Masterarbeit, 2008
60 Seiten, Note: 2,0
0 Einleitung
I Religionspädagogisches Lernen
1 Aneignung von Religion
2 Grundlinien performativer Religionsdidaktik
2.1 Einführung in die performative Religionsdidaktik
2.2 Performative Religionsdidaktik nach Rudolf Englert
2.3 Ansätze zu performativer Religionsdidaktik
2.4 Lernen in Szenen
2.5 Grundlagen der Performanz und der philosophische Hintergrund des Psychodramas im Vergleich
2.5.1 Die Bedeutung des Körpers
2.5.2 Die Bedeutung des Raumes
2.5.3 Die Bedeutung des Ausdrucksmittels Sprache
2.5.4 Die Bedeutung der Liturgie
2.5.5 Die Bedeutung des Lernraumes Text
2.5.6 Die Bedeutung der Kunst
2.6 Der Zusammenhang von Lerngehalt und Lernhandlungen
II Das Psychodrama
1 Theoretische Grundlagen des Psychodramas
1.1 Die Begegnung als wesentlicher Begriff des Psychodramas
1.2 Der Mensch als Teil des Kosmos
1.3 Morenos Rollentheorie
1.3.1 Die Rolle
1.3.2 Das Soziale Atom
2 Das Psychodramaverfahren
2.1 Die fünf Grundelemente des Psychodramas
2.1.1 Die Bühne
2.1.2 Der Protagonist
2.1.3 Der Leiter
2.1.4 Das Hilfs-Ich
2.1.5 Die Gruppe
2.2 Die Gestaltung des Psychodramaprozesses
2.2.1 Erwärmungsphase und Soziometrie
2.2.2 Aktionsphase
2.2.3 Integrationsphase
2.2.3.1 Sharing
2.2.3.2 Rollenfeedback
2.2.4 Auswertungs- und Vertiefungsphase
2.3 Psychodramatische Handlungstechniken
2.3.1 Rollentausch
2.3.2 Doppeln
2.3.3 Spiegeln
2.4 Das psychodramatische Gruppenspiel
2.4.1 Besonderheiten des Gruppenspiels
2.4.2 Psychodramatische Arrangements
2.4.2.1 Längere psychodramatische Arrangements
2.4.2.1.1 Stegreifspiel
2.4.2.1.2 Bibliodrama und Sagen-, Mythen-, Helden- und Märchenspiel
2.4.2.1.3 Axiodrama
2.4.2.2 Kürzere psychodramatische Arrangements
2.4.2.2.1 Standbild
2.4.2.2.2 Vignette
2.4.2.2.3 Szenische Bilder
2.4.2.2.4 Triade
2.4.2.2.5 Axionssoziometrische Arrangement
3 Die Realitäten im psychodramatischen Spiel
3.1 Verschiedene Realitätsräume
3.2 Das Psychodrama im intermediären Raum
III Psychodrama, Religion und Religionsunterricht
1 Zur Theorie des Religionsunterrichts
1.1 Das Menschenbild im Psychodrama und in der Religion
1.2 Der Andere
2 Biblische Texte im Psychodrama
2.1 Begriffe verständlich machen
2.2 Das Bibliodrama
3 Der intermediäre Raum in der Schule
4 Psychodrama-Lernen
4.1 Das Lernen in der Gruppe
4.2 Psychodrama und szenisches Verstehen
4.3 Psychodrama als Lernform
4.3.1 Das Psychodrama als Lernform im Religionsunterricht
4.3.2 Möglichkeiten und Chancen des Psychodramas als Lernform
4.3.3 Gefahren und Grenzen des Psychodramas als Lernform
IV Mein Erkenntnisgewinn – Das Psychodrama ist anspruchsvoll
Das primäre Ziel dieser Masterarbeit ist es, die Eignung des Psychodramas als Lern- und Inszenierungsverfahren für den schulischen Religionsunterricht zu evaluieren. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern durch die Verknüpfung von theoretischen, philosophischen und praktischen Aspekten des Psychodramas eine lebendige Auseinandersetzung mit religiösen Inhalten gefördert werden kann, um Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Religion zu erleichtern.
2.5.1 Die Bedeutung des Körpers
Die performative Religionsdidaktik zielt auf die Darstellung von Religion – didaktisch und methodisch kontrolliert – ab. Die SuS stellen dabei ein Thema oder einen Gegenstand spielerisch in Form ihrer eigenen Leiblichkeit und Sinnlichkeit dar. Dabei werden sie für den Lernprozess zu einem bedeutungsvollen Gebilde, indem sie jedoch nicht sich selbst spielen, sondern mit ihrer eigenen Körperlichkeit einen jeweils für angebracht empfundenen Spielzug in Szene setzen. Die Lernenden sind sich des Spielens bewusst und sehen sich selbst distanziert zu den gespielten Rollen. Das Bewusstsein eine Rolle zu spielen ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal von Unterricht.
