Magisterarbeit, 2013
82 Seiten, Note: 2,5
Einleitung
Zur Begrifflichkeit des Holocausts
I. Geschichtlicher Hintergrund
1. Die Anfänge der jüdischen Diaspora
2. Juden in Griechenland
2.1. Die Romanioten
2.2. Die Sepharditen
3. Thessaloniki und die größte jüdische Gemeinde
4. Okkupation, Deportation und Vernichtung
II. Gedächtnis und Erinnerung
1. Zur Begrifflichkeit von Erinnerung und Gedächtnis
1.1 Erinnerung
1.2 Gedächtnis
2. Kollektives Gedächtnis und seine Merkmale
3. Kommunikatives und kulturelles Gedächtnis
3.1 Kommunikatives Gedächtnis
3.2 Kulturelles Gedächtnis
4. Geschichte und Gedächtnis
5. Gedächtnis in der Literatur und die Beziehung zur Geschichte
6. Traumata und Vergessen
7. Wie wird in Griechenland erinnert?
8. Erinnerungsberichte von Opfern der Judenvernichtung
III. Analysen ausgewählter Romane
1. Sofias Nikolaidou „Heute Abend haben wir keine Freunde“
1.1 Sofia Nikolaidou - Erinnern statt Vergessen
1.2 Kurze Zusammenfassung des Romans „Heute Abend haben wir keine Freunde“
1.3 Literarische Gestaltung von „Heute Abend haben wir keine Freunde“
1.4 Darstellung der Juden, der Judenverfolgung und -vernichtung in „Heute Abend haben wir keine Freunde“
1.4.1 Die antisemitische Einstellung der Nicht-Juden
1.4.2 Die Plünderung der jüdischen Häuser infolge der Judenverfolgung und -vernichtung
1.4.3 Die Behandlung der Juden während der Besatzung durch die Deutschen und die griechischen Kollaborateure
1.4.4. Die Reaktionen der Nicht-Juden auf die Deportationen
1.5. Zur Tradierung der Verfolgung und Vernichtung der Juden
2. Nikos Davvetas „Die jüdische Braut“
2.1. Kurze Zusammenfassung
2.2. Die behandelten Themen im Roman
2.3. Literarische Gestaltung
2.4. Die Judenverfolgung und -vernichtung als Thema im Roman
2.4.1. Das Überleben
2.4.2. Das Leben nach der Rückkehr
2.4.3. Väterschuld
2.4.4. Die Judenverfolgung in der Deutungsperspektive des Romans „Die jüdische Braut“
2.5. Davvetas Gedächtniskonstruktion in „Die jüdische Braut“
3. Rea Galanaki: Judasfeuer, Ödipus Asche
3.1. Zusammenfassung des Romans
3.2. Die Paralellen zwischen den zwei erzählten Geschichten
3.3. Gestaltung des Romans und die behandelten Themen
3.3.1. Rassismus und Antisemitismus gegenüber den Juden
3.4. Die Juden in der Deutungsperspektive des Romans von Rea Galanaki
3.5. Galanakis Gedächtniskonstruktion in Judasfeuer, Ödipus Asche
4. Zusammenfassung: Das Thema über die Judenverfolgung und -vernichtung in neugriechischen Nachkriegsromanen
Die Arbeit untersucht, wie die Judenverfolgung und -vernichtung in Griechenland von griechischen Autoren der Nachkriegszeit thematisiert wird, die selbst keine Zeitzeugen der Besatzung waren. Ziel ist es, die Erinnerungs- und Darstellungskonzepte in ausgewählten Romanen zu analysieren und deren Beitrag zur Bewahrung dieses kollektiven Gedächtnisses zu bewerten.
