Bachelorarbeit, 2012
74 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1. 1 Hintergrund der Arbeit
1. 2 Fragestellung und Vorgehensweise
1. 3 Eigene Motivation
2 Das Trauma
2. 1 Allgemeine Definition von Trauma
2. 2 Definition Traumata bei Kindern
2. 3 Die Traumaforschung
2. 4 Die Entstehung eines Traumas
3 Die pränatale Entwicklung
3. 1 Die Befruchtung
3. 2 Die Entwicklung des Nervensystems
3. 3 Die Entstehung der Sinnesorgane
3. 3. 1 Das Tasten
3. 3. 2 Das Schmecken und Riechen
3. 3. 3 Das Hören
3. 3. 4 Das Sehen
3. 4. Die ersten Lernerfahrungen
3. 5 Die Entstehung der Seele
4 Schädigende Einflüsse
4. 1 Äußere Einflüsse
4. 1. 1 Der Alkohol
4. 1. 2 Medikamente und Rauschgifte
4. 1. 3 Der Tabak
4. 1. 4 Die Mangelernährung
4. 1. 5 Abtreibungsversuche
4. 1. 6 Die Geburt
4. 2 Innere Einflüsse
4. 2. 1 Mütterlicher Stress
4. 2. 2 Die emotionale Einstellung zur Schwangerschaft
5 Zwischenfazit Teil I
6 Kriterien einer gesunden Kindesentwicklung
7 Präventionsleistungen der Sozialen Arbeit
7. 1 Der Allgemeine Soziale Dienst
7. 2 Die Schwangerschaftsberatungsstellen
7. 3 Die Suchtberatungsstellen
7. 3. 1 Darstellung der Beratungsstelle „extra e.V.“ München
7. 4 Frühe Hilfen
7. 4. 1 Das Modellprojekt „Pro Kind“
7. 4. 2 Das Modellprojekt „Wie Elternschaft gelingt“
7. 4. 3 Die Familienhebammen
8 Ausblick auf Interventionsmöglichkeiten
8. 1 Traumabehandlung für Säuglinge und Kleinkinder
8. 2 Die Traumapädagogik
9 Zwischenfazit Teil II
10 Resümee
Diese Arbeit untersucht, inwiefern pränatale Erfahrungen die Entwicklung eines Menschen prägen können und ob pränatale Traumata möglich sind. Dabei wird analysiert, welchen Standpunkt die Soziale Arbeit in diesem wissenschaftlichen Diskurs einnimmt und inwieweit bestehende Präventions- und Interventionsangebote ausreichen, um frühen negativen Erlebnissen entgegenzuwirken.
2. 4 Die Entstehung eines Traumas
LEVINE und KLINE bezeichnen das Trauma als ein biologisches Ereignis. Es kommt nicht auf den Schweregrad der Situation an, sondern darauf, wie stark der betroffene Körper auf eine besondere Situation reagiert. (Vgl. Levine, Kline, 2004, S. 22) Diese Reaktion spielt sich im zentralen Nervensystem ab. Aufgrund des großen Fortschrittes in der Hirnforschung durch die bildgebenden Verfahren wie PET und MRT konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, indem die Vorgänge und Auswirkungen einer traumatischen Situation im Körper sichtbar gemacht wurden. Beachtet werden muss aber, dass sich die Forschungen meist auf erwachsene Patienten sowie auf Experimente mit Tieren beziehen. (Vgl. Weinberg, 2008, S. 83)
Der menschliche Organismus ist auf Überleben ausgerichtet und so laufen die primären Reaktionen in bedrohlichen Situationen instinktiv ab. (Vgl. Levine, Kline 2004, S. 22f) Das bedeutet, dass eine traumatische Situation eine sogenannte Notfallreaktion im Gehirn auslöst.(Vgl. Weinberg, 2008, S. 83) Sie soll den Körper in Alarmbereitschaft versetzen und ihm so ermöglichen auf eine potentielle Bedrohung adäquat zu reagieren. (Vgl. Levine, Kline 2004, S. 29)
Nach GERALD HÜTHER, einem der renommiertesten Hirnforscher Deutschlands, besitzt der menschliche Organismus zwei unterschiedliche miteinander verbundene neuronale Kreisläufe. Diese Kreisläufe werden durch Bedrohungsereignisse in den kortikalen Erregungsmustern und Stoffwechselprozessen ausgelöst und stehen auch nach dieser beängstigenden Situation zur Verfügung. (Vgl. Weinberg, 2008, S. 83)
Zunächst wird der erste Kreislauf betrachtet. Hier werden besonders der präfrontale Kortex sowie das limbische System angesprochen. Der Körper stellt eine hohe Wachsamkeit und Aufmerksamkeit zur Verfügung, um dieses mögliche traumatische Ereignis meistern zu können. Die Amygdala versieht dieses Ereignis, also die reine Sinneswahrnehmung, mit der Gefühlsqualität und sorgt somit für die emotionale Bewertung. Das limbische System löst eine Aktivierung des Hirnstamms aus, sodass dieser die Neurotransmitter Noradrenalin und Dopamin freisetzt. Noradrenalin und Dopamin wirken systemisch und versetzen den Körper in Alarmbereitschaft - so wird unter anderem das Gehirn verstärkt angeregt, die Aufmerksamkeit gesteigert und es werden Energiereserven mobilisiert.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der pränatalen Zeit, Definition der Forschungsfragen und Darlegung der persönlichen Motivation der Autorin.
