Diplomarbeit, 2003
76 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Projektfinanzierung
2.1 Grundlagen
2.1.1 Begriff der Projektfinanzierung und Charakteristika
2.1.2 Beteiligte
2.1.3 Risiken und vertragliche Gestaltung
2.2 Einsatzvoraussetzungen und Erfolgsfaktoren
2.2.1 Abgrenzbarkeit eines Projektes
2.2.2 Risikomanagement
2.2.3 Finanzierungsstrukturen
3 Filmindustrie
3.1 Betrachtungsgegenstand und Besonderheiten
3.1.1 Das Produkt „Spielfilm“
3.1.2 Nachfrage nach dem Produkt Spielfilm
3.1.3 Produktionsstandort Deutschland
3.2 Beteiligte und Wertschöpfungskette einer Spielfilmproduktion
3.3 Das System Spielfilm
3.4 Risiken der Spielfilmproduktion
3.5 Filmfinanzierung
3.5.1 Finanzierungsrelevante Besonderheiten der Spielfilmproduktion
3.5.2 Traditionelle Finanzierungsinstrumente der Spielfilmproduktion
3.5.2.1 Fremdfinanzierung
3.5.2.2 Eigenfinanzierung
3.5.2.3 Weitere Finanzierungsinstrumente
3.5.3 Status Quo der deutschen Filmfinanzierung
4 Einsatzmöglichkeiten der Projektfinanzierung als Finanzierungsmethode in der deutschen Filmindustrie
4.1 Prüfung der Einsatzvoraussetzungen und Erfolgsfaktoren
4.1.1 Abgrenzbarkeit des Projektes „Spielfilmproduktion“
4.1.2 Risikomanagement
4.1.3 Finanzierungsstrukturen
4.1.3.1 Traditionelle Finanzierungsinstrumente
4.1.3.2 Innovative Finanzierungsinstrumente
4.2 Bedeutung und Potenziale der Projektfinanzierung für die deutsche Filmindustrie
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit sich die Projektfinanzierung als spezifische Methode zur Finanzierung von Spielfilmproduktionen in Deutschland eignet. Hierzu werden die theoretischen Grundlagen der Projektfinanzierung erarbeitet und deren Einsatzvoraussetzungen und Erfolgsfaktoren an die Gegebenheiten der Filmindustrie angepasst.
3.1.1 Das Produkt „Spielfilm“
Spielfilme werden in einem künstlerisch-technischen Herstellungsprozess erzeugt66 und zur Erstausstrahlung im Kino gegen Entgelt vorgeführt. Ein Teil des Entgeltes verbleibt beim Betreiber des Filmtheaters, der andere Teil fließt an den Produzenten oder die Produktionsgesellschaft zurück. Daraus ergibt sich, dass Spielfilme wirtschaftlich gesehen ein Produkt darstellt, das nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten gehandelt wird. Der Handel mit dem Produkt Spielfilm beinhaltet allerdings weniger das physische Produkt (Filmrolle/Filmnegativ), sondern in erster Linie die immaterielle, schöpferische Leistung in Form der an Spielfilmen erwachsenen Rechte.67
Spielfilme können außer als Produkt auch als Kollektivgut angesehen werden.68 Wesentliche Merkmale eines Kollektivgutes sind die Nicht-Rivalität des Konsums innerhalb der Kapazitätsgrenzen und die Nichtanwendbarkeit des Ausschlussprinzips. Ersteres bedeutet, dass der Konsum eines Individuums und dessen individueller Nutzen durch den Konsum anderer Individuen nicht ausgeschlossen bzw. verringert wird. Letzteres bedeutet, dass die Nutzung des Kollektivgutes nicht von der Zahlung eines Entgeltes abhängig gemacht werden kann, da eben dieser Nutzungsausschluss aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzbar ist.69 Der Inhalt von Spielfilmen kann nur genutzt, jedoch nicht verbraucht werden und die Immaterialität des Konsums eines Spielfilms korrespondiert mit der Nichtrivalität des Konsums.70 Die Nichtanwendbarkeit des Ausschlussprinzips kommt bei Spielfilmen nur innerhalb der letzten Verwertungsstufen (Video, TV) zum Tragen.71 Somit können Spielfilme je nach Verwertungsstufe als Kollektiv- bzw. als Mischgut eingeordnet werden. Auf Grund des Charakters eines Kollektivgutes könnte der Eindruck entstehen, Spielfilme seien ein Massenprodukt. Hingegen handelt sich um ein originäres Produkt, das als industriell erzeugtes Gut einen Prototyp darstellt, der in Inhalt und Gestaltung stets individuell ist und daher als jeweiliges Einzelprodukt (Unikat) zu sehen ist.
