Doktorarbeit / Dissertation, 2013
208 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Begründung der Themenwahl
1.2. Identifikation der Forschungslücken mit Bezug zur Fragestellung
1.3. Abgrenzung der Forschungsarbeit
2. Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen
2.1. Gruppe
2.2. Verwandte, benachbarte und sich inhaltlich überschneidende Begriffe
2.3. Gruppendynamik
2.3.1. Geschichte der Gruppendynamik
3. Gestaltpädagogik als Ausgangslage und Hintergrund für das Verständnis von Gruppenprozessen
3.1. Zentrale handlungsleitende Prinzipien der Gestaltpädagogik
3.2. Ziele der Gestaltpädagogik
4. Darstellung der Grundlagen zum Verständnis von Gruppenphänomenen
4.1. Das Spannungsverhältnis von innerer Realität und sozialer Wirklichkeit – Psychodynamik versus Gruppendynamik
4.2. Die Gruppenemotion Angst als Verhaltensmuster in Gruppen und als Grundlage der Persönlichkeitsentwicklung
4.3. Charakterprägungen und deren Auswirkungen auf das Gruppenverhalten und die Dynamik in Gruppen
4.4. Gruppenfeldmodelle anlehnend an die Charakterprägungstheorie Riemanns
4.5. Gruppengeschichte – Die Entwicklung der Gruppen- und Teamfähigkeit
4.5.1. Die Familie als Urgruppe
4.5.2. Kindergarten, Schule und Freizeitgruppen
4.6. Die soziodynamische Rangordnung in Gruppen – die Rollenmuster
4.6.1. Das rangdynamische Modell nach Raoul Schindler
4.6.2. Rollen im Gruppenfeld und der Begriff Zentrale Person
4.7. Phasen der Gruppenentwicklung vom Entstehen bis zur Auflösung
4.7.1. Gruppenentwicklung als linearer Prozess
4.7.2. Gruppenentwicklung als zirkularer Prozess
5. Das Phänomen Gruppe in der Lebens- und Arbeitswelt Schule
5.1. Relevante Methoden für die Begleitung von Lehrergruppen
5.1.1. Soziometrie und Soziogramm
5.1.2. Gruppensupervision
5.1.3. Themenzentrierte Interaktion (TZI)
5.1.4. Systemische Aufstellungsmethoden
5.1.5. KTC – Kollegiales Teamcoaching
5.2. Konkrete Entwicklungsschritte für Lehrerkollegien
5.2.1. Kollegialität als Voraussetzung für gelungene Gruppendynamik
5.2.2. Von Arbeitsgruppen zu Hochleistungsteams
5.2.3. Professionelle Lerngemeinschaften
6. Planung und Durchführung der empirischen Studie
6.1. Konsequenzen aus der Literatur für die Forschung
6.2. Ableitung der Hypothesen
6.3. Sichtung relevanter Studien
6.4. Verlauf des Forschungsvorhabens
6.4.1. Darstellung des Forschungsdesigns, Beschreibung der wissenschaftlichen Forschungsmethode
6.4.2. Der Pretest
6.5. Haupttestung – Darstellung der Forschungsergebnisse – statistische Auswertung
6.5.1. Erklärende Einführung
6.5.2. Deskriptive Statistik
6.5.3. Inferenzstatistische Ergebnisse
6.6. Zusammenfassung und Resümee der Forschungsergebnisse
6.6.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
6.6.2. Interpretation der Ergebnisse
6.6.3. Schlussfolgerungen für die Praxis
7. Zusammenfassung der gesamten Arbeit
Die Dissertation untersucht die gruppendynamischen Prozesse im Lehrerkollegium an Wiener Pflichtschulen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gruppendynamik und die Erkenntnisse der Gruppenforschung auf den Arbeitsplatz Schule übertragen werden können, um durch eine verbesserte Psychohygiene und Teamarbeit ein gesünderes und produktiveres Arbeitsklima für Lehrkräfte zu schaffen.
4.1. Das Spannungsverhältnis von innerer Realität und sozialer Wirklichkeit – Psychodynamik versus Gruppendynamik
Der Mensch lebt im Spannungsfeld zwischen der eigenen Persönlichkeit und seinen sozialen Beziehungen. Der Einfluss der Gruppenzugehörigkeit, etwa am Arbeitsplatz, beeinflusst das Denken, Fühlen und Handeln so stark, dass es eine Tendenz zur Rückbesinnung auf das eigene Selbst gibt. Je weniger man sich als Teil des Ganzen sieht, desto eher nehmen negative Einflussnahmen der sozialen Systeme auf den Einzelnen seinen Lauf. Ein Bewusstsein der gruppendynamischen Abläufe und des Einflusses auf das eigene Wesen bringen eine gestärkte Persönlichkeit, während ein Zurückziehen vom sozialen System und ein versuchtes Einzelkämpfertum schon deshalb nicht zielführend ist, weil niemand außerhalb der Dynamik einer Gruppe agieren kann. Der Gruppenanalytiker Wilfred Ruprecht BION formuliert überspitzt: Auch der Eremit bezieht sich auf die Gruppe. Gäbe es diese nicht, könnte er sich davon nicht abgrenzen und ausschließen (vgl. LAZAR 1994, S. 87).