8. Erinnerungsberichte von Opfern der Judenvernichtung
Moisis Amir from Salonika (a young healthy man, recently married, from Salonika). The cattlecars were intended for animals. People could not live in them. There were about 60-80 people inside each car. It was very difficult to lie down. We had two women who died on the trip. We screamed out to the Germans to remove the corpses because they had started to smell. I went and grabbed them and threw them outside. I was in charge of getting rid of all the dirt in the car. We emptied our bodily wastes out of the window while the train was moving. There was a wire covering and I would open it and throw out the receptacle. . . . As for food, we had practically nothing. We had brought bread with us. We had filled two sacks with carob bread and that's how we got by. After about 6 days, (it was the end of April) we arrived at Auschwitz, at the ramp between Auschwitz and Birkenau. We arrived at four in the afternoon. I was exhausted. I could not even move. My father-in-law told me to watch his tools because that would be what would save us. We got down off the train to the sounds of shouting. There was so much commotion. They spoke to us in German. There was a Jew from Salonika who spoke to us in Greek. He told us to leave our things and that they would give them to us later. They tried to calm us down. The selections took place very fast. My wife and I went arm in arm. I was right behind my brother-in-law. The selection took place there. They separated the men from the women. My mother-in-law wanted one of my sister-in-laws to stay with her. She called out to her and she went from our line to be with her mother.
I. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die jüdische Präsenz in Griechenland, von den Anfängen der Diaspora bis zur Deportation und Vernichtung durch die deutsche Besatzungsmacht.
II. Gedächtnis und Erinnerung: Hier werden theoretische Grundlagen des kollektiven, kommunikativen und kulturellen Gedächtnisses sowie psychologische Aspekte von Traumata und Verdrängung erläutert.
III. Analysen ausgewählter Romane: Der Hauptteil analysiert, wie drei zeitgenössische griechische Romane die Judenverfolgung als literarisches Thema verarbeiten und dabei die Verbindung zwischen Geschichte, Erinnerung und Fiktion herstellen.
Griechenland, Holocaust, Judenvernichtung, Griechische Nachkriegsliteratur, Erinnerungskultur, Kollektives Gedächtnis, Trauma, Antisemitismus, Besatzungszeit, Identität, Literaturwissenschaft, NS-Kollaboration, Assimilation, Generationengedächtnis, Zeugenschaft
Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung der Judenverfolgung und -vernichtung in ausgewählten neugriechischen Romanen der Nachkriegszeit.
Zentral sind die Aspekte der Erinnerungskultur, das Verhältnis von historischer Faktenlage zu fiktionaler Erzählung sowie die psychologischen Auswirkungen von Traumata auf nachfolgende Generationen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie griechische Autoren, die selbst keine Zeugen der Besatzung waren, das geschichtliche Tabuthema der Judenvernichtung literarisch interpretieren und ins kollektive Gedächtnis integrieren.
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Analyse, die geschichtswissenschaftliche Quellen mit literaturwissenschaftlichen Interpretationsansätzen und kultursoziologischen Gedächtnistheorien (insb. Maurice Halbwachs sowie Jan und Aleida Assmann) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil über Gedächtniskonstruktion und einen analytischen Teil, in dem drei Romane (von Sofias Nikolaidou, Nikos Davvetas und Rea Galanaki) detailliert hinsichtlich ihrer Erinnerungskonzeption untersucht werden.
Die wichtigsten Schlagworte sind Holocaust, griechisches Judentum, kollektives Gedächtnis, literarische Aufarbeitung, Erinnerungsgemeinschaften und Tabu-Thematisierung.
Die Autorin nutzt das Konzept von Claude Lévi-Strauss, um zu verdeutlichen, dass die literarische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit Griechenland von einer „kalten“ Gesellschaft, die ihre Geschichte verdrängte, hin zu einer „warmen“ Gesellschaft führt, die Erinnerungen aktiv vergegenwärtigt.
In Rea Galanakis „Judasfeuer, Ödipus Asche“ dient der Mythos als Interpretationsrahmen, um die zeitlose Qualität des Antisemitismus und die tiefe Verwurzelung von Vorurteilen in der Vergangenheit zu verdeutlichen.
Thessaloniki wird als zentraler Ort der Erinnerung dargestellt, an dem die baulichen Zeugnisse und die Geschichte der jüdischen Gemeinde bis heute lebendig sind, obwohl das kollektive Gedächtnis lange Zeit von einer Verdrängungskultur geprägt war.
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