2 Das Trauma: Erläuterung der Traumadefinition bei Erwachsenen und Kindern sowie eine Einführung in die Traumaforschung und die biologische Entstehung traumatischer Reaktionen im Nervensystem.
3 Die pränatale Entwicklung: Detaillierte Betrachtung der vorgeburtlichen Entwicklung von der Befruchtung über die Reifung der Sinnesorgane bis hin zur Entstehung der Seele und früher Lernprozesse.
4 Schädigende Einflüsse: Analyse äußerer Einflüsse (Substanzen, Ernährung, Geburt) und innerer Einflüsse (Stress, emotionale Einstellung) auf die Entwicklung des Fötus.
5 Zwischenfazit Teil I: Zusammenführung der Erkenntnisse über die pränatale Prägung und die biologischen Grundlagen der Traumaentstehung.
6 Kriterien einer gesunden Kindesentwicklung: Erörterung schützender Faktoren und der Relevanz einer sicheren Bindung für eine gelingende kindliche Entwicklung.
7 Präventionsleistungen der Sozialen Arbeit: Untersuchung der Rollen von ASD, Schwangerschaftsberatungsstellen, Suchthilfen und speziellen Modellprojekten für belastete Familien.
8 Ausblick auf Interventionsmöglichkeiten: Vorstellung therapeutischer Ansätze wie „Somatic Experiencing“ und traumapädagogischer Konzepte zur Unterstützung traumatisierter Kinder.
9 Zwischenfazit Teil II: Reflexion über die Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext pränataler Risiken und die Notwendigkeit verbesserter Interventionsangebote.
10 Resümee: Zusammenfassende Bewertung der pränatalen Traumaentstehung und Forderung nach stärkerer Berücksichtigung dieser Erkenntnisse in der pädagogischen Praxis.
Pränatale Entwicklung, Trauma, Soziale Arbeit, Bindungstheorie, Stresshormone, Pränatalpsychologie, Frühe Hilfen, Familienhebammen, Nervensystem, Cortisol, Prävention, Kinderschutz, Traumapädagogik, Neurobiologie, Suchtberatung.
Die Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob pränatale Erfahrungen, insbesondere Traumata, existieren und wie diese die spätere Entwicklung beeinflussen können. Zudem wird hinterfragt, wie die Soziale Arbeit diesen Erkenntnissen begegnet.
Zentrale Themen sind die biologische Entwicklung im Mutterleib, Faktoren, die diese stören können, und die präventiven sowie interventiven Konzepte, die die Soziale Arbeit für (werdende) Eltern bereitstellt.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass ein ungeborenes Kind bereits über sensorische und kognitive Fähigkeiten verfügt, die es anfällig für pränatale Traumata machen, und daraus Konsequenzen für das methodische Handeln in der Sozialen Arbeit abzuleiten.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse von psychologischen, neurobiologischen und sozialarbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die biologische Entwicklung und Traumaentstehung (Teil I) sowie die soziale Prävention und Interventionsmöglichkeiten (Teil II).
Wichtige Begriffe sind pränatale Traumata, Soziale Arbeit, Hirnentwicklung, Frühe Hilfen und die Mutter-Kind-Dyade.
„Pro Kind“ setzt durch Familienbegleiterinnen bereits in der Schwangerschaft an, um sozial benachteiligte Frauen zu unterstützen und so eine sichere Bindung zwischen Eltern und Kind zu fördern.
Sie füllen eine Lücke in der Versorgung, indem sie im häuslichen Umfeld Familien in schwierigen Lebenslagen beraten und so präventiv gegen Kindesvernachlässigung wirken.
Dieser Ansatz nach Peter Levine zielt darauf ab, die im Körper bei einem Trauma gefangene Energie durch Körperarbeit zu lösen, statt rein kognitiv zu arbeiten.
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