Besonders verständlich wird dies durch den Ansatz der Objektbeziehungstheorie von SUTHERLAND u.a., die die Entwicklung der Persönlichkeit, hier das Selbst erklärt. Schon das Reifen des Kindes ist als Interaktionsprozess zu begreifen, vom Begriff des Ichs wird Abstand genommen. Erfahrungen werden gemäß seinem Mentor FAIRBAIRN als gute und schlechte wahrgenommen. Der Prozess der Verinnerlichung bzw. Abspaltung dieser Erfahrungen (Objekte) lässt das Ich zum Selbst werden. Dies geschieht in einer Interaktion, in einer Objektbeziehung (vgl. SCHARFF 2010, S. 19). Das Selbst befindet sich niemals in einer Abgeschlossenheit sondern ist immer in Interaktion und bleibt dynamisch. Wenn bereits dieses Selbst Interaktion ist, ist die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit immer auch als eine Beziehungsentwicklung zu sehen. Die soziale Interaktion, der Umgang mit den anderen ist wechselseitig von den Mustern der eigenen, inneren Fortschritte zu sehen.
1. Einleitung: Beleuchtet das Problem des negativen Gruppenklimas an Schulen und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
2. Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen: Definiert den Begriff „Gruppe“ im fachwissenschaftlichen Kontext und grenzt ihn zu Begriffen wie Team, Organisation und Gemeinschaft ab.
3. Gestaltpädagogik als Ausgangslage und Hintergrund für das Verständnis von Gruppenprozessen: Erläutert die theoretische Basis der Gestaltpädagogik und deren Relevanz für die Analyse von Gruppenprozessen.
4. Darstellung der Grundlagen zum Verständnis von Gruppenphänomenen: Analysiert psychodynamische und gruppendynamische Grundlagen, Charaktertypen nach Riemann sowie Rollenmodelle und Phasen der Gruppenentwicklung.
5. Das Phänomen Gruppe in der Lebens- und Arbeitswelt Schule: Überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf den Arbeitsplatz Schule und stellt Methoden zur Begleitung von Lehrergruppen vor.
6. Planung und Durchführung der empirischen Studie: Dokumentiert das Forschungsdesign, die Hypothesenbildung sowie die statistische Auswertung und Interpretation der Ergebnisse.
7. Zusammenfassung der gesamten Arbeit: Bietet einen Überblick über die theoretischen Modelle und die wesentlichen Erkenntnisse aus der empirischen Untersuchung.
Gruppendynamik, Lehrerkollegium, Gestaltpädagogik, Gruppenverhalten, Teamarbeit, Psychohygiene, Schulklima, Rollenmuster, Riemann-Thomann-Kreuz, empirische Studie, Pflichtschule, Wien, soziale Systeme, Konfliktmanagement, Personalentwicklung.
Die Arbeit untersucht das soziale Gruppenverhalten von Lehrerinnen und Lehrern an Wiener Pflichtschulen und analysiert, wie gruppendynamische Prozesse das Arbeitsklima und das Wohlbefinden beeinflussen.
Die zentralen Felder umfassen Gruppendynamik, Gestaltpädagogik, Organisationsentwicklung an Schulen, Teamentwicklung sowie die psychologischen Grundlagen von Gruppenverhalten.
Das Hauptziel ist es, zu erforschen, ob Erkenntnisse der Gruppenforschung auf Lehrerkollegien anwendbar sind und wie eine bewusste Auseinandersetzung mit Gruppenprozessen zu einem positiven Arbeitsklima beitragen kann.
Es wird eine empirisch-quantitative Methode angewandt, bei der eine Fragebogenuntersuchung unter über 1000 Wiener Pflichtschullehrkräften durchgeführt und statistisch ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Gestaltpädagogik und Gruppendynamik sowie eine detaillierte Auswertung und Interpretation der durchgeführten empirischen Studie.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Gruppendynamik, Schulklima, Teamarbeit, Gestaltpädagogik und berufliche Psychohygiene beschreiben.
Sie dient als theoretischer Hintergrund, um latente Gruppenprozesse und die Einzigartigkeit der Persönlichkeiten innerhalb eines Kollegiums ganzheitlich zu verstehen und sichtbar zu machen.
Der Autor wählte diesen Fokus aufgrund seiner eigenen langjährigen Erfahrung als Pflichtschullehrer in Wien und der spezifischen Situation dieses Schulsystems, in dem gruppendynamische Aspekte bisher kaum wissenschaftlich beleuchtet wurden.
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