Bachelorarbeit, 2010
41 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Nachrichten in den Massenmedien
2.1 Funktionen und Leistungen des Fernsehens
2.2 Das duale Rundfunksystem in Deutschland
2.2.1 Die Marktstruktur
2.2.2 Die Fernsehnachrichten der öffentlich-rechtlichen und privaten Anbieter
2.2.3 Veränderung der Nachrichtenprofile
3. Vom Ereignis zur Nachricht
3.1 Die Entwicklung der Nachrichtenfaktoren
3.2 Weiterentwicklungen
3.2.1 Nachrichtenwert und Auswahl
3.2.2 Aktuellere Forschung
3.2.3 Der Nachrichtenfaktor „Visualität“
4. Terrorismus und Medien
4.1 Annährung an das Phänomen Terrorismus
4.1.1 Entwicklung
4.1.2 Definition und Abgrenzung
4.2 Die Berichterstattung über Terrorismus
4.2.1 Terrorismus als Nachrichtengegenstand
4.2.1.1 Merkmale der Berichterstattung
4.2.1.2 Entwicklung der Berichterstattung
4.2.2 Kritik an der Berichterstattung
4.3 Terroristen und Medien
4.3.1 Annahme einer symbiotischen Beziehung
4.3.2 Nutzung der Medien durch Terroristen
5. Empirischer Teil- Inhaltsanalytischer Vergleich
5.1 Hypothesen und Forschungsfragen
5.2 Untersuchungsmethode
5.3 Untersuchungsgegenstand
5.4 Ergebnisse der Untersuchung
5.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Unterschiede in der Berichterstattung öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehnachrichten über das terroristische Ereignis der Anschläge von Mumbai im Jahr 2008, wobei insbesondere der Fokus auf Aspekten der Dramatisierung und Visualisierung liegt.
3.2.3 Der Nachrichtenfaktor „Visualität“
Der Nachrichtenfaktor „Visualität“ stellt dabei keine völlig neue Erkenntnis dar. Bereits 1969 wurde er durch James K. Buckalew eingeführt, geriet danach aber wieder in Vergessenheit. Dies mag überraschen, wenn man berücksichtigt, dass Ruhrmann und Kollegen in ihrer Untersuchung herausfanden, dass die Verfügbarkeit und die Qualität von bewegtem Bildmaterial einen wesentlichen Einfluss auf die journalistische Nachrichtenauswahl deutscher Fernsehsendungen haben (vgl. Diehlmann 2003).
Bewegte Bilder „schaffen Authentizität, Aktualität, wecken Interesse und wirken symbolhaft“ (Diehlmann 2003: 135). Dadurch erlangen Fernsehnachrichten ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Die visuell aufbereiteten Informationen geben dem Rezipienten das Gefühl, die Situation selbst in Augenschein nehmen zu können. Dies ist vor allem bei Extremereignissen von großer Bedeutung. So lieferten beispielsweise die Fernsehnachrichten bei den Anschlägen des 11. Septembers 2001 innerhalb kürzester Zeit Aufnahmen von dem Attentat, was dazu führte, dass sich die meisten Menschen mit Hilfe des Fernsehens und nicht durch ein anderes Medium über dieses Ereignis informierten (vgl. ebd.:137).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz des Fernsehens bei der Berichterstattung über terroristische Anschläge und definiert das Ziel der Arbeit, die Unterschiede in der Darstellung der Anschläge von Mumbai zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Programmen zu untersuchen.
2. Die Nachrichten in den Massenmedien: Das Kapitel behandelt die Funktionen des Fernsehens in der Gesellschaft und beleuchtet die spezifischen Rahmenbedingungen sowie die unterschiedlichen Profile des dualen Rundfunksystems in Deutschland.
3. Vom Ereignis zur Nachricht: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Nachrichtenwerttheorie sowie deren Entwicklung und Weiterentwicklungen dargestellt, um zu erklären, wie und warum bestimmte Ereignisse journalistisch als nachrichtenrelevant selektiert werden.
4. Terrorismus und Medien: Dieser Teil analysiert das Phänomen Terrorismus aus einer kommunikationswissenschaftlichen Perspektive und untersucht die komplexe, teils symbiotische Beziehung zwischen Terroristen und Medien als Kommunikationsstrategie.
5. Empirischer Teil- Inhaltsanalytischer Vergleich: In diesem Kapitel werden auf Basis einer Inhaltsanalyse von Nachrichtenbeiträgen zu den Anschlägen von Mumbai die aufgestellten Hypothesen zu Dramatisierung und Visualisierung empirisch überprüft und die Ergebnisse interpretiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet kritisch, inwiefern die festgestellte Berichterstattung den Vorwurf einer symbiotischen Beziehung zwischen Terroristen und Medien stützt oder entkräftet.
Fernsehnachrichten, Terrorismusberichterstattung, Nachrichtenwerttheorie, Dramatisierung, Visualität, duales Rundfunksystem, Mumbai 2008, Medienkonvergenz, Inhaltsanalyse, Kommunikationsstrategie, Nachrichtenqualität, Boulevardisierung, Infotainment, Krisenberichterstattung, Symbiose.
Die Arbeit analysiert, wie öffentlich-rechtliche und private Fernsehnachrichten in Deutschland über das terroristische Ereignis der Anschläge von Mumbai 2008 berichtet haben.
Die Arbeit verknüpft medienwissenschaftliche Theorien zur Nachrichtenauswahl mit dem Phänomen des Terrorismus und untersucht empirisch Aspekte wie Dramatisierung und Visualisierung.
Das Ziel ist es, Aussagen darüber zu treffen, inwieweit sich die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen und privaten Sender hinsichtlich der Dramatisierung und Visualisierung der Anschläge von Mumbai unterscheidet.
Es wird eine Inhaltsanalyse als empirische Methode angewandt, um inhaltliche und formale Merkmale der Nachrichtenbeiträge systematisch zu beschreiben und quantifizierbar zu vergleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Block zu Fernsehnachrichten, Nachrichtenwerttheorie und Terrorismus als Kommunikationsstrategie sowie einen empirischen Teil, der die Inhaltsanalyse der Mumbai-Berichterstattung durchführt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fernsehnachrichten, Terrorismusberichterstattung, Nachrichtenwerttheorie, Dramatisierung, Visualität und Medienkonvergenz.
Obwohl private Programme tendenziell stärker dramatisieren, war der Unterschied zur öffentlich-rechtlichen Berichterstattung in der Stichprobe statistisch nicht signifikant.
Die Analyse ergab einen signifikanten Unterschied: Private Programme zeigten mehr als doppelt so häufig direkt die Opfer von Terrorismus als die öffentlich-rechtlichen Sender.
Es wird vermutet, dass private Anbieter durch eine stärkere Personalisierung und Emotionalisierung ihre Nachrichtenbeiträge für die Rezipienten attraktiver gestalten wollen.
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