Magisterarbeit, 2011
115 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Konstruktivismus
2.1 Konstruktivismus nach Humberto R. Maturana und Francisco J. Varela
2.2 Konstruktivismus nach Siegfried. J. Schmidt
2.3 Exkurs: Interaktionistischer Medienkonstruktivismus
3 Systemtheorie
3.1. Konzeption von Niklas Luhmann
3.1.1 System und Umwelt
3.1.2 Beobachtung und Beobachtung zweiter Ordnung
3.1.3 Selbstreferentialität
3.1.4 Kommunikation und Information
3.2 Die Realität der Massenmedien
3.3 Kybernetik zweiter Ordnung und Paradoxie
4 Paradoxie
4.1 Typologie von Paradoxien
4.2 Paradoxien in systemtheoretischer Auffassung
4.3 Zusammenfassung und Entparadoxierung
5 Postmoderner Film
5.1 Postmoderne Erzählstrategien
5.2 Beobachtung und Paradoxien im postmodernen Film
6 Untersuchungsgegenstand
6.1 David Lynch
6.2 Inhalt
6.2.1 Part A
6.2.2 Part B
6.3 Offene Filmanalyse
6.3.1 Aufbau
6.3.2 Rolle des Erzählers und Personenkonstellationen
6.3.3 Zeitstruktur
6.3.4 Codierung
6.3.5 Decodierung
6.4 Filmdiskurs
7 Zusammenfassung
8 Conclusio
Die Arbeit untersucht das medienkulturelle Verständnis von Beobachtung und Paradoxie im Rahmen der systemtheoretischen und konstruktivistischen Medientheorien, um deren Anwendung auf den Spielfilm zu verdeutlichen und die Rolle des Rezipienten als Beobachter zweiter Ordnung zu analysieren.
Die Rolle des Beobachters
Diese Frage stellt sich Niklas Luhmann in seiner systemtheoretischen Konzeption. Er untersucht, wie ein beobachtendes System beobachtet und dadurch seine eigenen Bedingungen reflektiert. Die Fragestellung findet sich auch in konstruktivistischen Vorstellungen. Beginnend mit naturwissenschaftlichen Theorien, wie dem Werk von Humberto R. Maturana und Francisco L. Varela, wurden die Bedingungen aktiver Wirklichkeitskonstruktion erforscht. Weitere konstruktivistische Vorstellungen finden sich in vielen wissenschaftlichen Disziplinen.
Niklas Luhmann mit seiner systemtheoretischen Konzeption und Siegfried J. Schmidt mit einer konstruktivistischen Position gehen vor allem auf kulturelle Phänomene sowie die Rolle der Medien ein. Die Frage nach dem Beobachter und seinen Bedingungen wird universell gestellt und sowohl auf das beobachtende als auch das beobachtete System angewendet. Eine entscheidende Rolle übernimmt hierbei die Selbstreflexion. In Form einer Beobachtung der Beobachtung soll der Beobachter eigene Bedingungen reflektieren. Diese findet sich auch in Luhmanns systemtheoretischer Konzeption, jedoch mit Kritik der konstruktivistischen Definition und Erweiterung. Nach Luhmann würde Beobachtung zweiter Ordnung den blinden Fleck des Beobachtens in einem infinitiven Regress vor sich her schieben. Er strebt eine Reflexion mit Abschlussfigur an. Eine entscheidende Rolle nimmt hier die Paradoxie als Denkanstoß ein.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die systemtheoretische und konstruktivistische Problematik des Beobachters ein und setzt den Rahmen für die Analyse der Paradoxie in den Medien.
2 Konstruktivismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundthesen des Radikalen Konstruktivismus sowie die zentralen Positionen von Maturana/Varela und Siegfried J. Schmidt zur aktiven Wirklichkeitskonstruktion.
3 Systemtheorie: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Einführung in die systemtheoretische Begrifflichkeit von Niklas Luhmann, insbesondere die Konzepte der System-Umwelt-Differenz, Beobachtung zweiter Ordnung und Massenmedien.
4 Paradoxie: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Typologie von Paradoxien, sowohl aus rhetorischer und logischer Perspektive als auch in ihrer systemtheoretischen Relevanz als "Abschlussfigur".
5 Postmoderner Film: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Erkenntnisse mit dem Genre des postmodernen Films, wobei insbesondere narrative Strategien zur Irritation des Zuschauers beleuchtet werden.
6 Untersuchungsgegenstand: In diesem Kapitel wird David Lynchs "Mulholland Drive" als Fallbeispiel einer offenen Filmanalyse mit besonderem Fokus auf die Rekursivität der Narration und die Rolle der Paradoxie untersucht.
7 Zusammenfassung: Hier werden die zentralen theoretischen Erkenntnisse aus den Konzeptionen von Maturana/Varela, Schmidt und Luhmann tabellarisch gegenübergestellt und synthetisiert.
8 Conclusio: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit bewertet und die Bedeutung von Medienkompetenz und Beobachtungsreflexion in einer von Massenmedien geprägten Gesellschaft herausgestellt.
Beobachtung, Konstruktivismus, Systemtheorie, Paradoxie, Postmoderne, Mulholland Drive, David Lynch, Selbstreferenz, Beobachtung zweiter Ordnung, Massenmedien, Wirklichkeitskonstruktion, Kybernetik, Rekursivität, Filmtheorie, Rezipient
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Beobachtung und der Paradoxie innerhalb konstruktivistischer und systemtheoretischer Theorien und deren Anwendung auf den postmodernen Film.
Zentrale Themen sind die operative Geschlossenheit von Systemen, die Rolle des Beobachters, der Umgang mit Paradoxien als "Denkanstößen" und die Konstruktion von Wirklichkeit durch audiovisuelle Medien.
Ziel ist es, die theoretischen Erkenntnisse von Maturana/Varela, Schmidt und Luhmann zu evaluieren und Hypothesen zur Rolle der Paradoxie bei der Anregung eines Standpunktwechsels hin zu einer Beobachtung zweiter Ordnung im Film abzuleiten.
Die Arbeit nutzt eine wissenschaftliche Filmanalyse, gestützt durch ein detailliertes Sequenzprotokoll und den Vergleich mit den theoretischen Modellen der Systemtheorie und des Konstruktivismus.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Ausarbeitung der Konzepte (Konstruktivismus, Systemtheorie, Paradoxie), die Diskussion postmoderner Erzählstrategien und die detaillierte filmische Analyse von "Mulholland Drive".
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Beobachtung, Paradoxie, Systemtheorie, Radikaler Konstruktivismus und postmoderner Film charakterisiert.
Der Film wird gewählt, da er sich durch eine hohe Komplexität und die bewusste Verwendung von Paradoxien auszeichnet, was ihn zu einem idealen Untersuchungsobjekt für die medientheoretische Reflexion über den Zuschauer als Beobachter macht.
Paradoxien dienen im Film als Störung, die den Zuschauer zwingen, seine Beobachterposition reflexiv zu hinterfragen, anstatt sich auf eine lineare, "natürliche" Interpretation der Handlung zu verlassen.
Nein, der Film wird als ein Instrument der Wirklichkeitskonstruktion betrachtet. Er bietet dem Rezipienten ein "Angebot", das aktiv verarbeitet werden muss, wobei die Trennung von Realität und Fiktion bewusst durchbrochen wird.
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