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Anwendbarkeit der Projektfinanzierung im Bereich der deutschen Spielfilmproduktion konzentriert.
2 Projektfinanzierung: Erläuterung der konzeptionellen Grundlagen der Projektfinanzierung, insbesondere der Merkmale Cash Flow Related Lending, Off Balance Sheet Financing und Risk Sharing.
3 Filmindustrie: Detaillierte Betrachtung der Besonderheiten des Spielfilms als Produkt, der Wertschöpfungskette, der typischen Risiken und der bestehenden Finanzierungspraxis in der deutschen Filmbranche.
4 Einsatzmöglichkeiten der Projektfinanzierung als Finanzierungsmethode in der deutschen Filmindustrie: Systematische Prüfung der theoretischen Voraussetzungen der Projektfinanzierung anhand der spezifischen Bedingungen der deutschen Filmindustrie und Analyse innovativer Finanzierungsansätze.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Forschungsergebnisse und Identifikation von Ansatzpunkten für weiterführende betriebswirtschaftliche Untersuchungen in der Filmfinanzierung.
Projektfinanzierung, Spielfilmproduktion, Filmfinanzierung, Cash Flow Related Lending, Risikoallokation, Risikomanagement, Medienfonds, Slate-Finanzierung, Wertschöpfungskette, Filmförderung, Eigenkapitalbasis, Produktionsrisiko, Marktrisiko, Finanzierungsstruktur, Vertragskonstruktion.
Die Arbeit untersucht, ob die Methode der Projektfinanzierung ein geeignetes und effizientes Instrument darstellt, um die spezifischen Finanzierungsbedarfe und Risiken der deutschen Spielfilmproduktion zu decken.
Im Zentrum stehen die Grundlagen der Projektfinanzierung, die spezifischen wirtschaftlichen und rechtlichen Merkmale der Filmindustrie sowie die Möglichkeiten und Grenzen bei der Kombination verschiedener Finanzierungsinstrumente.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit die Projektfinanzierung als spezifische Finanzierungsmethode für deutsche Filmprojekte geeignet ist, um bestehende Kapitalmängel auszugleichen und Risiken optimal zu verteilen.
Die Arbeit kombiniert theoretische Erörterungen der Projektfinanzierung mit einer angewandten Analyse der Strukturen, Risiken und Finanzierungsinstrumente der deutschen Filmindustrie sowie der Auswertung von Expertengesprächen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der klassischen Projektfinanzierung, eine Analyse der Filmindustrie (Wertschöpfungskette, Risiken) sowie eine systematische Prüfung der Einsatzmöglichkeiten von Projektfinanzierung und innovativen Instrumenten wie Filmfonds in diesem Bereich.
Die zentralen Begriffe sind Projektfinanzierung, Spielfilmproduktion, Filmfinanzierung, Risikomanagement und Filmfonds.
Der deutsche Filmmarkt ist durch eine Vielzahl kleiner Produzenten und eine starke Abhängigkeit von staatlicher Filmförderung sowie TV-Geldern geprägt, was die Anwendung großskaliger, marktorientierter Projektfinanzierungen aufgrund mangelnder Marktausrichtung und hoher Komplexität erschwert.
Obwohl die Slate-Finanzierung durch Portfolioseffekte das Risiko streuen könnte, scheitert sie in Deutschland häufig daran, dass die meisten Produzenten zu klein sind und die dringend benötigten Erlöse aus einem ersten Projekt sofort zur Finanzierung weiterer Produktionen benötigen, anstatt sie über mehrere Jahre hinweg zu "crossen".
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

