Vorbild des medizinischen NACA-Scores kombiniert.
Der Hauptteil beinhaltet die fundierte Kritik an bestehenden Mediengewalt-Theorien, die theoretische Herleitung der Methode sowie deren Anwendung auf drei bekannte Spielfilme („Marathon Man“, „Falling Down“, „Natural Born Killers“).
Gewaltpotential, Perspektiventheorie, Hauptfigur, fiktionale Gewalt, Filmstruktur, Dramaturgie und Gewaltintensität.
Babe dient als erstes Beispiel für die einfache Identifizierbarkeit einer Hauptfigur, deren Gewaltpotential im Filmvergleich eher niedrig ausfällt.
Die Analyse zeigt, dass bei „Natural Born Killers“ die von der Hauptfigur ausgehende Gewaltintensität deutlich höher liegt und durch eine „lustvolle“ emotionale Komponente charakterisiert ist, was sie von reaktiven Gewaltmustern abhebt.
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