„Um etwas zu verstehen und es innerlich festzumachen, kann es hilfreich sein, etwas als aktionalen, räumlichen Vorgang zu erleben. Vor allem Wörter, deren Sinn schwer verständlich ist, werden durch Handlungen verständlicher.“ (siehe S. 6) Bei dem Wort ´Verständnis` ist es beispielsweise förderlich, zwei Lernende in die jeweilig andere Rolle schlüpfen zu lassen und sie gedanklich wie auch körperlich zu vertreten. Der Lernende lernt, sich in eine andere Position einzufühlen und sie zu verstehen. Fremdwörter sollten übersetzt und verknüpft werden in und mit der Alltagswelt der Lernenden. So können sie lernen den Begriff zu verinnerlichen, da mit dem Gedanken an den gelernten Begriff nun immer bestimmte Handlungen, Aktionen oder eigene Erfahrungen verbunden werden. Allgemein lässt sich sagen, dass das Lernen nicht nur ein Akt des Gehirns ist, sondern darauf angewiesen, dass Bewusstsein und körperliches Handeln ein enges Wechselspiel miteinander bilden. Das Wahrnehmen mit den Sinnesorganen ist das Außen, durch das Bewusstsein geschieht.
0 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Religionsvermittlung bei Jugendlichen und führt das Psychodrama als handlungsorientiertes Verfahren ein, um innere Konflikte und religiöse Inhalte erfahrbar zu machen.
I Religionspädagogisches Lernen: Dieses Kapitel erläutert die performative Religionsdidaktik, die den Fokus von reinem Wissen auf das leibliche Handeln und die Gestaltung von Religion als Wechselspiel zwischen Innen und Außen verlagert.
II Das Psychodrama: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Psychodramas nach Moreno, die Prozessgestaltung und verschiedene psychodramatische Techniken und Arrangements vorgestellt.
III Psychodrama, Religion und Religionsunterricht: Dieses Kapitel verknüpft das Psychodrama explizit mit dem Religionsunterricht, untersucht das Menschenbild, die Arbeit mit biblischen Texten und die Bedeutung des intermediären Raums.
IV Mein Erkenntnisgewinn – Das Psychodrama ist anspruchsvoll: Im Fazit wird reflektiert, dass das Psychodrama eine bereichernde, wenn auch anspruchsvolle Methode darstellt, die den Religionsunterricht durch die Einbeziehung der ganzen Person beleben kann.
Religionspädagogik, Performative Religionsdidaktik, Psychodrama, J.L. Moreno, Rollentheorie, Surplus-Realität, Intermediärer Raum, Szenisches Lernen, Bibliodrama, Religionsunterricht, Handlungsorientierung, Körperlichkeit, Soziometrie, Identitätsentwicklung, Lernprozesse.
Die Arbeit untersucht die Anwendung des Psychodramas als handlungsorientierte Methode im schulischen Religionsunterricht, um Religion für Kinder und Jugendliche lebendig und erfahrbar zu machen.
Zentrale Felder sind die performative Religionsdidaktik, die theoretischen Konzepte des Psychodramas nach Moreno sowie deren praktische Umsetzung im Unterrichtskontext.
Ziel ist es zu untersuchen, ob das Psychodrama ein sinnvolles und geeignetes Verfahren ist, um religiöse Lerninhalte verständlich zu machen und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler zu fördern.
Die Arbeit verknüpft theoretische Literaturanalysen zur Religionspädagogik und Psychodramatheorie mit einer praxisorientierten Reflexion über methodische Vorgehensweisen im Unterricht.
Im Hauptteil werden zunächst die performative Religionsdidaktik und die Grundlagen des Psychodramas (Bühne, Rollen, Soziometrie) detailliert analysiert und anschließend in den spezifischen Kontext der religiösen Bildung und biblischen Textarbeit übertragen.
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere performative Didaktik, Psychodrama, Intermediärer Raum, Handlungsfähigkeit, Begegnung und das szenische Lernen.
Der intermediäre Raum dient als Übergangszone zwischen innerer Vorstellung und äußerer Realität. Er ermöglicht es Schülern, sich in einem geschützten Rahmen durch das Spiel mit religiösen Themen auseinanderzusetzen, ohne dass diese auf Daten und Fakten reduziert werden.
Der Lehrer agiert als Psychodramaleiter. Er hat eine hohe Verantwortung, indem er das Spiel strukturiert, die Dramaturgie fördert, die Schüler schützt und zwischen öffentlichem Lernen und der Privatsphäre der Lernenden vermittelt.
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